Ahoi!

Der Vorstand wird gebeten, zum Offenen Brief vom 06.04.2012 von Laura Schmalenbach an die PIRATEN Stellung zu nehmen. Insbesondere wird um die Ansprache folgender, essentieller Punkte gebeten:

→ Anlass des Verfassens des offenen Briefs
Mit E-Mail vom 08.04.2012, 1738 Uhr schrieb Lukas Martini auf der Aktiven-ML, die Pressemitteilung sei "im IRC entstanden, nachdem [jemand] einen Rant zu einem anderen Thema vorgeschlagen hatte". Das erweckt den Eindruck, der Brief sei entstanden, weil man sich grundsätzlich lautstark über die PIRATEN beschweren ("ranten") wollte und das Thema eher willkürlich gewählt wurde.

→ Zeitablauf des Schreibprozesses
Mit Mail vom 08.04.2012, 1827 schrieb Lukas Martini vom "Eifer des Gefechts", was auf einen gewissen Zeitdruck der handelnden Akteure hindeutet. Mit Mail vom 09.04.2012, 1421 Uhr schrieb "nichimtakt" auf der Aktiven-ML, dass die Pressemitteilung am Tag nach dem Einstellen des Entwurfs ins Pad veröffentlicht wurde. Der vorhergehende Satz spricht von einem Entstehungszeitraum des fraglichen Entwurfs von "1-2 Tagen". Woher kam also der (Zeit-) Druck?

→ Beteiligung von Vorständen
Lukas Martini, der laut GO des Vorstands für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, erklärte mit Mail vom 08.04.2012, 1738, er habe von der entstehenden Pressemitteilung gewusst, allerdings aus (völlig nachvollziehbaren und) guten Gründen zeitlich nicht in der Lage gewesen, sich eingehend damit zu beschäftigen. Er hätte mit der Sache "nicht viel zu tun" gehabt und sie "nur am Rande mitbekommen". Für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist weiterhin Alexander Schilling, der nach Aussage vom 08.04.2012, 1315 Uhr auf der Aktiven-ML "nur durch Zufall" davon erfuhr. Aus weiteren Äußerungen geht nichts über sein Mitwirken hervor. Mit E-Mail vom 09.04.2012 09.04.2012, 1421 Uhr stellte "nichimtakt" die Behauptung auf, Christina König sei während der Diskussion und Erarbeitung der Pressemitteilung "die ganze Zeit dabei" gewesen, der weitere Text deutet auf eine aktive, entscheidende Rolle hin. Sie habe unter anderem Korrektur gelesen. Es wird darum gebeten, dass erklärt wird, in welcher Weise die Beisitzerin Christina König an der Erstellung und Versendung der Pressemitteilung beteiligt war, insbesondere da Lukas Martini mit E-Mail vom 08.04.2012 darauf hinweist, er sei "von einem Vorstandsmitglied gebeten [worden], den Text zu veröffentlichen". War das Christina König oder ein anderes Vorstandsmitglied? Für den letzteren Fall wird darum gebeten, dass das entsprechende Vorstandsmitglied zu seiner Beteiligung Stellung nimmt.

→ Beteiligung von Pressesprechern
Mit E-Mail vom 08.04.2012, 1658 Uhr gab Julia Reda, Pressesprecherin, an, sie sei an der Entstehung der Pressemitteilung nicht beteiligt gewesen (dies wurde über Twitter mehrfach wiederholt). Es hätte ihr "durchaus passieren können, dass die Presse bei [ihr] angerufen hätte, bevor ich den Brief auch nur gelesen hätte.". Welche Pressesprecher hatten von der Entstehung der Pressemitteilung Kenntnis und warum wurden die restlichen Pressesprecher nicht informiert?

→ Verhinderte Beteiligung anderer Vereinsmitglieder
Es ist gängige Praxis, dass Pressemitteilungen über die dafür eingerichtete Mailingliste der AG Öffentlichkeitsarbeit ([AG-OE]) kommuniziert und diskutiert werden. Ein "offener Brief" des Inhalts, wie er veröffentlicht wurde, ist auch ohne Veröffentlichung über den Presseverteiler durchaus dazu geeignet, ein erhebliches Medienecho zu erhalten; vorliegend ging die Resonanz über die jedweder anderer PM der Jungen Piraten hinaus. Er ist daher, ungeachtet der Autorschaft und der Art der Veröffentlichung, zweifelsfrei als Pressemitteilung zu betrachten. Hier wäre eine Einhaltung der üblichen Verfahren für Pressemitteilungen geboten gewesen. Das ist nicht erfolgt, siehe auch die Mails von Alexander Schilling vom 08.04.2012, 1315 Uhr, Sören siegismund-Poschmann vom 08.04.2012, Lukas Martini vom 08.04.2012, 1738 Uhr sowie 1827 Uhr. Durch die unterlassene Kommunikation der Vereinsöffentlichkeit gegenüber konnte diese sich an der Erstellung einer bedeutenden (und im Rückblick mit enorm großer Aufmerksamkeit bedachten) Pressemitteilung nicht beteiligen. Es wurde die Möglichkeit versäumt, die Pressemitteilung durch die Erfahrungen und die Argumente weiterer Vereinsmitglieder zu bereichern, aber auch Mitgliedern das Vor- und Einbringen von abweichenden Meinungen verwehrt. Einer (bislang unbestrittenen) Schätzung des Antragstellers mit E-Mail vom 08.04.2012, 1758 Uhr nach wurde die Anzahl der beteiligten Jungen Piraten so auf maximal 20 begrenzt. Den Jungen Piraten gehören derzeit 814 Mitglieder an, abzüglich der mutmaßlich Beteiligten (Maximalwert), sowie der 102 Förder und der beiden Ehrenmitglieder bleiben knapp 700 (690) Mitglieder, denen eine Beteiligung nicht möglich war. Der bisherigen Praxis und dem Gedanken der basisdemokratischen Meinungsfindung folgend, kann die Legitimation des Schreibens als offener Brief "der Jungen Piraten" berechtigt angezweifelt werden. Eine anzuerkennende Mehrheitsfindung bzw. eine unterlassene Beteiligung von sich aus der außen vor gehaltenen Jungen Piraten ist nicht ersichtlich – im Gegenteil.

Es wird beantragt, dass der Vorstand in einer Presseerklärung auf die offensichtlichen und schweren formellen Mängel der fraglichen Mitteilung hinweist, um einer normalerweise in einer Abstimmung unterlegenen oder in der Diskussion zumindest gehörten möglichen abweichenden Meinung ausreichend Gehör zu verschaffen. Es wird weiterhin beantragt, auf geeignete Weise festzustellen ob (wünschenswert: dass) eine Mehrheit der Jungen Piraten inhaltlich hinter dem Kern der ursprünglichen Pressemitteilung steht und somit feststehen kann, dass immerhin inhaltlich korrekt vertreten wurde.

→ Konsequenzen
Mit E-Mail vom 09.04.2012, 1506 Uhr stellte das Vereinsmitglied Norbert Hense fest: "Pressemeldungen gibt der Vorstand aus.". Aus verschiedenen Mails verschiedener Vorstandsmitglieder (teilw. bereits zitiert) zieht der Antragsteller allerdings den Schluss, dass der Vorstand der Ansicht ist, dass Pressemitteilungen (auch) über die Mailingliste der Vereinsöffentlichkeit mitgeteilt werden und eine aktive Partizipation an deren Erstellung weiterhin gewünscht ist. Ist diese Einschätzung zutreffend? Sieht der Vorstand für sich die Kompetenz, politische Aussagen für die gesamte Jugendorganisation zu treffen, ohne zumindest einem Großteil der Mitglieder die Möglichkeit der Darstellung der eigenen Meinung zu geben? Wie wird in Zukunft verhindert werden, dass während einer mindestens zweitägigen Schaffensphase einer bedeutenden Pressemeldung nicht vergessen wird, Mitglieder in die politische Arbeit einzubeziehen?

Mit Dank im Voraus und
freundlichen Grüßen,

Simon Gauseweg
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