Das Problem ist, dass die Verbreitung von HIV unter Schwulen höher ist,
also die Möglichkeit, dass der Partner unbemerkt HIV-infiziert ist,
höher ist als bei einem heterosexuellen Mann, wenn er vor der Beziehung
schonmal mit anderen Männern Geschlechtsverkehr hatte. Insofern ist es
schon vernünftig, grundsätzlich nach (ungeschütztem) Analverkehr zu
fragen, aber eben sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Julia

Am 23.02.2012 17:50, schrieb Susanne Graf:
> Also grundlegend liegt das Problem ja beim (unverhüteten) Geschelchtsverkehr, 
> insbesondere beim Analverkehr. Kann man dann nicht einfach vor dem Test 
> fragen, ob die Person mit einer nur gering bekannten oder einen HIV+ Person 
> Sex hatte? Wenn man als Schwuler in einer langjährigen Beziehung ist und nur 
> mit seinem Partner Sex hat und dieser auch nur mit einem, ist das Risiko doch 
> genauso groß wie bei einer Heterobeziehung auch. 
> 
> Von daher auch von mir: Klare Kriterien, die medizinisch begründet sind und 
> nicht einfach nach oberflächlichen Kriterien aussortieren, die verdachtmäßig 
> höher sind.
> 
> Alles Liebe
> Suse
> 
> On 23.02.2012, at 12:00, Bastian Greshake wrote:
> 
>> Hi,
>>
>> On Feb 23, 2012, at 11:01 , McM wrote:
>>
>>> Man soll jeden, der vielleicht in einer möglichen Risikogruppe ist vorher 
>>> bitten, einen AIDS-Test vorzunehmen. Ganz einfach. Das Gesetz ist unnötig.
>>
>> Genau das reicht eben nicht aus. Es werden die Blutspenden auf HIV etc. 
>> getestet. Allerdings gibt es eine diagnostische Lücke, also eine Zeit in der 
>> man trotz Infektion diese nicht nachweisen kann. Außerdem hat kein Test eine 
>> Sensitivität von 100%, es gibt also immer Proben die falsch negativ sind 
>> (Person ist HIV+ aber der Test zeigt HIV-). Die Falsch-Negativen und die 
>> Diagnostische Lücke sind auch genau die Gründe wieso man Hochrisiko-Gruppen 
>> von der Spende ausschliesst. 
>>
>> Dr. Nippelhase hatte dazu gestern im IRC auch 3 Paper verlinkt die sich das 
>> angeschaut haben: 
>> http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12757500
>> http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12519427
>> http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19320868
>>
>> Alle drei haben mehr oder weniger rausgefunden das der geringe Anstieg an 
>> zusätzlichen Spendern (im einstelligen Prozentbereich) den zusätzlichen 
>> Anstieg HIV+ Konserven zu verwenden (im 3stelligen(!) Prozentbereich) nicht 
>> rechtfertigt. Dementsprechend ist es also keine Option alle Risikogruppen 
>> zuzulassen, stattdessen sollte man sich überlegen ob man die Risikogruppen 
>> nicht nach besseren Kriterien als bisher einteilt, also ob es ein besseres 
>> Merkmal als "Männer die mit Männern Sex haben" gibt. 
>>
>> Liebe Grüße,
>> Bastian    
>>
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