Nabend zusammen, eigentlich wollte ich, nachdem ich vorhin via Twitter vom Thread mitbekam, zuhause nochmal den Rechner anschalten - das hat sich aber nun erledigt. Julia, Torge und Stephan haben alles gesagt was es zu sagen gibt.
Denkt da nochmal drüber nach - und schlaft eventuell nochmal eine Nacht drüber. Letzteres werde ich nun ebenfalls tun. In diesem Sinne: Gute Nacht! Florian / Branleb Julia Reda <[email protected]> schrieb: >Eine Podiumsdiskussion ist eigentlich gar keine Diskussion, sondern eine >Debatte. Bei der Diskussion ist das Ziel, die anderen >Diskussionsteilnehmer zu überzeugen (oder gar etwas dazuzulernen!), bei >einer Debatte liefern sich die Teilnehmer einen Schlagabtausch, um das >Publikum zu überzeugen - die Zuschauer sind der eigentliche Adressat. >Sonst gäbe es ja auch keinen Grund, dass Schüler zum Zwecke der >politischen Bildung Politikern beim Streiten zusehen würden, anstatt >selbst zu diskutieren. > >Rassismus lässt sich am besten durch Bildung bekämpfen, aber diese >Bildung passt oft nicht in eineinhalb Stunden und bedarf obendrein der >Recherche, die man während einer Podiumsdiskussion, wo es auf schnelle >Reaktionen ankommt, nicht leisten kann. Man kann sich noch so gut >vorbereiten, das schützt einen nicht davor, dass ein NPD-Mitglied eine >Behauptung aufstellt, von der man sich sicher ist, dass sie falsch ist, >aber Daten bräuchte, um sie zu widerlegen. Klar, dich wird er damit >nicht überzeugen, aber auch keinen der Zuhörer, dem du nicht auf Anhieb >einen Gegenbeweis liefern kannst? > >Letztendlich läuft es auf die Frage hinaus, ob für uns eine Person, die >nach der Podiumsdiskussion die Piraten wählen würde, eine Person, die >danach die NPD wählen würde, aufwiegt. Im Falle der demokratischen >Parteien würde ich das bejahen, im Falle der NPD definitiv nicht! >Besser, wir können eine Gelegenheit, unsere Sichtweise unter die Leute >zu bringen, nicht nutzen, so lange es die NPD auch nicht kann. > >"Wir brauchen einfach nur einen super vorbereiteten Referenten" löst das >Problem leider nicht, denn wer soll das bitte sein? Wir sind >Jugendliche, allesamt mit begrenzter Debattenerprobtheit (auch wenn der >ein oder andere im Rhetorikclub ist). Ich könnte euch jedenfalls nicht >garantieren, dass ich so überzeugend debattieren würde, dass keiner der >Zuhörer im Anschluss der NPD mehr zuneigen würde als vorher. Kann das >einer von euch behaupten? > >Es ist in meinen Augen wichtiger, den Rassisten das Wasser abzugraben >als unsere politische Meinung unters Volk zu bringen. Und eine >Podiumsdiskussion ist ein denkbar schlechtes Format dafür, weil dort die >meist schnelle, polemische und nicht die überlegte und mit Fakten >untermauerte Antwort gewinnt. > >Den Schulleiter einzuschalten oder dergleichen halte ich trotzdem für >völlig falsch. Die Schüler haben die Selbstverwaltungsmöglichkeiten, um >zu experimentieren und im Zweifel auch aus Fehlern zu lernen. Wir müssen >ihnen nur nicht dabei helfen, Fehler zu machen. > >Julia >-- > /"\ Junge Piraten aktive Mailingliste > \ / Globale Themen der Jungen Piraten > X > / \ http://lists.junge-piraten.de/listinfo/aktive -- /"\ Junge Piraten aktive Mailingliste \ / Globale Themen der Jungen Piraten X / \ http://lists.junge-piraten.de/listinfo/aktive
