Hallo René, hallo Eric, und alle!

Am Mittwoch, den 13.10.2010, 10:22 +0200 schrieb Rene Engelhard:
> 
> On Wed, Oct 13, 2010 at 08:09:48AM +0200, Eric Hoch wrote:
> > Dabei, so sieht es für mich aus, liegt eine gute Lösung auf der 
> > Hand. Wir orientieren uns an Red Hat/Fedora. Die Fundation kann ihr 
> > freies Office erstellen und darauf passierend plus eigene 
> > Ergänzungen bzw. dem Weglassen von experimentellen Funktionen oder 
> > solchen die nicht in die kommerzielle Strategie passen, wird daraus 
> > das fertige kommerzielle Produkt für Oracel, dass, aufgrund seiner 
> > Lizenz, halt auch frei heruntergeladen werde kann. 
> 
> Netter Vorschlag.
> Aber 1: alter Hut und allgemein bekannt, das sowas geht. 

Es gibt ziemlich viele alte Hüte, und die können manchmal ganz bequem
sein. In diesem Fall geht es weniger darum, dass es geht (wobei wir
vermutlich wenig Einblick haben wie "gut" es wirklich bei RedHat/Fedora
funktioniert), sondern welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit
ein solches Konzept erfolgreich sein kann.

Ich hatte dieses Jahr auf einer (Nicht-FLOSS-)Konferenz die Möglichkeit,
mit einer Person von Redhat ausführlich über die Zusammenarbeit mit der
Community zu sprechen. Und über die Probleme, die entstanden sind, als
RedHat z. B. kommerzielle Ergänzungen entwickelt und vermarktet hat.
Vereinfacht lässt es sich so sagen: Vollkommene Offenheit und
Transparenz sind auch bezüglich kommerzieller Verwertung wichtig -
andernfalls leidet auch die Zusammenarbeit mit der (Freiwilligen-)
Community. Es gab in diesen Fällen unheimlich viele Parallelen zu
unserem Projekt ...

Mein Einschätzung nach ist also die Organisationsform des Projekts bzw.
Vermarktungsform des Produkts nur ein kleiner Teil des gemeinsamen
Erfolgs. In jedem Fall geht es um Transparenz, Respekt, ... eben auch
zwischen einem Unternehmen (in Summe), der Mitarbeiter des Unternehmens
(das passt meist gut) und der Community außerhalb der beitragenden
Unternehmen.

Und hier setzt die Idee der Foundation an: Eine Organisationsform, die
aufgrund ihrer Struktur die erforderliche Transparenz schafft und
gleichzeitig von allen Beitragenden mitgestaltet werden kann (ob nun
frei oder nach dem Vorbild anderer erfolgreicher FLOSS-Projekte).

Und da ich die Frage erwarte (Michael, Eric, Johannes *g*) ... Ich habe
wahrgenommen, dass ihr Euch fragt, warum wir im vorliegenden Fall nicht
bereits vor Monaten/Jahren auf diese (aus unserer Sicht) Probleme
bezüglich Offenheit oder auch offen diskutierte Projektziele hingewiesen
haben? Warum haben wir nicht von unseren Erfahrungen berichtet?

Haben "wir" getan. Wir bedeutet diejenigen, die den ersten Schritt in
Richtung Foundation getan haben. Diejenigen, die ab und zu in Hamburg
sind, die Mitarbeiter auf Konferenzen oder Messen treffen, die Council-
Besprechungen "vor Ort" haben und auch vereinzelt mit dem oberen
Management Kontakt haben. Wir haben einzelne und strukturelle Probleme
angesprochen. Und Sun gleichzeitig in der schwierigen Übernahmezeit
unterstützt.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Mitarbeiter (hier auf dieser
Liste) ein offenes Ohr haben und ihr Möglichstes tun. (Randnotiz:
Deswegen finde ich manche Aussagen in diesem Thread schon fast
tragisch ... wir sollten Respekt davor haben, was unsere
"Sunnies"/"Oracle Guys" intern geleistet haben.) Es gab viele gute Ideen
und Ansätze, die jedoch - meine Beobachtung - kaum wirksam sind. Denn am
Ende muss das gesamte Unternehmen / die Führung dabei unterstützen, um
wirklich effektiv zu sein. Andernfalls bleibt es bei einigen sehr guten
persönlichen Kontakten ... der Großteil der Community bleibt dann meist
unbeteiligt. Leider.

Mehrere Council-Generationen haben diese Entwicklung beobachtet und -
trotz (vielleicht auch wegen *g*) - unserer Hinweise keine signifikanten
Verbesserungen erarbeiten können. Damit blieben noch zwei Möglichkeiten:
Mit der Situation leben oder sie verbessern. Das Letztgenannte werden
wir erst in einiger Zeit bewerten können.


Viele Grüße,
Christoph


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