Hallo!

Verzeiht den Langtext, aber die Entscheidung pro oder contra Adhoc sollte keine politische oder gefühlsmäßige sein - meine pragmatische Sicht dazu:

Am 2014-01-08 14:05, schrieb Adi Kriegisch:
...
5Ghz ist wohl eine andere Sache... Ich dachte, Du hast Dich da auf den
allgemeinen Trend bezogen, Client/Master auch im 2,4GHz-Band zu verwenden.
Außer am Brenner sehe auch ich als Verfechter von Master/Client auf stark beanspruchten Strecken, keinen Trend in diese Richtung. Adhoc hat seine Daseinsberechtigung, aber es kommt auf den Anwendungsfall an. Bedenke auch, dass Adhoc kein Standard im eigentlichen Sinn ist und daher Kompatibilitätsprobleme zwischen Herstellern immer noch an der Tagesordnung stehen. Insbesondere bei Hidden Stations, Noise oder einfach wenig verfügbaren Timeslots ist der zusätzliche Synchronisierungsaufwand bei Adhoc ungleich höher als beim Master-Client-Betrieb - bei Landmarks wie Brenner, FFH, Biss würde ich daher freilich nicht nur auf 5GHz (wo das Spektrum genutzt wird), sondern auch auf 2.4 GHz darauf verzichten wollen.

Hinzu kommt, dass von uns gewählten Frequenzen mit Ausnahme von Kanal 1 und 13 keineswegs überlappungsfrei sind, und dem von der RTR empfohlenen Kanalschema 1,5,9,13 für 802.11g nicht entsprechen. Bei reinem 802.11n und ac-Betrieb schaut es wieder ganz anders aus - da sind 2 Kanäle das höchste der Gefühle.

Wenn wir Adhoc-Mode, dort wo er sinnvoll ist, weiter verwenden wollen, wäre die Anpassung des Kanalschemas sicherlich vorteilhaft. Nach meiner Vorstellung könnte man beispielsweise die Kanäle 5 und 9 für Adhoc benützen und Master lediglich auf 1 und 13 betreiben. Sollte jemals die Verwendung des zweiten Zusatzkanals (40MHz-Betrieb) bei uns in Mode kommen, so würden sich bei Befolgung der Standards (nur funken, wenn der 2. Kanal frei ist), die wechselseitigen Beeinflussungen in Grenzen halten.

Dazu kommt, dass man den Adhoc-Modus durch geschickte Master/Client (VAP)-Kombinationen nachbilden kann, wobei die Effizienz deutlich höher ist: siehe: http://www.comsys.rwth-aachen.de/fileadmin/papers/2011/2011-wirtz-chants.pdf Dass für Details des Routings in unserem Netz noch Forschungsbedarf besteht, steht außer Frage. Dort, wo es sinnvoll ist, würde ich langfristig gerne solche Knoten anstelle der bisherigen Adhoc-Knoten sehen.

Weiteres hierzu bitte ich Dich auf discuss beizutragen, allenfällige Erkenntnisse Deinerseits kannst Du gerne in https://wiki.funkfeuer.at/wiki/Next_Generation_Nodes oder andernorts ergänzen!

Meiner Meinung nach sollten wir das jeweils geeignetste Verfahren für die jeweiligen Verhältnisse auswählen und nicht unbedingt die Fortführung einer über 10 Jahre alten Monokultur anstreben, die mittlerweile ein höheres Fehlerpotential entwickelt und auch im Falle eines Angriffs nur beschränkte Möglichkeiten der Abwehr böte.

LG
Erich

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