Hi, wie manche vielleicht schon mitbekommen haben, schreibe ich an einem neuen buch ueber das netzwerk commons. http://www.thenextlayer.org/NetworkCommons
Im Zuge dessen gab es gewisse meinungsverschiedenheiten mit Aaron Kaplan. Aaron wollte, dass ich auch ueber Funkfeuer schreibe. Ich habe das aber zunaechst abgelehnt, und zwar aus folgendem grund: um euch vor euch selbst zu schuetzen, indem ich euch nicht oeffentlich an den Pranger stelle, denn als beobachter von aussen haette ich wenig gutes ueber Funkfeuer zu sagen. Ich habe zwar noch vor ca einem Jahr einen Jubelartikel im Standard geschrieben, aber das war die propagandistische seite, aus alter freundschaft sozusagen. Ich habe mich jetzt ca ein jahr lang mit Guifi.net und Freifunk beschaeftigt. Im Vergleich dazu schneidet Funkfeuer einfach sehr schlecht ab. Ich moechte mal in geordneter Form meine Kritikpunkte vorbringen. das soll bitte nicht als boese Titschlagargumente verstanden werden, sondern im gegenteil, als Versuch evtl eines besseren belert zu werden. Mein Eindruck ist, dass FF eine extrem nach innen gekehrte Community ist, die ausser mit sich sekbst nicht kommuniziert. Man fuehlt sich zwar bestimmten erten verpflichtet, auf der Website wird z.B. das Pico Peering Agreement zitiert, aber das Pico Peering Agreement sagt eigentlich kaum etwas aus. Ich weiss das, denn ich habe es mitverfasst. Es scheint also, dass es in Wien und einigen anderen Orten ein drahtloses Netzwerk gibt, das auch Mesht. Das ist sicherlich ein schoenes Hobby fuer ein paar Technikfans, aber darueber hinaus bezweifle ich dass es irgendeinen Wert fuer die Gesellschaft hat. Funkfeuer funkt also selbstgenuegsam ueber den Daechern wiens vor sich hin. Es gibt keine oeffentlichen Hotspots, es gibt keine wie auch immer geartete Kommunikation mit Mernschen ausserhalb des eigenen Netzes. Niemand der nicht ohnehin schon Internet hat, erhalet durch FF Internet, wenn ich nicht irre (bitte belehrt mich). Es erfuellt also auch nicht die FUnktion, die Digital Divide zu schließen. Nach dem gesagten erfuellt FF nicht die Kriterien eines Freien Netzes. Im Gegenteil, es ist ein extrem geschlossenes Netz. Um diesem Netz beizutreten, muss man einem Verein beitreten. Es steht zwar auf der Wrbsite dass es nicht bedingung ist, aber die gesamte Struktur ist extrem zentralisiert und laeuft ueber den Verein. Man muss auch zum Verein um eine IP NUmmer betteln gehen, wenn man mitmachen will. Das sind zentralistische Strukturen und genau das, was z.B. Consume, London, vermeiden wollte. FF kann man vielleicht als Commons bezeichnen, als Netzwerkallmende, allerdings ist es eine geschlossene Allmende. Fuer die Beteiligung sind hohe Huerden zu ueberwinden, auch menshcliche Huerden. Ich war mal im ML bei einem eurer regelmäßigen Treffen, da waren eigentlich nur ein paar alte Maenner, die sich im breitesten Wiener Mundl Dialekt ueber Antennenmontage unterhalten habe. Man hat mich eine halbe Stunde komplett ignoriert, dnan bin ich wieder gegangen. Das ist zugegebenermassen schon eine WEile her, aber ich kann mir denken, dass es heute noch genauso ist. Aehnliches habe ich auch schon von anderen gehoert. Wenn ich eure Website genau studiere dann komme ich zu dem Ergebnis, dass ich um teilnehmen zu koennen mir einen wlanrouter kaufen und darauf FF Backfire installieren muss. Ausserdem muss ich eine genehemigungb fuer einen antennenstandort am hausdach einholen und mit einem Lankabel da hinauf kommen. Das sind alles zimeliche technische huerden so dass wohl nur sehr technik-affine menschen mitmachen. Apropos Website: Die Hauptwebsite scheint seit 10 Jahren gleich geblieben zu sein. Die INformationen sind in Keiner weise irgendwie ansprechend aufbereitet. Guifi und Freifunk zeichnen sich dadurch aus, dass sie moderne gut gemachte websites haben, die es leuten irklich schmackhaft machen sich zu beteiligen. Beide, Guifi und Freinfuk, kommunizieren auf vielfältigste Weise mit der Oeffentlichkeit. Sie bauen nicht nur freie netze, sondern sind auch anwaelte einer freien Netzkommunikation. Diesen Punkt finde ich heute beinahe noch wichtiger, der Oeffentlichkeit den Unterschied zwischen kommerziellen und freien netzen zu erklaeren. FF gibt sich da keine besondere muehe. Man ist scheints sehr von sich selbst eingenommen, ueberzeugt "wir sind die guten". Guifi und Freifunk sindn anwaelte der freien kommunikation und setzen sich fuer demokratische grundrechte ein. sie bauen eben nicht einfach nur ein netz fuer sich selber sondern kommunizieren das recht auf einen guten netzzugang fuer alle. davon ist bei ff wenig zu erkennen. Insofern ist es auch kein wunder, dass freifunk und guifi extrem dynamisch wachsen - mit allen damit verbundenen problemen - waehrend FF meines Ein drucks nach seit Jahren ungefaehr auf den selben Zahlen herumduempelt, etwas ueber hundert in wien, ein paar dutzen in Graz und ein paar vesrtreute am Land. Wiederum, belehrt mich eines besseren, wenn das nicht stimmt. Der Punkt aber ist, dass ich das bei Guif und Freifunk sehr genau sehen kann. Guifi hat eine extrem gute Karte und auch die knoten als liste. ich kann sehr transparent sehen, welche knoten tatswechlich im betrieb sind, welche geplant, welche im aufbau. Auf eurer Karte habe ich ein paar rote schwarze und graue punkte und nichtmal eine agenda die ir sagt, was diese bedeuten. auch sehe ich nur einzelne punkte und keine verbindungen. dabei gehtes bei einem netz doch um verbindungen, oder? es steht dann, man muss sich einloggen, eine bessere karte zu bekommen. aha. also wieder diese geschlossenen community sache. Ich koennte noch weiter machen aber ich glaube es reicht. aaron, soll ich das wirklich alles auf Englisch schreiben und als Unterkapitel in mein BUch geben? Oder ist es nicht vielleicht besser ihr macht weiter euer technisch sicher sehr superes netz, ihr ignoriert die welt und die welt ignoriert euch, wie es bisher auch schon der fall war? Gruss Armin -- Discuss mailing list [email protected] https://lists.funkfeuer.at/mailman/listinfo/discuss
