Hallo quertfisch,
Leider muss ich beim Lesen deiner Zukunftsvision an SQL denken.
Eine leicht verständlich, an die Alltagssprache angelehnte
Skriptsprache die es jedem BWLer (auch solchen ohne
Programmierverständnis) ganz einfach erlaubt beliebige Datenbanken
auszuwerten.
SQL hat es bis heute sicher nicht geschafft seiner Vision gerecht zu
werden. Und dieses Schicksal ist wahrscheinlich unausweichlich, wenn das
Ausgangsproblem schlicht und ergreifend komplex ist.
Tatsächlich ist der einzige Ausweg den ich sehe KI. Zumindest im SQL
Beispiel funktioniert das überraschend gut.
Das liegt natürlich zum Teil daran das einzelne SQL Statements relativ
kurz sind, und es nicht so auffällt, dass aktuelle KI ständig vergisst,
was der Kontext ist.
Zum anderen ist der Kontext eines Tastaturlayout-Tools viel präziser
definierbar als der Inhalt von beliebigen Datenbanken.
Wenn wir an den Punkt kommen "scheib eine config für TOOLX die ...",
dann "teste diese config mit TOOLXTesttool und verbessere alle
Fehlfunktionen" , "loop"
Dann klingt das für mich immer noch nach Zukunftsmusik :)
bye
Gerhard
------ Originalnachricht ------
Von "qwertfisch" <[email protected]>
An "Neo-Layout" <[email protected]>
Datum 28.08.2025 20:46:25
Betreff [Neo] Keymechs: eine generische Variante von Reneo
Hallo zusammen,
bei den ganzen Mails und interessanten Vorschlägen und Erweiterungen des
Neo-Layouts habe ich bemerkt, dass ein gewisser Bedarf besteht, ein
Software-Tastaturlayout möglichst einfach konfigurieren zu können, ohne auf
Programmierkenntnisse zurückzugreifen. Selbst wenn man manches programmieren
kann, heißt es nicht, dass es einfach ist, noch dass schnelle Anpassungen zum
Experimentieren drin sind.
Für Windows-Nutzer ist Reneo ein ziemlich gutes Tool. Es hat die Handhabung der
Neo-Ebenen und ihrer Umschalttasten in sich einkodiert und stellt dazu eine
JSON-Schnittstelle bereit, um mit Layouts der Neo-Familie zu spielen oder
eigene Variationen schnell und dauerhaft konfigurieren zu können. Das ist sehr
praktisch, aber bin bei meinen Ideen bereits auf Features gestoßen, die damit
nicht realisierbar sind, die wiederum weitere Spezialfälle im Reneo-Code
erfordern. Das ist nicht wirklich nachhaltig noch besonders schnell oder
motivierend.
Daher möchte ich hier kurz ein bisschen vorfühlen und weitere Ideen sammeln für
eine generische Variante von Reneo, die ich Keymechs nenne. Ich trage dieses
Projekt seit über zwei Jahren mit mir herum und hatte Anfang 2023 auch eine
erste lauffähige Rohversion (jedoch nicht konfigurierbar). Dann kam das Leben
dazwischen und die Idee verflog ein wenig. Durch die ganzen Mails hier habe ich
mich entschieden, sie wieder aufleben zu lassen und weiß nun auch, dass der
Ansatz nicht über die Implementierung, sondern über die Konfiguration erfolgen
sollte.
Die Ziele von Keymechs sind:
• wie Reneo ein Programm im Usermode, dass die eingehenden getippten Tasten
interpretiert und gemäß der aktuellen Layoutkonfiguration „umbaut“, sodass das
gewünschte Zeichen / Taste / Funktion herauskommt.
• unabhängig vom tatsächlich aktiven Tastaturlayout
• generische Definition von Ebenen, nicht nur auf die Neo-Familie beschränkt
• Ermöglichen verschiedener Verhaltensweisen, darunter auch Mod-Tap
• einfachere Konfiguration als bisher (JSON ist nicht dafür gemacht)
• anpassbar an unterschiedliche Hardware-Layouts (nicht nur ISO/ANSI)
An Reneo finde ich einiges gut, das ich gerne auch übernehmen würde:
• Einlesen und Verwenden von Compose Combinations
• Bildschirmtastatur (hier ggf. auch mit Darstellung von CoCos)
• Konfiguration für Laien
Wenn man sich den Reneo-Code durchschaut (und versteht), wird man einige
gewachsene Strukturen entdecken. Vieles ist aus Neo einfach hartkodiert drin,
so dass es umso schwieriger ist, mit den Layer-Umschalttasten andere Dinge zu
erreichen, oder andere/weitere Layer zu definieren. Manches geht, aber ist dann
auch wieder explizit einkodiert worden. Auch der Einhandmodus, der eine ganz
spezielle Mod-Tap-Konfiguration verwendet, ist manuell drin im Code. Dies führt
zu einer schlechten Erweiterbarkeit und ist wie oben beschrieben der Grund,
dass ich hier nochmal neu ansetzen möchte, um all diese Sache konfigurierbar zu
machen, was entsprechend auch mehr Einstellmöglichkeiten braucht.
Ich möchte mich in der Funktionsweise grob an dem orientieren, was ZMK für
programmierbare Tastaturen bietet, die sogenannten Behaviors:
https://zmk.dev/docs/keymaps/behaviors
Dies soll nicht (unbedingt) die Syntax zur Konfiguration sein. ZMK setzt an
einer ganz anderen Stelle an als Reneo, weswegen die Optionen von ZMK hier
weder komplett möglich noch sinnvoll in dieser Form sind. Doch die Behaviors
finde ich sehr nützlich und reichen (fast) aus, um mindestens Neo damit
generisch zu definieren.
Was die Implementierung von Keymechs angeht, habe ich bereits ein
funktionierendes Konzept erstellt. Ich würde das zwar nochmal überarbeiten (ist
zwei Jahre her), aber vom Prinzip her klappt es. Die Konfiguration ist dagegen
das, was mir Schwierigkeiten bereitet. Ich hätte gerne eine „sprechende“,
direkt verständliche Konfiguration, ohne viel Klimbim und unnötige Optionen.
Eine die man erstmal so runterschreiben kann und die visuell auf einen Blick
zeigt, wie eine Ebene ausschaut. Mal ein Beispiel mit 6x3 Tasten:
[Mod3]
… _ [ ] ^ !
\ / { } * ?
# $ | ~ ` +
Dazu kommen noch die Optionen für die Verhaltensweisen von Tasten, um die
Ebenenumschaltung zu steuern, Locks festzulegen usw. Die machen die Darstellung
natürlich länger, aber aus meiner Sicht besteht keine Notwendigkeit für elendig
hässliche Strukturen wie bei JSON.
Ich habe ein paar Ideen für das Konfigurationsformat, welche ich aber in einer
weiteren Mail schreibe (die hier ist bereits zu lang).
So wie ich das in den letzten Wochen gelesen habe, besteht vermehrt Bedarf. Ich
würd’s halt auch erstmal nur für Windows entwickeln, halte mir aber eine
Umsetzung desselben Prinzips für Linux offen (Mac ist eine andere Geschichte).
Ich weiß auch um bestehende Tools wie bspw. ZMK (keyboard firmware), KMonad,
Kanata, keyd (nur Linux) oder keymapper (arbeitet auf Tasten statt Ebenen), die
alle die eine oder andere Sache umsetzen, teils sehr feature-reich sind. Ich
habe mir viele davon angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie
entweder nicht geeignet sind, nicht für Windows erhältlich, oder meistens viel
zu umständlich in der Konfiguration daherkommen. Mächtig, ja, aber wenn ich
quasi Lisp programmieren muss, um mein Tastaturlayout zu bekommen, dann wünsche
ich mir lieber eine kompaktere und intutiv verständliche Sprache genau für
diesen Zweck.
Ich würd’s halt gerne probieren und dabei vor allem für mich lernen, eine
Konfigurationsdatei einer selbstdefinierten Sprache (DSL) zu parsen. Ich freue
mich über jegliche Anregung, Kritik, Hinweise.
qwertfisch
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