Hallo Freifunker aus Hannover!

Wir sind kurz davor, nicht nur in das Internet von gestern (IPv4), sondern auch 
in das Internet von heute (IPv6) einzutreten. (Übrigens sogar noch vor dem 
Institut für Kommunikationstechnik, das eine Vorlesung zum Thema „Future 
Internet“ anbietet.) Bisher haben wir nämlich nur s.g. ULA-Adressen im Block 
fdca:ffee:8::/64 verteilt, die nur FFH-intern erreichbar sind und somit keine 
Kommunikation mit dem Internet erlauben. Das wird sich in Kürze ändern! \o/

Daher möchte ich gerne eure Meinungen hören zum Thema:
Wie gehen wir mit eingehenden Verbindungen um?

Bisher ist es so, dass wir technisch bedingt nicht aus dem Internet erreichbar 
sind. Es funktioniert alles nur in der Richtung FFH -> Internet, da sich alle 
Nutzer sehr wenige öffentliche IPv4-Adressen teilen müssen. Das merkt man 
daran, dass die Statusseiten der Freifunk-Router nur intern erreichbar sind. 
Diese technische Hürde gibt es bei IPv6 nicht mehr: Unser Adressraum ist so 
unvorstellbar groß, dass jeder eine öffentliche IP-Adresse erhalten wird und 
sie sich mit niemanden teilen muss. Das ermöglicht, dass die Geräte im 
Freifunk-Netz auch von außen erreichbar sind.

Verhindern kann man das mit einer Firewall, die entweder auf dem Gerät selber 
betrieben wird oder auf dem Gateway, durch das wir unsere Verbindung ins 
Internet erlangen. Die zweite Lösung schützt Nutzer, die sich nicht ihr System 
verkonfiguriert haben (alle aktuellen Betriebssysteme haben standardmäßig eine 
Firewall aktiv), jedoch stört es Nutzer, die genau diese Konnektivität haben 
möchten.

Was denkt ihr? Ich sehe folgende Optionen:
- Keine Firewall auf dem Gateway betreiben und somit alles standardmäßig 
erreichbar machen? Das hat den Vorteil, dass das Netz vollkommen transparent 
ist und es dem Nutzer überlassen bleibt, ob er Dienste nach außen anbietet. 
Freifunk Darmstadt und Freifunk Essen betreiben bspw. ihre Netze so.
- Firewalling auf dem Gateway. Das verhindert, dass Nutzer selbst wenn sie 
wollen nicht aus dem Internet erreichbar sind. Ggf. kann man ein Whitelisting 
einführen. Aber auch das ist eher fragwürdig umsetzbar, da wir schwer 
überprüfen können, ob ein anfragender Nutzer wirklich aktueller Inhaber der 
freizuschaltenden IP ist.

Ich persönlich tendiere zur Möglichkeit 1, da Freifunk bereits jetzt mit seinen 
bis zu 2000 gleichzeitigen Nutzern kein „geschützter Raum“ ist. Ich finde es 
sexy, einen Server einfach so im FFH betreiben zu können, der ohne Blockaden 
aus dem Internet erreichbar ist.

Viele Grüße
Jürgen
-- 
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