Am 17.06.1999 schrieb Ines Luther :
> ich w�rde folgenderma�en anfangen:
> GWP
Liebe Ines,
bezueglich GWP muss ich Dich leider enttaeuschen, Von GWP
weiss ich aus sicherer Quelle, dass sie NUR Projekte aus
der eigenen "Werkstatt" - Verlagsgruppe Handelsbaltt -
vermarkten.
Desweiteren, diese Info stammt von Gruner + Jahr ganz oben,
kaufen Werbetreibende mittlerweile regelmaessig nur Riesen-
posten aus einem bestimmten Umfeld. Die nicht einmal FIREBALL
alleine bringt sondern nur im Rahmen des G+J Gesamtangebots,
welches EMS vermarktet. Doubleclick Germany veruscht derzeit
offensichtlich, ein deutsches "Financial NetWork" zusammenzu-
bauen, denn nur Special Interest Umfelder bringen es.
Aus dem eigenen Bekanntenkreis: ein Online-Bekannter,
mit dem ich ziemlich guten Kontakt habe, betreibt eine
recht populaere Website und einen ebenso populaeren
Newsletter. Die Site bringt ueber 150.000 PIs und der
Newsletter hat ueber 10.000 Subscriber (2x monatlich).
Der Betreiber dieser Angebote hat nach einem Jahr noch
keinen Vermarkter gefunden, der halbwegs interessant
waere. Eine weitere Site, die kurz vor 1 Mio bringt aber
halt eine sehr allgemeine Zielgruppe - eigentlich keine -
hat, findet auch seit laengerer Zeit keinen Vermarkter.
Zusammenfassend laesst sich sagen, dass man nehmen sollte,
was man bekommen kann. Adam Boettiger: "It did work out
once the cheque is in the bank".
Wesentlich sinnvoller ist es, Deals auf Gegenseitigkeit aus-
zuhandeln, von denen beide Seiten etwas haben. Sei es, dass
man Banner tauscht, Content Syndication betreibt, d. h.
Inhalte (aus)tauscht oder was auch immer. Das funktioniert!
Zu glauben, dass die Werbeindustrie viel Kohle zum Umverteilen
hat und Sites, die "nur" ein paar PageImpressions haben,
deshalb die Bude einrennt, ist einfach naiv.
Was vielleicht noch funktioniert ist, kostenlosen Werbeplatz
zum Testen anzubieten. Vielleicht kann man so Werbekunden
ueberzeugen, auch einmal gegen Geld zu buchen.
Ferner:
Wenn ich mit http://www.adguide.de jemals darauf gesetzt
haette, dass sich das Angebot durch Werbung finanziert, haette
ich nach sechs Wochen wieder schliessen koennen. Es ist primaer
etwas ganz anderes, naemlich eine Demo fuer einen ganz
bestimmten Service, den ich anbiete.
Sponsoren (richtige Sponsoren, keine Werbekunden!) sind sowohl
Horizont.NET als auch RP-Online. Die zwar kein Geld ueberweisen
aber das Projekt in anderer Hinsicht unterstuetzen, was mindestens
genauso viel wert ist, wie Geld, wenn nicht viel mehr.
Man sollte bei der Planung einer Site, die sich durch Werbeein-
nahmen finanzieren soll immer beruecksichtigen, dass die Site
wie alle Sites bei 0 PIs anfaengt. Und bis sich interessante
Zahlen etabliert haben, dauert es fast ein Jahr. Fuer diese
Zeit sollte man die Finanzierung vorab bereits gesichert haben.
Ebenso wie die Finanzierung der notwendigen Promotion.
Warum sollte der Start eines Online-Geschaefts eigentlich
irgendwie anders funktionieren wie der eines Business im Real
Life? Wieso kommen Leute auf solche Ideen?
Oder glauben solchen Humbug, das es reicht, ein Shopping
System fuer DM 119,50/Monat ins Net zu stellen und dann rolle die
Kohle schubkarrenweise an? Solche Versprechungen findet man
immer wieder in Mengen als bunten Prospekt in irgendwelchen
Massenblaettern, doch eigentlich gehoeren sie eher als Anzzeige
in "Die Woche", "Das Goldene Blatt" oder andere Yellow Press
Blaetter.
Herzliche Gruesse
Klaus Arnhold
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