Hallo Gerlind, hallo Liste,
bitte die versp�tete Antwort (und m�gliche Redundanzen) zu
entschuldigen. Bin z.Zt. noch "Digestist".

Gerlind schrieb:
>Eine - mal zu diskutierende  - Aussage von ihm 
>war, ob es uns - wenn wir
>von VCs reden - wirklich um  v i r t u e l l e  
>Gemeinschaften geht. 

Diese Frage habe ich mir neulich im Rahmen einer Hausarbeit zum Thema
auch gestellt. Ich habe mich dann aus pragmatischen Gr�nden (98% der
Literatur nennen es so, Begriffskritik und Gegenvorschlag fri�t ohnehin
schon zu knappe Zeit) dann erstmal daf�r entschieden den Begriff zu
verwenden und die Fragestellung zu vertagen. 
Inzwischen bin ich mir allerdings ziemlich sicher, dass der Begriff
falsch ist, denn das bindende (und damit meiner Meinung entscheidende)
Element einer "V"C ist nicht mehr oder weniger virtuell (=>abh�ngig
davon was man unter virtuell versteht) als viele andere heutige
Gemeinschaften in der Offline-Welt auch.

Ich habe die Vermutung, da� Rheingold bei seiner "Erfindung" des
Begriffs eine allzusehr von r�umlichen Metaphern gepr�gte Vorstellung
von sozialen Gruppierungen im Netz angesetzt hatte. Damals war ja z.B.
auch "globales Dorf" ein ziemlich heiss gekochter Begriff. 
Wenn man diese Sichtweise in Zusammenhang mit dem klassischen,
raumbezogenen Gemeinschaftsverst�ndnisses von Toennies (G. als
vorindustrielle d�rfliche Nachbarschaftsidylle) bringt, kann man relativ
schnell dazu kommen, Gemeinschaften im virtuellen Raum als Virtuelle
Gemeinschaften zu bezeichnen.
Da aber heutzutage r�umliche N�he sicherlich unbestritten keine
Bedingung f�r Gemeinschaften mehr ist, funktioniert diese Argumentation
�ber den Umweg Virtueller Raum nicht mehr und die Richtigkeit des
Begriffs ist fraglich. So sehe ich das zumindest...
Gibt es Soziologen in imafdi? Was meint Ihr dazu?

>Seine Idee war, da=DF man also eher von 
>"vernetzten Gemeinschaften" bzw.
>"realen Gemeinschaften im virtuellen Raum" 
>sprechen m=FC=DFte.
Aus o.g. Grund w�rde "reale Gemeinschaften im virtuellen Raum" es zwar
m.E. ganz gut treffen, aber das klingt nat�rlich verdammt unsexy und
wird es deshalb vermutlich nie auf die Messe-Panels und in die
"Tomorrows" dieser Welt machen...

Es w�re bestimmt auch interessant, die Begr�ndung f�r Joachim H�flichs
Begriffswahl "Elektronische Gemeinschaften" zu kennen. Ich mu�te sein
Buch (Technisch Vermittelte Interpersonale Kommunikation", Westdeutscher
Verlag, 1996) leider ungelesen zur�ckgeben. Vielleicht hat es ja jemand
von euch bearbeitet.

viele Gr��e
arne

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