Hallo Alle,
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Subject: Re: Re[2]: [IMAFDI] Zukunftsprognose (war:Marketingkommunika
Author: "Andreas Frenko" <[EMAIL PROTECTED]> at Internet
Date: 24.06.99 20:27
Die in dieser Diskussion von Klaus, Simon und auch von
Dir (s.u.), immer wieder vorgebrachte Entgegnung, es sei
historisch schon immer so gewesen, dass manche technische
Visionen laenger bis zur Akzeptanz brauchten, geht m.E. am
Kern vorbei.
Denn eine technische Neuerung setzt sich NIEMALS durch,
wenn kein Bedarf dafuer besteht, bzw. kein Nutzen darin ge-
sehen wird. Man muss wahrlich kein Prophet sein, um dies bei
vielen der aktuellen Hype-Produkte zu erkennen.
Da kann ich dir leider nur teilweise zustimmen. Mit hype-produkten
hast du recht. was nur cool ist, aber keinen echten Nutzen zeigt,
fliegt raus. Welcher 16 j�hrige l�uft heute noch mit einem scall rum,
wenn er dann eine Telefonzelle suchen muss. er holt sich doch lieber
gleich ein handy (themenirrelevanter Seitenhieb)
Der Nutzen kann auch situativ bedingt sein, und erst mit einer
ver�nderten Umwelt entstehen. beliebter Vergleich ist hier das Auto,
was eine Strase ben�tigt und Raffinerien. Zur Zeit der Erfindung
bestand einfach kein allgemeiner Bedarf nach der �berbr�ckung gro�er
Distanzen. Deshalb auch die langsame entwicklung.
Um auf mein Argument mir dem Preis zur�ckzukommen. Es gibt durchaus so
etwas wie ein Preis-Leistungsverh�ltnis, und auch ein Nutzen wird
gegen�ber seinen Opportunit�tskosten bewertet werden.
> Handys sollen deshalb ein Beispiel daf�r sein, dass
> entgegen Andreas Meinung, bislang unbekannte Bed�rfnisse durch
> technologische Entwicklung geweckt werden k�nnen.
Wie bitte?
Sag bloss, Du siehst Telefonieren mit einem Mobiltelefon
als "unbekanntes Beduerfnis" an?! Das Gegenteil ist der
Fall, das Handy traf EXAKT das Beduerfnis der breiten Masse,
naemlich zu kommunizieren, nur eben ortsungebunden.
Wenn wirkliches Verlangen nach jederzeitiger Erreichbarkeit bestanden
haette, dann gab es auch fr�her schon Funktelefone und CB-Funkanlagen.
Nur die waren etwas __gr��er__ (Ergonomie) und __teurer__ !
Pers�nlich (also nicht wissenschaftlich untermauert) **glaube** ich,
dass das Verlangen nach ortsungebundener Kommunikation mit nicht
pr�senten Partnern in dieser Masse ein neues Ph�nomen ist. Wie ich
anf�hrte, aus gesch�ftlichen Gr�nden ein Handy zu besitzen macht Sinn.
Aber nur um belangloses Bla-Bla privat loszuwerden, anstatt mit
jemandem live zu reden, das kann doch nicht "Beduerfnis der breiten
Masse" sein.
Um es �berspitzt auszudr�cken: "Wie ist sonst zu erkl�ren, dass immer
mehr Leute ihr Handy ausschalten und die Handyfreien Zonen zunehmen.
Sind das die Gest�rten oder ist es die Avantgarde ?"
Das Handy ist ein perfektes Beispiel fuer eine technische
Neuerung, die sofort auf ein (latent vorhandenes) Beduerfnis
stoesst und deshalb sehr schnell sehr erfolgreich wird. Was
bei den aktuellen Hype-Produkten ("webtaugliches Multi-
funktionshandy mit holografischem Display und Sprachein- gabe
mit integrierter Mikrowelle und Kuehlschrank") nicht der Fall
ist.
Das ding brauchen wir eigentlich gar nicht, da es ja bereits
Telefonservices mit Sprachausgabe von Emails gibt, die k�nnen bestimmt
auch Webseiten vorlesen. Sinnvoll waere meiner Meinung nach, wenn das
Handy entsprechend starke Widerst�nde eingebaut bekame, dass es auch
als Taschenw�rmer dienen kann. Die K�hlschrankidee macht nur Sinn als
K�hlagregat f�r Bier, ansonsten ist es doch viel zu klein.
Nun den letzen Abschnitt nicht so ernst nehmen, sonst gibt es hier
wieder Diskussionen ob sich Alkohol und Computer vertragen, aber
trotzdem allen ein sch�nes Wochenende bei Sonne am Kiessee,
Paul
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