Moin Liste,
Sebastian Niehaus <[EMAIL PROTECTED]> writes:
>>> Offenbar stelle ich mich zu blöd an, IPv6 über PPP zu betreiben. Titan
>>> Networks stellt mir einen IPv6-only Zugang bereit (deshalb ist die
>>> pppd-Option "noip" gesetzt)
Als erstes setze mal "noccp" --- mindestens bei Solaris gibt es da
Probleme, und sowohl Solaris als auch Debian benutzen die
PPP-Implementierung von Paul Mackerras. Weisst Du, was auf der
Gegenseite für eine PPP-Implementierung läuft?
Als zweites ist ein "ping -I ppp0 ff02::1" extrem hilfreich, um zu
sehen, ob da überhaupt irgendwas über die Leitung geht.
Wenn das geht, versuch als nächstes ein Ping auf ff02::2, um zu sehen,
ob die Gegenseite als Router ansprechbar ist.
> | cat /etc/ppp/peers/dsl-titan
> | ------------------ cut -----------------
> | [...]
> |
> | persist
Das hat in meiner Testumgebung (VMware mit "virtuellen Nullmodems")
nicht funktioniert. Nach der ersten Verbindung wird ein Fehler von
tcsetattr geloggt. Deshalb die Frage: Läuft der pppd noch? (Ich
starte seitdem das ganze per inittab-Eintrag.)
> | cat /etc/network/interfaces
> | ------------- cut ---------------------------------------
> | auto eth0
> | iface eth0 inet static
> | address 192.168.16.1
> | netmask 255.255.240.0
> | broadcast 192.168.16.255
> | up ip addr add 2001:4b88:1060::2/48 dev eth0
> | down ip addr del 2001:4b88:1060::2/48 dev eth0
> | -----------------------------------------------------------
> | [...]
>
> Die Konfigurieren mit "ip addr add 2001:4b88:1060::2/48 dev eth0" Ich
> verstehe einfach nicht, wie ich damit Konnektivität herstellt aber ich
> habe von alledem auch (noch) zu wenig Ahnung.
Das hat vermutlich so seine Richtigkeit, auch wenn die IPv4-Adressen
unnötig sein sollten.
Die Sache ist im wesentlichen so: PPP baut nur die Verbindung und
dazugehörige LL-Adressen auf. Wenn Du geroutete Adressen auf den
Interfaces haben willst, musst Du die z.B. per /etc/ppp/ipv6-up selbst
einrichten. Das ist aber eigentlich nicht nötig, wenn Du
Interface-Routen benutzt, also z.B.
# ip -6 route add default dev ppp0 # (ungetestet...)
Damit Dein Router Sachen rausschicken kann, braucht er aber auf einem
seiner Interfaces (nicht unbedingt ppp<n>) eine geroutete Adresse.
Die richtet die Konfiguration hier ein, wobei die up/down-Statements
in /etc/network/interfaces so eigentlich nicht gedacht sind. Versuch
mal, mit
auto eth0
iface eth0 inet6 static
address 2001:db8:abcd:1::1
netmask 64
das ganze einzurichten. Die netmask-Zeile nicht vergessen, sonst gibt
es eine ausgesprochen wenig hilfreiche Fehlermeldung...
> Achso, wenn es beim Debugging hilft: "ping6 www.space.net" ergibt:
>
> ,----
> | [EMAIL PROTECTED]:/home/niehaus# tcpdump -i ppp0
> | tcpdump: WARNING: ppp0: no IPv4 address assigned
> | tcpdump: verbose output suppressed, use -v or -vv for full protocol decode
> | listening on ppp0, link-type LINUX_SLL (Linux cooked), capture size 96 bytes
> | 00:38:46.566412 fe80::81ef:4408:7245:c3ba > www.Space.Net: icmp6: echo
> request seq 46
> | 00:38:46.811617 [|ip6]
>
> [...]
>
> Ich würde daraus lesen, daß das Ping immerhin über das korrekte
> Interface rausläuft. Andererseits taugt fe80::81ef:4408:7245:c3ba wohl
> auch weniger als "Absender", sodaß das Paket möglicherweise nicht
> "zurückfindet". How comes?
Dafür gibt es prinzipiell zwei Erklärungen: Entweder Du hast auf
keinem Interface des Routers eine geroutete Adresse konfiguriert
(sieht nicht so aus) oder Deine Kiste implementiert RFC 3484 (Source
Address Selection) nicht richtig, was ich aber bei Linux noch nicht
beobachtet habe. Ich hab's gerade mal nachgetestet, bei einem
Standard-2.6.8er Kernel scheint es so ein Problem nicht zu geben.
Noch etwas dabei: Vor zwei Wochen hatte ich in einer Schulung einen
Gentoo-User sitzen, der mit dem 2.6.15er Kernel riesige Probleme
hatte. Welche Kernelversion benutzt du?
> [ifconfig/ip addr sieht gut aus]
> Hat jemand noch Ideen?
Was sagt "ip -6 route show"?
Viele Grüße,
Benedikt
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Benedikt Stockebrand, Dipl.-Inform. Freelance IT System Architect
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