Hey,
Am 13.08.2013 22:36, schrieb C-Lia:
> Hey,
> 
> es gab vor kurzem Kritik an dem Finanzplan, dass die Antifakon insgesamt zu 
> teuer
> sei und, da es nur eine Bildungsveranstaltung sei, sie zu groß angelegt wäre, 
> das
> Format so wie es geplant ist halt nicht gefällt. (Vielleicht mögen die
Menschen
> dazu ja auch noch was schreiben, sie können das bestimmt besser
begründen als ich
> ;) )
> 

Ich versuchs mal zu erläutern, was mir an der Sache nicht gefällt.

> Da der Vertrag mit der Jugendherberge am 15.08. unterschrieben oder eben
> ausgeschlagen werden muss, würde ich euch bitten, zu kommentieren wie
ihr das
> seht und ob die Antifakon so stattfinden soll oder nicht.
>

Formal ist der Vertrag, der vorliegt, auf dich ausgestellt.
Unterschreiben können aber aktuell nur Claudia, Prauscher und Ich (und
reintheoretisch auch noch Paul). Steht so im VR. D.h. du bräuchtest imho
eh einen neuen Vertrag. Zudem ist mir aufgefallen, dass der Vertrag wohl
schon zum 10. August dort hätte sein sollen. Zumindest der, der im
vPanel vorliegt.

> Dazu hier der bisherige Finanzierungsplan:
> https://antraege.junge-piraten.de/antrag/antrag/121
> 

Die Kritik betriff nich nur die Finanzierung, sondern auch den
Zeitpunkt. Der Termin kollidiert u.a. mit dem LPT Hessen.
Zudem gibt es keinen Grund das so zeitnah reinzupressen, zumindest sehe
ich keinen.

Mit etwas mehr Planungsspielraum und einer eventuellen Verschiebung nach
hinten mit langfristiger Planung haben wir mehr Optionen. Und wir können
dafür sorgen, dass da erstmal kein so doofer Terminkonflikt ist.

> Wir haben das Format so gewählt, weil die Veranstaltung in einer JH zu einem
> runden Programm führt, an dem sich die Teilnehmer*innen tatsächlich
komplett auf
> das gewählte Thema konzentrieren können.
> Es sind zwei Räume für zwei Tage mit 50 € pro Raum und Tag, was vollkommen
> durchschnittliche Preise für Raummiete sind. Auch bspw. Saalbau ist da
nicht
> wesentlich günstiger.
> 

Das ist soweit auch eher unproblematisch, unter 50/€ pro Raum und Tag
ist meist nicht drin. Vor allem nichtm wenn der Raum auch wirklich eine
Veranstaltung ermöglichen soll.

> Ich möchte es als Mitorganisatorin nicht verantworten die Teilnehmer*innen von
> Mittags bis Abends dazuhaben ohne Essen anzubieten, gerade weil das
Programm
> recht voll sein wird und so kaum Zeit für "außerplanmäßige" Pausen bleibt.
>

5,70 € pro Mahlzeit ist teuer.

> Die Teilnehmer*innenpreise sind deutlich niedriger als das was wir
tatsächlich
> für sie ausgeben und ich finde sie sehr ok.
>

31,80 € pro Übernachtung inkl. Frühstück ist teuer. Für Vollpension
kommen dann ja nochmal 11,40 € drauf => 43,20 € p.P. Übernachtungskosten.

> Der Sozialtopf ist von uns eingeplant, weil wir ihn für richtig und wichtig
> halten.
>

230€ sind dafür imho sehr knapp bemessen.

Zudem ist keine Anreise für Freitag vorgesehen, die das ganze noch
teurer machen würde. Aber aus vielen Regionen Deutschlands ist es
unmöglich um 9 oder 10 Uhr in Dresden zu sein.
Das wird gar nicht beachtet, schwächt aber imho daher die Kalkulation.

> Die Teilnehmer*innenplätze waren ursprünglich geringer angelegt, nachdem mich
> mehrere Menschen darauf ansprachen wurden sie nun auf 30 Teilnahmen inkl.
> Üernachtung und weitere 10 ohne. Ich persönlich glaube, gerade weil es von
> vielen Seiten Interesse an der Antifakon gab, dass wir diese Plätze
vergeben
> werden.
>

Und hier ist genau der springende Punkt: Das ist keine Veranstaltung,
die Institutionsstatus hat und sicher ist. Es ist keine Openmind.
Selbst die Potsdamer Konferenz z.B. hat massive Einbrüche der
Besucherzahlen zu verzeichnen.

Ich sehe da so kurzfristig, ohne längere Planung und Bewerbung, mit
Terminkonkurrenzen und ohne Reputation und dazu außerhalb der Ferienzeit
und günstiger Bahnangebote wenig Chancen, dass die Audienz wirklich die
Teilnehmerzahl aufbeiten kann.

Zudem bezweifle ich, dass die Tickets sich so gut verkaufen wie du es
dir vorstellst. Ich halte das für unrealistisch.


> Allerdings kann ich da auch noch mal mit der JH reden ob wir auch
> weniger Plätze nehmen können.
> 

Das ist etwas, was man vorher abcheckt. Bevor man unterschreibt: Wie
sind die Stornokosten, wie die Umbuchungsmöglichkeiten und -kosten?

Das sind imho essentielle Infos.

> Ich halte das Thema Antifaschismus gerade bei den Jupis für sehr wichtig. Ich
> sehe auch den Punkt, dass wir lieber Dinge mit Außenwirkung machen sollten
> nicht bei einer solchen Veranstaltung. Sicher auch das ist wichtig. Unser
> Vereinszweck ist aber u.a. Bildung. Unterstützung der Meinungsbildung von
> Jugendlichen und Jungen Erwachsenen. Genau das wäre die Antifakon.
> 

Jupp. Aber es wurde auch nie von uns kritisiert, dass es eine Antifakon
geben soll. Ganz im Gegenteil. Das ist sehr gut, und ich begrüße es,
dass du angefangen hast zu planen. Nur imho ist die Planung nicht
ausreichend.

z.B. wäre noch interessant, ob wir irgendwo noch Fördermittel gegen
Rechts o.ä. abgreifen können. Das geht aber nur bei längerer Planung.
Spricht daher auch gegen den jetzigen Termin und die jetzige Planung.


Das Problem ist auch, dass die Antifakon mit einem Budget von 3 000 €
bei einem Gesamtjahresbudget 2013 bisher von 9 500 € ca 31,58 %
unseres Gesamtetats ausmacht. Rechnet man die Tickets und SH raus, sind
es immer noch 17,1 %.

SH. Das ist noch so ne Sache. Ich finds ja gut, dass die LO SH Geld in
Antifa-Bildung stecken will. Aber die Antifakon hat mit SH nichts zu
tun. Zumindest ist mir nichts ersichtlich. Wäre SH rechtlich
selbständig, wäre die Ausgabe problematisch.

Der einzige mir ersichtliche Grund: Du als Orgakraft bist auch im
SH-Vorst…Sprecherrat und hast wege gesucht, das Bundesbudget zu schonen.
Formell.

Das ist imho schwachsinn und höchst fragwürdig. Würden
Abgeordnete/Minister/Beamter derart virtuos ihre Projekte finanzieren,
wären u.a. Piraten als erstes dabei, das zu kritisieren. Zu recht. Denn
eine wirklich saubere Begründung, warum SH da Geld zuschießt, gibt es nicht.

-> Alles in allem reicht der Finanzplan imho einfach nicht. Er ist nicht
solide. Er hat einige Probleme.

Grüße,
Florian

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