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P R E S S E D I E N S T  ---- Nr. 69/09 ---- 18. Mai 2009
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Umwelt/Fehmarnbelt
NABU: Bundestag will Risikobrücke über den Fehmarnbelt 
Tschimpke: Vorhaben ist Sargnagel für Natur und Umwelt im Ostseeraum

Berlin -  Entgegen der Empfehlung des Bundesrechnungshofes und trotz
massiver  ökologischer Bedenken des Bundesamtes für Naturschutz will der
Deutsche  Bundestag am heutigen Donnerstag noch vor der
parlamentarischen Sommerpause das Gesetz zum Bau einer festen
Fehmarnbeltquerung im Eiltempo verabschieden. Mit der Mehrheit von CDU,
FDP und SPD soll Dänemark dann offiziell und unwiderruflich beauftragt
werden, das hinsichtlich seiner ungeklärten ökonomischen und
ökologischen Auswirkungen höchst umstrittene Vorhaben ohne deutsche
Begleitung umzusetzen.

Der NABU warnt vor einer völlig verfrühten Entscheidung. „Das Votum des
Bundestages kann sich als Sargnagel für Natur und Umwelt im Ostseeraum
erweisen. Es sieht ganz so aus, dass sich die Politik wieder einmal
blind und taub für ökologische Belange zeigt“, sagte NABU-Präsident
Olaf Tschimpke. Eine verantwortungsvolle Entscheidung würde bedeuten,
zunächst alle Fakten der Umweltuntersuchungen vorab zu kennen sowie die
Trassenführung und Kosten der deutschen Hinterlandanbindung transparent
zu machen, um anschließend eine wohlüberlegte Entscheidung fällen zu
können. Genug Zeit dazu ist da: Dänemark wird erst 2012 ein finales
Baugesetz ratifizieren. Der NABU hatte die  Parlamentarier mehrfach
aufgefordert, die Abstimmung in die neue Legislaturperiode nach den
Bundestagswahlen zu verschieben. 

Wird das Projekt durchgezogen, läuft Deutschland  Gefahr, bei einer
Havarie durch die von Dänemark bevorzugte Schrägkabelbrücke in Haftung
genommen zu werden. „Da der Staatsvertrag die Bundesrepublik nicht von
Kosten freistellt, werden Milliarden zur  Beseitigung möglicher
Umweltschäden an der Bundesrepublik hängen bleiben. Man soll also nicht
so tun, als wäre Deutschland ‚nur‘ für die eigene Hinterlandanbindung
verantwortlich“, betonte NABU-Fehmarnbeltexperte Malte Siegert.  

Bei der EU-Kommission sind derzeit mehrere Beschwerden anhängig. Der
NABU wird alle rechtlichen Mittel prüfen und ausschöpfen, um das aus
ökologischer und ökonomischer Sicht fragwürdige Infrastrukturprojekt
juristisch zu verhindern. 

Für Rückfragen: Malte Siegert, NABU-Fehmarnbeltexperte, mobil
0173-9373241

Der NABU hatte unter www.Nein-zur-Beltquerung.de im Internet eine
Protestkampagne zur Fehmarnbelt-Querung gestartet. Mehr als 14.000
Menschen aus allen Teilen Europas haben sich bereits gegen das Projekt
ausgesprochen und angekündigt, eine Brücke im Falle der Realisierung zu
boykottieren.

Das Verkehrsgutachten zur Fehmarnbeltquerung des Münchener
Beratungsunternehmens Vieregg-Rössler ist im Internet zu finden unter
www.NABU.de 




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