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Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Annika Natus
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P R E S S E D I E N S T  ---- 24. November 2009
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Umwelt/Natur
NABU und Stiftung Naturlandschaften Brandenburg fordern „Mut zur
Wildnis“
Signal für Arten- und Klimaschutz - Lieberoser Heide ist Erfolgsstory 

Berlin - Unter dem Motto „Mut zur Wildnis“ haben der NABU und die
Stiftung Naturlandschaften Brandenburg von der neuen Bundesregierung ein
zügiges Umsetzen der nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt
gefordert. Ein erster Schritt sei die Schaffung der angestrebten zwei
Prozent Wildnisflächen in Deutschland bis 2020. „In den vergangenen
Jahrhunderten wurden umfangreiche Anstrengungen unternommen, um eine
ungezähmte Natur zu verhindern. Wildnisgebiete umfassen heute deutlich
weniger als ein Prozent der Landesfläche. Die schwarz-gelbe Koalition
ist aufgefordert, hier ein deutliches Signal für einen zukunftsfähigen
Naturschutz zu setzen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, deren Mitbegründer der NABU
ist, beweist bereits heute Mut zur Wildnis. Auf drei ehemaligen
Truppenübungsplätzen in Südbrandenburg besitzt und betreut sie rund
12.000 Hektar Flächen. 7.800 Hektar davon sind bereits in freier
Naturentwicklung „Es wachsen wilde Wälder heran, die unsere Enkelkinder
einmal bestaunen werden. Die einmalig großen und unzerschnittenen
Gebiete sind wertvolle Rückzugsräume z.B. für Fischotter, Seeadler und
den Wolf“, so Stiftungsratsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Mader.

Eine Landschaft, in der die Natur ungestört auf den Klimawandel
reagieren könne, sei auch ein wichtiges Instrument, um die Auswirkungen
des Klimawandels auf unsere Umwelt zu erforschen und davon zu lernen.
„So wird Wildnis nicht nur zum Rettungsanker für zahlreiche bedrohte
Arten, die dort letzte Rückzugsräume und Anpassungsmöglichkeiten finden,
sondern nützt auch dem Menschen“, betonte Tschimpke.

Ein Beispiel für die Schaffung wilder Naturlandschaften ist der
ehemalige Truppenübungsplatz Lieberose im Südosten Brandenburgs. Vor
zehn Jahren war Lieberose das große Spendenprojekt anlässlich des 100.
NABU-Geburtstags. Rund 750.000 Euro kamen zusammen, mit denen 1.051.
Hektar Land, darunter wertvolle Moore und Klarwasserseen, gekauft und
der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg zur Betreuung übergeben
werden konnten.

Der Lieberoser Projektleiter Dr. Heiko Schumacher betonte: „Der
ehemalige Truppenübungsplatz Lieberose ist eine Naturoase, eine der
letzten weiträumig unzerschnittenen Flächen in Deutschlands dicht
bebauter Kulturlandschaft. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg
sichert hier gemeinsam mit dem NABU 3.150 Hektar Flächen für den
Naturschutz. Wildnis und Naturerlebnis sind dabei auch wichtige Motoren
für die Regionalentwicklung. Das zeigt unter anderem die Idee des Landes
Brandenburg, die Region zum Gastgeber für eine internationale
Naturausstellung zu machen.“

Neben ehemaligen Truppenübungsplätzen bieten auch
Bergbaufolgelandschaften eher als andere Lebensräume die Möglichkeit,
natürliche Dynamik zuzulassen und die Faktoren Wind, Wasser und
eventuell auch Feuer wirken zu lassen. Aber auch an Fließgewässern, an
Meeresküsten, in Mooren und im Hochgebirge müssten nutzungsfreie Räume
geschaffen werden. Der NABU hat auf seinen eigenen Flächen der Stiftung
Nationales Naturerbe bereits ebenfalls begonnen, ungestörtes
Naturwachstum zu befördern. Von den bislang insgesamt 6.752 Hektar Land
dürfen sich 4.268 Hektar als sogenannte Prozessschutzflächen zu neuer
Wildnis entwickeln.

„Nächste wichtige Schritte müssen die Übertragung von weiteren 25.000
Hektar in das Nationale Naturerbe sowie die konsequente Schaffung von
Wildnis in den dafür vorgesehenen Kernzonen unserer Nationalparke und
Biosphärengebiete vom Meer bis zu den Alpen sein. Der bewusste Verzicht
auf Nutzung jeder Art ist kein Luxus, sondern eine Kulturaufgabe. Die
völlige Inanspruchnahme unserer Landschaften durch den Menschen ist
nicht nur egoistisch, sondern wird auch das Artensterben weiter
befördern“, warnte Tschimpke.

Im kommenden Jahr veranstaltet die Stiftung Naturlandschaften
Brandenburg am 17. Und 18. Mai anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums
die „Wildniskonferenz 2010“ in Potsdam.


Für Rückfragen:
Magnus Wessel, NABU-Naturschutzexperte, Tel. 030-284984-1618
Anika Niebrügge, Stiftung Naturlandschaften Brandenburg (Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0331-7453101

Im Internet zu finden unter www.NABU.de und www.stiftung-nlb.de 



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