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Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Annika Natus
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P R E S S E D I E N S T  ---- Nr. 5/09 ---- 14. Januar 2010
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Umwelt/ Gentechnik/ Grüne Woche
NABU: Gefährliche Genpflanzen auf deutschen Äckern - Neue Broschüre
erschienen
Tschimpke: Aigner muss Mensch und Natur vor Risiken schützen

Berlin - Zur Eröffnung der Grünen Woche im diesjährigen UN-Jahr der
biologischen Vielfalt hat der NABU Bundeslandwirtschaftsministerin
Aigner aufgefordert, sich den Artenschutz in der Landwirtschaft stärker
auf die Fahnen zu schreiben. So fehlten nach wie vor klare gesetzliche
Regelungen zum Anbau von Genmais in Naturschutzgebieten. „Die
ökologischen Folgen von genmanipulierten Pflanzen wie zum Beispiel
Mais der Sorte MON 810 auf die Natur sind immer noch zu wenig erforscht
und damit nicht absehbar“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der
NABU fordert ein Anbauverbot von Genmais, solange die Risiken für Mensch
und Natur ungeklärt sind, ein generelles Anbauverbot von Genpflanzen in
Naturschutzgebieten sowie eine Abstandsregelung zu Schutzgebieten von
mindestens 1000 Metern. 2009 war der Anbau von Genmais in Deutschland
nicht erlaubt, über eine Zulassung für 2010 ist noch nicht entschieden.


Nach wie vor ist nicht ausreichend bekannt, wie sich ein großflächiger
Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf die biologische Vielfalt
auswirkt. „Die Bundesregierung muss endlich Geld in die Hand nehmen und
eine vernünftige Forschung zu den ökologischen Risiken auf den Weg
bringen. Die biologische Sicherheitsforschung der Bundesregierung trägt
eher dazu bei, die Risiken zu verschleiern als sie zu erforschen“, so
Tschimpke. Der NABU hat zur Grünen Woche die Broschüre „Agrogentechnik
und Naturschutz“ vorgelegt. Darin werden die bisherigen
wissenschaftlichen Untersuchungen zum sogenannten Bt-Mais sowie die
möglichen Folgen für Käfer, Schmetterlinge, Bienen und
Wasserorganismen zusammengefasst sowie die bestehenden Forschungslücken
aufgezeigt. 

Gefährlich ist das mangelnde Wissen zum Beispiel für Marienkäfer oder
auch für Schmetterlinge, von denen viele europaweit auf der Roten Liste
stehen. Weiterhin wird aus NABU-Sicht auch die Anwendung des Herbizids
Glyphosat, das beim Anbau von Genmais oder -zuckerrübe verwendet wird,
unterschätzt. „Glyphosat ist wahrscheinlich toxischer und beständiger
als lange angenommen, auch für menschliche Zellen. Das würde auch
erklären, warum in Argentinien, einem Land mit ausgedehntem
Gensojaanbau, immer häufiger missgebildete und totgeborene Kinder auf
die Welt kommen“, so NABU-Gentechnikexpertin Steffi Ober. 

In Deutschland wird auf 2,1 Millionen Hektar Mais angebaut - Tendenz
steigend. Rund 3.000 Hektar Genmais wurden 2008 angebaut. „Großflächiger
Maisanbau erzeugt ökologische Wüsten. Das ist schon jetzt eine
Fehlentwicklung, die durch den Einsatz von Agrogentechnik noch befördert
wird“, betonte Ober.


Für Rückfragen: Dr. Steffi Ober, NABU-Gentechnikexpertin, Tel.
030-284984-1612, mobil 0172-5254198.

Die NABU-Broschüre „Agrogentechnik und Naturschutz“ im Internet zu
finden unter www.nabu.de/themen/gentechnik/allgemein/11893.html oder im
NABU-Shop zu bestellen unter Artikel-Nummer: 5402 für 1 Euro inkl. MwSt.
zzgl. Versandkosten.



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