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Indien "Stoppt das Michelin-Werk im Wald der 'Unberührbaren'!" Mittwoch, 11. Januar 2012 | Internationale Politik | Von David Vollrath In Südindien will der französische Reifenkonzern Michelin einen Gemeindewald abholzen und dort ein Reifenwerk bauen. Die dort lebenden Menschen würden ihre Lebensgrundlage verlieren. Seit zwei Jahren wehren sie sich gegen die Pläné des Unternehmens. Nächste Woche demonstrieren Vertreter der Bauern zusammen mit Arbeitern vor der Zentrale von Michelin in Frankreich. Das Dorf Thervoy Kandigai liegt 50 km nördlich von Chennai (ehemals Madras) und ist von Weiden, dichten Wäldern, Reisfeldern und Seen umgeben. Die Menschen leben unmittelbar vom Wald, aus dem sie Heilpflanzen, wilde Früchte und Gemüse beziehen. Vor allem in der Dürrezeit, wenn der Reis knapp ist, hängt ihr Überleben von der natürlichen Umwelt ab. Zudem spielt der Wald eine wichtige Rolle als natürliches Wasserreservoir für die 13 umliegenden Dörfer. Den Einheimischen ist bewusst, dass die Zerstörung des Waldes für das Michelin-Werk ihre Lebensgrundlagen vernichtet. "Sie können unsere Häuser nehmen, aber nicht den Wald. Niemand hat das Recht den Wald zu zerstören", klagt Anbhazhgan, ein ehemaliger Dorfvorsteher, an. Demnächst reist eine indische Delegation nach Frankreich, um mit Umweltverbänden bei Michelin Einspruch zu erheben. Seit zwei Jahren kämpft das Dorf mit seinen Mitteln gegen den Bau des Werks: Informationsveranstaltungen und Hungerstreiks. Die Polizei antwortet regelmäßig mit Gewalt und Festnahmen von Demonstranten. Der Wald ist mittlerweile von einem Zaun umgeben und wird bewacht. Wenn man den Zaun überwindet, steht man vor einem Schild, auf dem steht: "Michelin - A better way forward" (dt: Michelin Wir bringen Sie weiter). Der bekannte französische Umweltjournalist Fabrice Nicolino schrieb in der Wochenzeitung Charlie Hebdo am 14. September: Michelins Vorgehen in Indien ist ein Anschlag auf das Menschenrecht einer Gemeinschaft, nicht weniger. Wie Sie sich vorstellen können, werden durch die Zerstörung des Waldes, der Wasserquellen und der Weiden des Dorfes gleichzeitig dessen Lebensbedingungen zerstört. Es (der Bau der Fabrik, Anm. d. Verf.) ist nicht unvermeidlich, und ich fordere Sie auf, gegen Michelin zu protestieren." Unterstützen Sie bitte die Protestaktion, um den Wald der Dalit vor der Zerstörung zu schützen. https://www.regenwald.org/aktion/819 -------------------------------------------------------------------------- Übersetzung des Anschreibens [1]: Kein Michelin-Werk im Wald der Unberührbaren"! Sehr geehrte Damen und Herren, mit diesem Brief unterstütze ich die indischen Bürgerinitiativen, die sich dem Bau einer Anlage von Michelin in Indien widersetzen. Das Werk gefährdet nicht nur Arbeitsplätze in Frankreich, sondern bedroht auch die Lebensgrundlagen der indischen Bauern in der Region. Sie gehören der Kaste der Dalit an, der ohnehin am wenigsten privilegierten gesellschaftlichen Schicht Indiens. Thervoy Kandigai ist ein Dorf in Tamil Nadu in Südindien. Es gibt etwa 1500 Familien, die traditionell von den Weiden und Wäldern in der Nähe von Thervoy leben. Das Werk von Michelin würde die Lebensgrundlage dieser Menschen für immer zerstören. Die betroffene Waldfläche versorgt nicht nur die landlosen Bauern, sondern auch weitere umliegende Dörfer mit Wasser. Eine Trockenlegung der Quellen würde auch das Überleben dieser Dörfer gefährden. Der transnationale Konzern Michelin hat die Genehmigung der indischen Bundesbehörden und will eine hochmoderne Reifenfabrik genau dort bauen, wo der Gemeindewald der Dalit liegt. Der Wald ist inzwischen abgeriegelt, Gebäude sind bereits im Bau, ein Schulungszentrum schon eröffnet. Die Dorfbewohner kämpfen nun seit zwei Jahren für ihr Recht und untermauern den Protest mit Hungerstreiks. Die Polizei reagiert mit Gewalt und Haftstrafen. Einige der Demonstranten befinden sich seit Februar 2011 im Gefängnis. Der gewählte Panchayat (Gemeinderat) spricht sich offen gegen den Bau der Michelin-Fabrik aus und bittet um internationale Unterstützung. Als Unterzeichner dieser Petition fordere ich in Solidarität mit den Einwohnern von Thervoy Kandigai den Stopp des Projekts. Auf der Website von Michelin India verkündet das Unternehmen: Einer der Grundwerte von Michelin ist der Respekt für die Menschen." Es ist Zeit, die postulierten Grundwerte in die Tat umzusetzen. Erhalten Sie den Gemeindewald von Thervoy Kandigai! Ich fordere Sie auf, * den geplanten Bau der Michelin-Fabrik in Thervoy Kandigai einzustellen. * das konfiszierte Land den Bauern zurückzugeben. * die Dorfbewohner für zerstörtes Land und Eigentum zu entschädigen. * die acht Inhaftierten Bauern freizulassen, eine Amnestie für die 61 Personen, die auf ihren Prozess warten, zu erlassen und das gewaltsame Vorgehen gegen die Dorfbewohner zu unterbinden. Mit besten Grüßen, -- [1] http://www.sauvonslaforet.org/petitions/818 ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Greenhouse Infopool Berlin [email protected] www.twitter.com/greenhouse_info www.freie-radios.net www.coforum.de ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° "Klimaschutz muss als Bewegung von unten kommen." http://energiewende.wordpress.com http://klima-der-gerechtigkeit.de
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