http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_28610.html

Schweizer Bauer - 25.04.2012

Milch

FiBL: Kraftfutterreduktion kompensiert geringeren Milcherlös

Aus ethischen und ökologischen Gründen beschränken sich Biobauern heute auf 
maximal 10 Prozent Kraftfutter in der Fütterung von Wiederkäuern. Gemäss einer 
Studie kann der Kraftfutterverbrauch sogar auf null reduziert werden, ohne dass 
Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit leiden.

Bisher ging man davon aus, dass die Reduktion von Kraftfutter bei 
hochgezüchteten Milchkühen zu gesundheitlichen Problemen führen könnte. 
Befürchtet wurden Milchleistungseinbussen, Euterentzündungen, Klauenprobleme 
oder Fruchtbarkeitsstörungen.

Kraftfutterreduktion: Moderater Rückgang der Milchleistung

Im Projekt «Feed no Food» - verfüttere keine Nahrungsmittel - gingen Fachleute 
des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) diesen Fragen während 
dreier Jahre nach. Das Projekt umfasste einen experimentellen Teil auf einem 
Hochleistungsbetrieb sowie einen Praxisteil auf rund 70 Biomilchviehbetrieben. 
Unterstützt wurde es vom Coop Fonds für Nachhaltigkeit.

In der Regel reagierten die Kühe auf die Kraftfutterreduktion «mit einem 
moderaten Rückgang der Milchleistung und blieben gesund und fruchtbar», wie das 
FiBL in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Bei der Gruppe mit der grössten 
Kraftfutterreduktion habe sich die durchschnittliche Jahresmilchleistung um 
fünf Prozent verringert.

Sparpotenzial und Pioniercharakter

Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen ergaben, dass die «Feed no Food»-Betriebe 
im Durchschnitt den geringeren Milcherlös mit geringeren Kosten für Kraftfutter 
kompensieren konnten, wie es weiter heisst.

Berücksichtige man die Ergebnisse der beiden Versuchsgruppen, ergebe sich ein 
durchschnittliches Einsparungspotenzial von 31 Prozent. Dies entspricht 112 
Kilo weniger Kraftfutter pro Kuh und Jahr, wie es weiter heisst. Auf die 
Schweizer Biomilchviehhaltung mit einem Gesamtverbrauch von 26'000 Tonnen 
hochgerechnet, lassen sich laut FiBL somit rund 8000 Tonnen Kraftfutter 
einsparen.

Agroscope meldet Bedenken an

Gemäss Mitteilung hat das Projekt «Feed no Food» Pioniercharakter auch für die 
herkömmliche Milchproduktion. Denn dort bestehe ein grosses Potenzial, den 
Kraftfuttereinsatz zu reduzieren, heisst es weiter.

Bezüglich der Kraftfutterreduktion in herkömmlichen Betrieben meldet die 
eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope jedoch Bedenken an. «Nicht alle 
Milchkuhtypen reagieren gleich auf eine Kraftfutterreduktion», sagte Fredi 
Schori, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Experte für Milchkuhernährung, 
gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Das FiBL wurde 1973 gegründet und ist seit 1997 in Frick im Kanton Aargau 
ansässig. Es ist nach eigenen Angaben weltweit eine der führenden 
Forschungseinrichtungen für biologische Landwirtschaft und beschäftigt über 135 
Fachleute.

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Schweizer Fernsehen, 25.04.2012: Kraftfutter ist nicht unbedingt notwendig 
(02:25 min)
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=98a6cd85-2c04-408a-894d-5563252b5d55

Landwirtschaftlicher Informationsdienst, 27.04.2012: Bald kein Kraftfutter mehr 
für Bio-Kühe? Ganz so simpel ist es nicht
http://www.lid.ch/de/medien/mediendienst/artikel/infoarticle/23852/

Agro-Blog, 26.04.2012: Die kaum genutzte Win-win-win-win-Chance. 
Kraftfutterindustrie beeinflusst Agrarorganisationen und Landwirtschaftspresse
http://adisagroblog.wordpress.com/2012/04/26/

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