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Posted on: Thursday, May 30, 2013 7:17 PM
Author: Umwelt
Subject: UMWELT: Geeint Einfluss nehmen - Indigene Waldschützer wollen ihre 
Kräfte bündeln

Von Milagros Salazar

Darwin, Australien, 30., Mai (IPS) - Indigene Führer, die sich im australischen 
Darwin vier Tage lang über wirksame Methoden zum Schutz von Wäldern und 
Gewässern ausgetauscht haben, wollen ihre Kräfte stärker bündeln, um ihren 
Einfluss auf die Regierungen zu erhöhen. 

"Wir müssen mit einer Stimme sprechen, um gehört zu werden", meinte einer von 
zehn Referenten, die ausgewählt worden waren, um die Diskussionspunkte und 
Ergebnisse der Konferenz des 'World Indigenous Net' (WIN) vom 26. bis 29. Mai 
in Darwin zusammenzufassten. Insgesamt hatten 1.200 indigene Führer aus 50 
Ländern an dem Treffen teilgenommen. 

Auf der von Australien gesponserten Veranstaltung in der Hauptstadt von 
Northern Territory waren erfolgreiche Umweltschutzprojekte vorgestellt und 
ausgezeichnet worden, die sich positiv auf die Ökosysteme, Artenvielfalt und 
Ernährungssicherheit in Afrika, Asien, Latein- und Nordamerika ausgewirkt haben.

"Ohne unsere Wälder sind wir nichts", meinte Juan Chávez, ein Shipibo-Indigener 
aus der ostperuanischen Region Ucayali, am Rande einer WIN-Veranstaltung in 
Australien. Zusammen mit anderen ist es ihm gelungen, sechs 
Shipibo-Gemeinschaften davon abzuhalten, ihre Wälder gegen schnelles Geld 
abzuholzen. In Zusammenarbeit mit der peruanischen Vereinigung für integrale 
Forschung und Entwicklung (AIDER) werden dort nun nachhaltige Land-, Wasser- 
und Waldbewirtschaftungsmethoden angewandt. 

Dieses Projekt ist eines von vielen, die die Äquator-Initiative des 
UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) ausgezeichnet hat. Die Initiative bringt 
UN-Vertreter, Regierungen, Zivilgesellschaft, Unternehmen und 
Graswurzelorganisationen zusammen, damit sie lokale und nachhaltige Lösungen 
zum Schutz der Natur erarbeiten und indigene Gemeinschaften befähigen, diese 
auch umzusetzen.

Die Gemeinschaft der Ando-Kpomey im westafrikanischen Togo hat vor einem 
Jahrzehnt mit der Wiederaufforstung ihrer Gebiete begonnen. Jäger hatten das 
Grasland durch Brandrodung weitgehend zerstört. Inzwischen, so der 35-jährige 
Abgesandte der Volksgruppe, Koku Agbee Koto, habe man die Praxis erheblich 
zurückdrängen können. Auch wurden mehr als 100 Hektar Land wieder aufgeforstet, 
was 2.500 Dorfbewohnern zugutekommt.

Unterschiedliche Weltregionen, gleiche Probleme 

Das Treffen in Darwin hat verdeutlicht, dass sich südamerikanische Indigene mit 
ähnlichen Problemen und Gefahren herumschlagen müssen, wie afrikanische 
Volksgruppen möglicherweise ähnlicher Lösungsansätze bedürfen. Koto und Chávez 
stimmten darin überein, dass die nachhaltige Land- und Waldbewirtschaftung und 
die Anpassung an den Klimawandel nicht mehr allein nur mit traditionellem 
Wissen auskommen. "Wir müssen indigene und wissenschaftliche Erkenntnisse 
gleichermaßen schätzen", erläuterte der Peruaner. 

Koto zeigte sich vor allem von einem Ökotourismusprojekt der Anja Miray [1] in 
Madagaskar beeindruckt. Es bringt Ältere, Kinder und andere armutsgefährdete 
Bevölkerungsgruppen, die sich an der Wiederaufforstung der Wälder und dem Kampf 
gegen die Landverödung beteiligen, in den Genuss einer Grundversorgung und 
finanziellen Förderung. Auch diese Initiative wurde von der Äquator-Initiative 
ausgezeichnet. 

Doch wie können indigene Territorien geschützt werden, wenn der Staat ein 
erklärtes Interesse daran hat, diese wirtschaftlich auszubeuten? In Darwin 
wurde deutlich, dass sich alle Gemeinschaften weltweit mit diesem Problem 
konfrontiert sehen. Dazu meinte Melissa George vom australischen Volk der 
Wulgurukaba und Ko-Vorsitzende der Nationalen Beratergruppe von WIN, dass in 
ihrem Land die Rohstoffproduzten "immer gewinnen". 

Rückendeckung durch ILO-Konvention 169 

Der Schutz der Territorien hängt weitgehend von der Anerkennung und Umsetzung 
des internationalen Übereinkommens zum Schutz der indigenen Völker der 
Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ab, das vorschreibt, dass Indigene 
Investitionsprojekten auf ihren Territorien vorab zustimmen müssen. 

Peru ist bisher das erste Land der Region, das mit einer Sonderregelung dieses 
indigene Recht zu konkretisieren sucht. Hintergrund sind die vielen Konflikte, 
die durch die zahlreichen Bergbau-, Erdöl- und Infrastrukturprojekte entstehen. 
Ecuador wiederum erkennt das Recht der Indigenen zwar verfassungsrechtlich an, 
doch fehlen die Normen, die für die Umsetzung des Rechtes im Sinne der 
Indigenenverbände erforderlich wären. "Ziel muss sein", so Cristina Cambiaghi 
von der Nationalen Indigenenstiftung Brasiliens, "die indigenen Territorien zu 
schützen". (Ende/IPS/kb/2013)

Links:

[1] http://anjacommunityreserve.netai.net/anja.htm



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