die tageszeitung
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* 21.08.2013

ATOMMÜLLLAGER 

Menschen und Maschinen wohlauf

In der Asse ist ein 20 Kubikmeter großer Gesteinsbrocken von der Decke
gekracht

REIMAR PAUL

Im maroden Atommülllager Asse hat es erneut einen Zwischenfall gegeben. Auf
der 750-Meter-Sohle, wo ein großer Teil der radioaktiven Abfälle liegt, hat
sich ein riesiger Gesteinsbrocken von der Decke und der Wand gelöst und ist
auf den Boden gekracht. Der Brocken ist rund 20 Kubikmeter groß und etwa
40.000 Kilogramm schwer.

Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte, ereignete sich der
Vorfall in einem Bereich des Bergwerks, der derzeit mit Beton stabilisiert
wird. Der sogenannte Löserfall sei am vergangenen Donnerstag bei einer
Kontrolle festgestellt worden.

Nach Angaben der Behörde war der fragliche Bereich abgesperrt, so dass zu
keiner Zeit Gefahr für die MitarbeiterInnen bestanden habe. Es seien auch
keine Schäden an den zur Verfüllung eingesetzten Gerätschaften und Maschinen
aufgetreten. Die Arbeiten könnten deshalb fortgeführt werden. Die genaue
Ursache des sogenannten Löserfalls werde derzeit ermittelt, so das BfS
weiter.

Das Atommülllager Asse gilt schon lange als äußerst instabil. So fließen
jeden Tag rund 12.000 Liter Wasser in das Bergwerk. Die Nachbarschächte Asse
1 und 3 soffen schon vor Jahren ab. Dass so große Gesteinsbrocken abbrechen,
war bislang aber nicht bekannt. Mit dem Beton will das BfS die Grube
stabilisieren und Vorsorge gegen unbeherrschbare Wassereinbrüche treffen.
Die Arbeiten seien aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig.

Der Asse-II-Koordinationskreis, der Dachverband der örtlichen
Bürgerinitiativen, wirft dem Betreiber indes "Wortbruch" vor. Das BfS habe
versprochen, erst ein konkretes Rückholungskonzept vorzulegen, bevor
Maßnahmen eingeleitet würden, die eine Rückholung behinderten. Das
Zubetonieren sei ein Bestandteil des Flutungskonzeptes des alten Betreibers
Helmholtz-Zentrum München.




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