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30.08.2013 

Eurosolar fordert Umbau der Energiemarktordnung

Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien fordert die EU auf, die
Marktordnung auf die Anforderungen der erneuerbaren Energien auszurichten.
Nur so können die erneuerbaren Energien auch am Wettbewerb auf dem
Energiemarkt teilnehmen

Sven Ullrich

Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar fordert die
Ausrichtung der Marktordnung des Energiesystems auf die Anforderungen der
erneuerbaren Energien. „Die überkommene, fossil-atomare Energiewirtschaft
und ihre Vertreter in Regierungen, Behörden und nicht zuletzt der
EU-Kommission beklagen immer lauter, die erneuerbaren Energien würden 'den
Markt verzerren'. Sie fordern, Erneuerbare müssten sich dem 'Wettbewerb
stellen', in den 'Markt integriert werden' und dafür insbesondere
Einspeisegesetze abgeschafft werden. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass
die erneuerbaren Energien das bisherige Energiesystem und seine Marktordnung
insgesamt in Frage stellen“, betonten die Vertreter der europäischen
Delegiertenversammlung von Eurosolar in Bonn. „Das derzeitige, an
fossil-atomaren Strukturen ausgerichtete EU-Regelwerk konserviert die
zentrale Stellung einiger weniger Oligopolisten auf den Energiemärkten.
Echter Wettbewerb entsteht erst mit der Dezentralisierung der
Energieversorgung.“ 

Um zu einem solchen Wettbewerb zu kommen, schlagen die Delegierten vor, dass
die Energiepolitik der EU konsequent auf das Ziel einer dezentralen
Vollversorgung auf Basis erneuerbarer Energien ausgerichtet werden muss.
„Dazu sind auf politischer Ebene verbindliche Ausbauziele als Mindestziele
zu beschließen und entsprechende Rahmenbedingungen im EU-Recht zu
verankern“, betonen die Delegierten in einer verabschiedeten Resolution. 

Das bedeute, dass das bisher zentral auf den Binnenmarkt für Energie
ausgerichtete Energierecht der EU komplett geändert werden müsse. Die
bisherigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die immer noch auf die
Bedürfnisse der zentralen fossil-atomaren Energieerzeugung ausgerichtet
sind, sollen durch eine neue Rahmenordnung für die dezentrale Energiewende
ersetzt werden.

Die Weichen richtig stellen

Die EU müsse jetzt die Weichen richtig stellen, damit der Umstieg auf ein
erneuerbares Energiesystem in ganz Europa so rasch wie möglich gelingt. Im
Rahmen der Energiewende sei es Aufgabe der europäischen Energiepolitik, für
die gesamte EU geltende und verlässliche Rahmenbedingungen für die
Entwicklung und die Förderung erneuerbarer Energien vorzugeben. 

Eurosolar beruft sich dabei auf den Artikel 194 des Vertrags über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Dort ist festgelegt, dass die
Energiepolitik nicht nur das Funktionieren des Energiemarktes und die
Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit im Blick hat, sondern auch
die Entwicklung neuer und erneuerbarer Energiequellen. „Das ist nur mit
zielgerichteten Instrumenten für den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energie
zu erreichen, die den EU-Staaten erlauben, nationalen und regionalen
Besonderheiten Rechnung zu tragen“, betonen die Eurosolar-Mitglieder.

Förderung von Kohle und Kernenergie beenden

Außerdem kritisieren die Delegierten die immer noch üppige Förderung und
Privilegierung der Atomkraft und der fossilen Kraftwerks- und
Fördertechnologien. Statt dessen soll die EU konkrete Pläne für den Ausstieg
aus der Kohle- und Atomtechnologie aufstellen, die von den Mitgliedsstaaten
verbindlich umgesetzt werden müssen. Um das finanziell stemmen zu können,
sollen Gelder aus den EU-Strukturfonds für die Unterstützung des Umstiegs
auf erneuerbare Energiesysteme bereitgestellt werden. 

Außerdem sollen die Mitgliedsstaaten auf den Bau neuer großer Stromtrassen
verzichten, die auf eine zentrale Energieerzeugung ausgerichtet sind. Und
die institutionelle Privilegierung, die durch den Euratom-Vertrag zum
Ausdruck kommt, soll durch den Abschluss eines Europäischen Vertrags für
Erneuerbare Energien (EURONEW) beendet werden. 




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