klimaretter.info
http://www.klimaretter.info/protest/nachricht/14470

Montag, 02. September 2013, 15:57 Uhr 

Grüne Seife gegen Palmöl-Greenwashing

Am heutigen Montag hat sich in Berlin das Forum nachhaltiges Palmöl [1]
gegründet, morgen tagt der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) [2].
Die Initiativen sind eine Reaktion auf die ökologischen und sozialen
Probleme, die mit der Produktion des Pflanzenfettes in Verbindung stehen:
Palmöl findet sich heute in vielen Lebens- und Reinigungsmitteln. Auch in
Kosmetikartikeln und im Biodiesel steckt der klimaschädliche Rohstoff [3],
für dessen Herstellung Regenwälder gerodet werden.

Der Verlust der Regenwälder gilt als eine der Hauptursachen für den globalen
Klimawandel und die Biodiversitätszerstörung. Schließlich werden durch die
Brandrodung nicht nur Menschen vertrieben und Tiere ihres Lebensraums
beraubt, es werden auch große Mengen Kohlendioxid frei und gleichzeitig wird
ein wichtiger immergrüner Speicher des Treibhausgases zerstört.

Die neuen Nachhaltigkeitsinitiativen könnte man also als gute Nachricht
verbuchen. Doch Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen warnen: Nichts als
Greenwashing [4] seien jene. "Selbst zertifiziertes Palmöl ist nicht grün"
[5], sagt Stefanie Hess von der Umweltorganisation Robin Wood. "Auch daran
klebt Blut aus dem Raubbau an Mensch und Natur."

Deshalb wurde heute demonstriert, und zwar vor dem Sitz der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die den Vorsitz des
Forums innehat. "Statt sich mit der Palmölindustrie zusammenzutun, sollte
die GIZ den Menschen helfen, das geraubte Land wieder zurückzuerlangen",
forderte Marianne Klute von Watch Indonesia. An dem Protest beteiligten sich
sich die Organisationen Urgewald, Robin Wood, Rettet den Regenwald und die
Gesellschaft für bedrohte Völker.

Bewaffnet mit Putzutensilien und grüner Seife schrubbten die Aktivisten den
Bürgersteig vor der GIZ-Repräsentanz am Potsdamer Platz. Das sollte das
Greenwashing durch das Forum [6] verbildlichen, an dessen Finanzierung sich
auch das Bundeslandwirtschaftsministerium beteiligt. "Die Bundesregierung
lässt sich vor den Karren der Palmölindustrie spannen", kommentierte Knud
Vöcking von Urgewald. Betreiber des Forums sind die Konsumgüterkonzerne
Unilever, Henkel und Rewe, die auch zu den größten Verbrauchern von Palmöl
zählen.

klimaretter.info/woh

Im Text verwendete Links:

1. http://www.dialoggestalter.de/projekte/forum-fuer-nachhaltiges-palmoel
2. http://www.klimaretter.info/tipps-klima-lexikon/11995-rspo
3. http://www.klimaretter.info/mobilitaet/nachricht/14044
4. http://www.klima-luegendetektor.de/hintergrunde/#greenwashing
5. http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/10748
6. http://www.klimaretter.info/wirtschaft/nachricht/13537




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