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Naturerbe gefährdet? 03.09.2013 20:52 Uhr Die Bundesstiftung Umwelt spricht sich gegen eine geplante Biogasanlage in Roßlau aus. Eine mögliche Erweiterung des Biosphärenreservates könnte dadurch scheitern VON STEFFEN BRACHERT ROSSLAU/MZ. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat sich ganz klar gegen die geplante Biogasanlage in der Lukoer Straße ausgesprochen. „Wir lehnen den Bau der Anlage an diesem Standort ausdrücklich ab“, schreibt Uwe Fuellhaas, Diplom-Biologe bei der in Osnabrück ansässigen Stiftung zur Sicherung des Nationalen Naturerbes, in einer Stellungnahme, die die Roßlauer Bürgerinitiative gegen den Bau der Biogasanlage am nordöstlichen Rand von Roßlau mit Genugtuung zur Kenntnis genommen hat. Die Bürgerinitiative und der Roßlauer Ortschaftsrat kämpfen seit über fünf Jahren gegen das Projekt, das die im rheinland-pfälzischen Wörrstadt sitzende Bioenergiepark Dessau-Roßlau GmbH verwirklichen will. Vom 24. Juli bis 23. August lagen die Pläne für das Projekt öffentlich aus. Ende Oktober gibt es einen Erörterungstermin [1] zu allen Einwendungen. Genehmigungsfähig ist das Projekt aber erst, wenn der Dessau-Roßlauer Stadtrat einen B-Plan für das Gebiet beschlossen hat. Das ist zwar schon einmal passiert. Über ein Zweitbeschlussverlangen hat der Ortschaftsrat das Thema aber noch einmal auf die Juli-Sitzung des Stadtrates setzen lassen. Dort wurde es vertagt. Die Position der Bundesstiftung Umwelt dürfte die Kritiker des Projekts bestärkten. Die Bundesstiftung hat in den vergangenen Jahren insgesamt 47 großräumige Flächen mit einer Gesamtgröße 60 000 Hektar übernommen, um diese langfristig für den Naturschutz zu sichern. Dazu zählt die 1 650 Hektar große Naturerbefläche „Roßlauer Elbauen“, die in direkter Nachbarschaft zur geplanten Biogasanlage liegt. Die Grenzen des Biosphärenreservats „Mittelelbe“ seien nur etwa 2,1 Kilometer weg, die Olbitzbach-Niederung, ein FFH-Schutzgebiet, sei 1,7 Kilometer entfernt. Die Naturschützer haben mehrere Bedenken gegen die Biogasanlage: Dass ökologisch wertvolle Grünländereien umgebrochen werden, um Mais anzubauen. Das verringere nicht nur die Aufnahmefähigkeit der Böden, was bei Hochwasser entscheidend ist, die Experten fürchten auch, dass die Monokultur Mais und die notwendigen Dünger sich nachteilig auf die Pflanzen- und Tiervielfalt in der Umgebung auswirken und nicht zuletzt der Transport von 52 500 Tonnen für eine erhebliche verkehrliche Mehrbelastung rund um das Naturerbegebiet sorgt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt warnt deshalb, dass die Biogasanlage eine mögliche Erweiterung des Biosphärenreservates im Bereich Roßlau gefährde. Die Biogasanlage steht dem diametral entgegen. Diese sei mit den Entwicklungs- und Erhaltungszielen der Naturerbefläche „Roßlauer Elbauen“ nicht vereinbar. Es ist ein Satz, den Richard Dammann, einer der Sprecher von der Roßlauer Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage, ausdrücklich hervorhebt. „Die Ziele der Bundesstiftung Umwelt sind sicherlich bedeutsamer als die Schaffung von höchstens zwei Arbeitsplätzen und das Zunichtemachen übergeordneter Raumordnungsbestrebungen.“ [1] http://www.mz-web.de/20640938,24201886.html ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Greenhouse Infopool baut um! Wir sind jetzt vor allem hier: Twitter: http://twitter.com/greenhouse_info RSS-Feed: http://tinyurl.com/greenhouse-feed Facebook (Beta): http://www.facebook.com/mika.latuschek Twitter-News per E-Mail erhalten: https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info _______________________________________________ Pressemeldungen mailing list [email protected] https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen
