Mitteldeutsche Zeitung
http://www.mz-web.de/20640938,24201888.html

Naturerbe gefährdet?

03.09.2013 20:52 Uhr

Die Bundesstiftung Umwelt spricht sich gegen eine geplante Biogasanlage in 
Roßlau aus. Eine mögliche Erweiterung des Biosphärenreservates könnte dadurch 
scheitern

VON STEFFEN BRACHERT

ROSSLAU/MZ. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat sich ganz klar gegen die 
geplante Biogasanlage in der Lukoer Straße ausgesprochen. „Wir lehnen den Bau 
der Anlage an diesem Standort ausdrücklich ab“, schreibt Uwe Fuellhaas, 
Diplom-Biologe bei der in Osnabrück ansässigen Stiftung zur Sicherung des 
Nationalen Naturerbes, in einer Stellungnahme, die die Roßlauer 
Bürgerinitiative gegen den Bau der Biogasanlage am nordöstlichen Rand von 
Roßlau mit Genugtuung zur Kenntnis genommen hat.

Die Bürgerinitiative und der Roßlauer Ortschaftsrat kämpfen seit über fünf 
Jahren gegen das Projekt, das die im rheinland-pfälzischen Wörrstadt sitzende 
Bioenergiepark Dessau-Roßlau GmbH verwirklichen will. Vom 24. Juli bis 23. 
August lagen die Pläne für das Projekt öffentlich aus. Ende Oktober gibt es 
einen Erörterungstermin [1] zu allen Einwendungen. Genehmigungsfähig ist das 
Projekt aber erst, wenn der Dessau-Roßlauer Stadtrat einen B-Plan für das 
Gebiet beschlossen hat. Das ist zwar schon einmal passiert. Über ein 
Zweitbeschlussverlangen hat der Ortschaftsrat das Thema aber noch einmal auf 
die Juli-Sitzung des Stadtrates setzen lassen. Dort wurde es vertagt. Die 
Position der Bundesstiftung Umwelt dürfte die Kritiker des Projekts bestärkten.

Die Bundesstiftung hat in den vergangenen Jahren insgesamt 47 großräumige 
Flächen mit einer Gesamtgröße 60 000 Hektar übernommen, um diese langfristig 
für den Naturschutz zu sichern. Dazu zählt die 1 650 Hektar große 
Naturerbefläche „Roßlauer Elbauen“, die in direkter Nachbarschaft zur geplanten 
Biogasanlage liegt. Die Grenzen des Biosphärenreservats „Mittelelbe“ seien nur 
etwa 2,1 Kilometer weg, die Olbitzbach-Niederung, ein FFH-Schutzgebiet, sei 1,7 
Kilometer entfernt.

Die Naturschützer haben mehrere Bedenken gegen die Biogasanlage: Dass 
ökologisch wertvolle Grünländereien umgebrochen werden, um Mais anzubauen. Das 
verringere nicht nur die Aufnahmefähigkeit der Böden, was bei Hochwasser 
entscheidend ist, die Experten fürchten auch, dass die Monokultur Mais und die 
notwendigen Dünger sich nachteilig auf die Pflanzen- und Tiervielfalt in der 
Umgebung auswirken und nicht zuletzt der Transport von 52 500 Tonnen für eine 
erhebliche verkehrliche Mehrbelastung rund um das Naturerbegebiet sorgt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt warnt deshalb, dass die Biogasanlage eine 
mögliche Erweiterung des Biosphärenreservates im Bereich Roßlau gefährde. Die 
Biogasanlage steht dem diametral entgegen. Diese sei mit den Entwicklungs- und 
Erhaltungszielen der Naturerbefläche „Roßlauer Elbauen“ nicht vereinbar.

Es ist ein Satz, den Richard Dammann, einer der Sprecher von der Roßlauer 
Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage, ausdrücklich hervorhebt. „Die Ziele 
der Bundesstiftung Umwelt sind sicherlich bedeutsamer als die Schaffung von 
höchstens zwei Arbeitsplätzen und das Zunichtemachen übergeordneter 
Raumordnungsbestrebungen.“

[1] http://www.mz-web.de/20640938,24201886.html




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen 
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen 
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe 


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Greenhouse Infopool baut um! 
Wir sind jetzt vor allem hier: 

Twitter: 
http://twitter.com/greenhouse_info 

RSS-Feed: 
http://tinyurl.com/greenhouse-feed

Facebook (Beta): 
http://www.facebook.com/mika.latuschek 

Twitter-News per E-Mail erhalten:
https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info




_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an