The Guardian/der Freitag
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JASON MARK 16.10.2013 

„Eine grüne Graswurzelrebellion“

IM GESPRÄCH Die großen Umweltorganisationen sind gescheitert, klagt die
Aktivistin Naomi Klein. Zu eng seien sie mit Politik und Industrie
verflochten

Jason Mark: Sie haben in Ihren Büchern über die Macht von Markennamen
geschrieben, über populistische Bewegungen und über den Fundamentalismus des
freien Marktes [1]. Warum nun eines zum Klimawandel?

Naomi Klein [2]: Mein letztes Buch 'Die Schock-Strategie' endete mit dem
Klimawandel, mit einer dystopischen Zukunftsvision, in der eine schwache
Infrastruktur mit schweren Unwettern konfrontiert wird. Also so, wie wir es
beim Hurrikan Katrina gesehen haben. Und alle versuchen dann irgendwie von
dieser Krise zu profitieren. Damals wurde mir klar, dass der Klimawandel zu
einem der größten Tummelplätze für die von mir so genannten
Katastrophenkapitalisten werden könnte. So war es für mich ein nächster
logischer Schritt, nachdem ich über Katastrophenkapitalismus geschrieben
hatte, nun über den Klimawandel zu schreiben.

Für 'Die Schock-Strategie' bin ich der Geschäftemacherei mit dem Irak-Krieg
nachgegangen und habe gesehen, wie sich da dieselben Muster wie nach
Naturkatastrophen wiederholten. Dann kam mir die Idee, dass der Klimawandel
eine Art „Menschenschock“ auslösen könnte - also nicht bloß eine weitere
Gelegenheit für Katastrophenkapitalisten, sich am Elend zu bereichern.
Sondern eine Chance für progressive Kräfte, die Demokratie zu stärken und
weltweit die Lebensgrundlagen zu verbessern. Als ich an einem Artikel über
Wiedergutmachungszahlungen arbeitete, bin ich auf das Konzept der
„Klimaschulden“ gestoßen. Ich habe Angélica Navarro getroffen, die das Land
Bolivien bei den Genfer Klimagesprächen vertrat und dafür warb, den
Klimawandel zum Anlass für einen weltweiten grünen Marshall-Plan zu nehmen:
Der Norden würde seine Klimaschuld dann in Form eines gigantischen grünen
Entwicklungsprojekts abgelten.

Jason Mark: Nach dem Hurrikan Sandy haben Sie darüber geschrieben, wie groß
das Potenzial eines solchen Menschenschocks wäre. Aber gibt es denn diese
globale Graswurzelbewegung schon irgendwo?

Naomi Klein: Ich sehe den Menschenschock an vielen Fronten, zum Beispiel
überall da, wo sich Gruppen zu Wort melden, die seit vielen Jahren für eine
nachhaltige Landwirtschaft kämpfen und nun erkennen, dass darin auch eine
Lösung für größere Klimafragen liegt. Viele Themen werden in einen neuen
Zusammenhang gestellt. Hier in Kanada kommt der heftigste Widerstand gegen
die Ölsandförderung von den indigenen Gemeinschaften, die flussabwärts der
Sandgebiete leben. Sie wehren sich nicht wegen des Klimawandels, sondern
weil ihre Körper vergiftet werden. Und gerade darin liegt ein gewaltiges
Potenzial.

Jason Mark: Aber noch mal gefragt: Was hat sich denn beispielsweise nach dem
Hurrikan Sandy verändert?

Naomi Klein: Da sehe ich tatsächlich hoffnungsvolle Reaktionen vor allem von
der Basis. Auf der Halbinsel Rockaway haben sich die Leute von Anfang an gut
organisiert, da war die Bewegung Occupy Sandy besonders stark, und neue
Netzwerke sind entstanden. Die erste Phase ist ja das Aufräumen, und da
behördliche Wiederaufbaumaßnahmen immer mehr zurückgefahren werden, erstarkt
die Stellung dieser organisierten Gruppen: Sie gehen zu den Meetings, reden
mit den Immobilienentwicklern, bringen eine andere Vision von öffentlichem
Wohnungsbau ein, sehr viel besser als das, was es heute gibt. Also ja, da
passiert auf jeden Fall etwas. Noch wird wenig Notiz davon genommen, aber
ich verfolge es sehr genau.

Jason Mark: Sie haben geschrieben, in der Klimadebatte sei ein doppelter
Verleugnungsmechanismus am Werk: Konservative streiten wissenschaftliche
Erkenntnisse ab, während manche Liberale die Implikationen dieser
Erkenntnisse nicht wahrhaben wollen. Woran liegt es, dass ein Teil der
Umweltbewegung sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft und
Märkte partout nicht befassen mag?

Naomi Klein: Ich sehe eine tiefe Verleugnungsneigung in der Umweltbewegung,
vor allem bei deren großen Interessenverbänden, den Big Green Groups. Und um
ehrlich zu sein: Ich glaube, durch sie haben wir schon mehr an Boden
verloren als durch die Ignoranz unserer Gegner. Und zwar, weil sie uns in
Richtungen lenken, in denen nur armselige Ergebnisse zu erwarten sind.
Schauen wir uns an, was aus dem Kyoto-Protokoll geworden ist, aus dem von
der UNO beschlossenen „Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung“ oder
aus dem Emissionshandel in der EU: Fast ein Jahrzehnt sind diese Programme
nun in Kraft, die Bilanz ist verheerend. Nicht nur sind die Emissionen
weiter angestiegen, es wird auch ohne Ende gemauschelt, und das wiederum ist
Wasser auf die Mühlen der Gegner. Die haben zum System der
Schadstoffobergrenzen gesagt: Das begünstigt die Großkonzerne, außerdem
klappt es eh nicht. Und sie lagen richtig.

Jason Mark: Aber was folgt daraus?

Naomi Klein: Ich halte es für eine sehr wichtige Frage, warum sich die
Umweltorganisationen so unwillig zeigen, aus den wissenschaftlichen
Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. Für mich haben hier Kevin Anderson und
Alice Bows vom britischen Tyndall Centre für Klimaforschung besonderen Mut
gezeigt, sie konfrontieren ihre Forscherkollegen damit, wie neoliberale
Wirtschaftsdoktrinen das wissenschaftliche Establishment unterwandert haben.
Das ist eine wirklich gruselige Lektüre. Denn seit mindestens einem
Jahrzehnt sagen sie uns, dass die Verringerung von Schadstoffausstoß mit
Wirtschaftswachstum nicht vereinbar ist.

Wie wir wissen, konnte die Umweltbewegung in den späten sechziger und in den
siebziger Jahren eine Reihe großer Siege feiern, als für Umwelt- und
Naturschutz überhaupt erst ein legislativer Rahmen geschaffen wurde. Es
waren Gesetze nach dem Schema „Befehl und Kontrolle“: Das und das darfst du
nicht tun, die und die Substanz ist verboten oder streng limitiert. Dieser
Ansatz, die Dinge von oben zu regeln, wurde in den USA gekippt, als Ronald
Reagan Präsident war. Er hat die Umweltbewegung ganz offen bekämpft. Der
Kalte Krieg ging vorbei, und das neue Böse waren die Umweltschützer. Damals
hätte die Bewegung auf zwei Arten reagieren können: sich wehren und die
Werte verteidigen, für die sie stand.

Jason Mark: Aber man arrangierte sich.

Naomi Klein: Genau. Seitdem geht es immer um Partnerschaft mit der
Industrie. Nicht „Verklagt die Mistkerle“, sondern „Versucht mit den
Mistkerlen zusammenzuarbeiten“. Es gibt keinen Gegner mehr. Stattdessen
sollen die Konzerne sogar selbst die Lösung sein. Das ist das Modell, das
heute vorherrscht. Ich möchte kurz auf den Streit um das NAFTA zurückkommen,
das nordamerikanische Freihandelsabkommen. Die großen Umweltorganisationen,
mit ganz wenigen Ausnahmen, haben sehr aggressiv für das NAFTA geworben,
obwohl ihre Mitglieder dagegen rebellierten. Wir haben ein völlig
unhaltbares Wirtschaftsmodell des Hyperkonsums globalisiert. Es verbreitet
sich erfolgreich über die ganze Welt und tötet uns. Die Umweltorganisationen
haben dabei nicht etwa zugesehen - sie haben mitgemacht, als willfährige
Helfer. Und ich glaube, diese Haltung geht zurück auf die elitären Anfänge
der Bewegung, darauf, dass viele Naturschutzgruppen sich aus einem Impuls
des „Adel verpflichtet“ heraus gründeten. Angehörige der Oberschicht gingen
zusammen wandern und beschlossen, die Umwelt zu retten. Dann wechselte die
Oberschicht. Hätte sich die Umweltbewegung nun zum Kampf entschlossen, hätte
sie ihren Elitestatus aufgeben müssen. Und das wollte sie nicht. Ich glaube,
darin liegt ein wesentlicher Grund für die Emissionsraten, die wir heute
haben.

Jason Mark: Zumindest in Amerika gibt es immer den Wunsch nach dem
Win-win-Szenario. Doch wenn wir den CO2-Ausstoß wirklich um, sagen wir, um
80 Prozent reduzieren wollen, wird es Verlierer geben. Und wenn ich Sie
richtig verstehe, tun sich die Umweltorganisationen schwer damit, ihren
Partnern zu sagen: „Ihr werdet verlieren.“

Naomi Klein: So ist es. Da müsste man sich ja mit der Macht anlegen. Aber
die angebliche Win-win-Strategie, die hinter dem Emissionshandel steht, ist
katastrophal gescheitert. Die Umweltlobby ist längst nicht so clever, wie
sie glaubt. Sie hat sich in spektakulärem Ausmaß linken lassen. Ihre
Ansprechpartner hatten oft einen Fuß im Dachverband US Climate Action
Partnership und einen in der US-Handelskammer. Die holten ihre Schäfchen ins
Trockene. Und als sie sahen, dass sie ohne gesetzliche Regelung davonkommen
konnten, waren sie ganz schnell wieder raus aus dem Dachverband.

Die Phrase „Win-win“ ist interessant, denn es gibt bei dieser Strategie
immer jede Menge Verlierer. Ich sehe erdrückende Beweise dafür, dass wir die
wichtigsten Lehren aus diesem Irrtum nicht gezogen haben.

Jason Mark: Was sind denn diese Lehren?

Naomi Klein: Zum einen geht es um die Bereitschaft, mit der, dem Wunsch nach
einem Win-win in Koalition mit den großen Umweltverschmutzern entsprechend,
die unmittelbar Leidtragenden geopfert werden. Zum Beispiel die Menschen im
kalifornischen Richmond, die sagen könnten: „Wir bekämpfen den Klimawandel,
und unsere Kinder leiden weniger an Asthma.“ Dort aber lautete der Deal: Ihr
könnt eure Dreckschleudern hier weiter laufen lassen, wenn ihr auf der
anderen Seite der Welt irgendwo ein Umweltprojekt unterstützt. Damit waren
die Menschen in Richmond die Verlierer. In dem Buch, das ich schreibe, geht
es darum, wie wir mit der Finanzkrise und der Umweltkrise gleichzeitig
fertig werden könnten. Daran glaube ich fest.

Aber dafür müssen wir Bündnisse mit Menschen bilden, nicht mit Konzernen.
Und immer wieder sehe ich diese Bereitschaft, Grundprinzipien der
Solidarität über Bord zu werfen: Sei es der Fall Richmond oder sei es eine
indigene Gemeinschaft in Brasilien, die von ihrem Land verdrängt wird, weil
da neuerdings ein Schutzgebiet oder eine Kohlenstoffsenke sein soll, und so
wird ihnen der Wald versperrt, in dem sie ein nachhaltiges Leben geführt
haben. Bloß weil eine Umweltorganisation diesen Wald als Verhandlungsmasse
benutzt.

Jason Mark: Aber ist der schlimmste Katastrophenkapitalismus nicht das
Geo-Engineering?

Naomi Klein: Es ist, denke ich, auf jeden Fall der extremste Ausdruck des
Wunsches, sich die harte Arbeit der Emissionssenkung zu ersparen, und darin
liegt wohl auch sein Reiz. Geo-Engineering wird immer verlockender, je
schwerer der Klimawandel zu leugnen ist. Viele Leute werden sich dankbar
dazu bekehren lassen, denn es stellt unser Weltbild nicht infrage. Es öffnet
uns ein Hintertürchen, damit wir unsere Vormachtstellung behalten können.
Wir zeigen angesichts des Klimawandels schon jetzt eine Brutalität, eine
Bereitschaft, Menschen in großer Zahl zu opfern, die ich wirklich beklemmend
finde. Wir verfügen, glaube ich, nicht einmal über eine Sprache, die das
Geo-Engineering beschreiben könnte, denn wir beschließen hier sehenden
Auges, dass Zivilisationen sterben, dass ganze Völker verschwinden. Wir
wären imstande, das zu verhindern, doch wir entscheiden uns dagegen. Unsere
Sprache spiegelt die tiefe Unmoral und Gewaltsamkeit dieser Entscheidung
nicht wider. Wenn auf den Klimakonferenzen die afrikanischen Delegierten
Worte wie Genozid in die Debatte einbringen, verbitten sich das die Europäer
und Nordamerikaner ganz entrüstet. Dabei ist Genozid nach UN-Definition die
vorsätzliche Vernichtung oder Vertreibung von Völkern. Was die Delegierten
aus dem Norden eigentlich sagen, ist: Wir tun das nicht, weil wir euch
vernichten wollen - wir tun es, weil es uns zutiefst egal ist. Uns ist egal,
ob ihr verschwindet, solange wir weitermachen können wie bisher. Was mit
euch passiert, ist eine Nebenwirkung, ein Kollateralschaden. Mir scheint,
eine der aufkommenden Krisen ist eine Sprachkrise. Wir sprechen über dieses
Thema nicht in der Sprache der Dringlichkeit, die ihm angemessen wäre.

Jason Mark: Sie haben gesagt, die Erzählungen der einst Progressiven seien
inzwischen unzureichend geworden. Was aber tritt an ihre Stelle?

Naomi Klein: Ich glaube, die vormals progressiven, aber nun überkommenen
Vorstellungen sind noch eng mit der hiesigen Frontier-Mentalität verknüpft:
Amerika ist ein Land, das einst als unschuldig galt, ein „entdecktes“ Land
mit einer Überfülle an Natur. Dass die jemals aufgebraucht wäre, war nicht
denkbar. So sieht unser Gründungsmythos aus.

Große Hoffnung macht mir nun das Erstarken einer indigenen Bewegung, die
„Idle No More“ heißt und gerade in Kanada entsteht. Ich war kürzlich bei
einer Podiumsdiskussion bei denen, als einzige Nicht-Indigene, und alle
anderen dort haben gesagt, ja, wir sind bereit, nun auch eine Führungsrolle
zu übernehmen. Es hat lange gedauert, bis wir so weit gekommen sind. Es war
das erste Mal, dass ich diese Offenheit erlebt habe, diese Bereitwilligkeit
voranzugehen und einen alternativen Weg zu weisen, der mit der Erde
verbunden ist. Daraus schöpfe ich gerade viel Hoffnung.

In Montana, im nördlichen Cheyenne-Reservat, gibt es ein gewaltiges
Kohlevorkommen, seit vielen Jahren wird diskutiert, ob diese Kohle abgebaut
werden darf oder nicht, und es sah ganz danach aus, dass sie abgebaut würde.
Es wäre jedoch ein Verstoß gegen alte Weissagungen, eine sehr heikle
Angelegenheit. Nun tritt aber eine neue, junge Generation in diesem Reservat
hervor und ist entschlossen, die Kohle im Boden zu lassen. Sie machen sich
mit der Solar- und Windenergietechnik vertraut. In Kanada ist das ein
Riesenthema, weil dort gewaltige unerschlossene Reserven an fossilen
Brennstoffen unter indigenem Land liegen. Seien es das arktische Öl, die
Ölsande, Erdgas oder die größten Kohlevorkommen Nordamerikas. Auch die
günstigsten Pipeline-Routen führen durch indigenes Land. Ich glaube, bei uns
in Kanada werden die Rechte der Urbevölkerung ernster genommen als in den
USA, aber ich hoffe, auch dort ändert es sich.

Jason Mark: Interessant. Während einige der großen Umweltorganisationen ganz
verzückt auf Konzepte wie „Ökosystemdienstleistung“ oder „Natürliches
Kapital“ reagieren, kommt aus dem Süden der Welt und von den indigenen
Gemeinschaften diese Gegenkraft. Ein geradezu dialektischer Prozess.

Naomi Klein: Das sind die alternativen Weltbilder, die sich jetzt gerade
ausprägen. Das andere, was geschieht - wie soll ich es nennen? Vielleicht
eine Reformwelle, eine Graswurzelrebellion. Etwas ist im Gang in der
Umweltbewegung in den USA und Kanada, gewiss auch in Europa. Allzu lange
haben sich die großen Umweltorganisationen von dem leiten lassen, was ich
Astronautenweltbild nenne: Sie haben von oben auf die Erde herabgeblickt. Es
ist an der Zeit, uns vom Bild des Globus zu verabschieden, denn es verführt
dazu, die Natur nur noch abstrakt zu betrachten.

Ganz deutlich wurde dies in der Debatte übers Fracking. Die Führungsetagen
des Sierra Club, des Natural Resources Defense Council und des Environmental
Defense Fund sagten alle, das sei eine „Brückentechnologie“: Wir haben
nachgerechnet, und wir sind dafür. Da bekamen sie aber massiven Gegenwind
von ihren Mitgliedern, besonders der Sierra Club. Und alle mussten sie ihre
Haltung revidieren.

Die Basis fragt: Was ist das für ein Umweltschutz, der sich nicht ums Wasser
schert, nicht um ländliche Räume, die industrialisiert werden sollen? Nun
zeigt sich der Graswurzelwiderstand in den Protesten gegen die
Keystone-XL-Pipeline, gegen die Northern-Gateway-Pipeline und in der
Massenbewegung gegen das Fracking. In diesem Bereich werden jetzt die Siege
errungen. Ich glaube, die großen Umweltorganisationen werden bedeutungslos.
Vielleicht bekommen sie noch viel Geld von Konzernen, von reichen Spendern
oder Stiftungen, aber ihr ganzes Modell ist in der Krise.

Jason Mark: Ich möchte nicht, dass unser Gespräch mit so einer schlechten
Nachricht endet.

Naomi Klein: Vielleicht ist das gar keine schlechte Nachricht. Ich sehe da
große Veränderungen. Der Sierra Club zum Beispiel hat einen Reformprozess
durchlaufen. Er kämpft nun ganz vorne mit. Viele dieser Gruppen müssen auf
ihre Basis hören. Manche werden sich verweigern, weil sie zu tief in dem
Partnerschaftsmodell feststecken und ihnen viele Interessenkonflikte drohen.

Das sind diejenigen, die wirklich zu leiden haben werden, und das finde ich
auch richtig. Einen wichtigen Impuls sehe ich gerade in Europa, wo 100
Bürgerinitiativen die EU dazu aufrufen, ihren gescheiterten Emissionshandel
zu stoppen und stattdessen wirklich darüber zu reden, wie der
Schadstoffausstoß in den einzelnen Ländern zu senken wäre. Das ist der
Moment, in dem wir uns jetzt befinden. Wir dürfen keine Zeit mehr mit
Hütchenspielen vergeuden.

Das Gespräch führte Jason Mark Übersetzung: Michael Ebmeyer. Das Interview
ist auf theguardian.com/uk erschienen [3]. 

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[1] http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ein-politischer-tsunami
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Naomi_Klein
[3] http://gu.com/p/3tjz7




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