Pressetext Austria (pte)
http://www.pressetext.com/news/20131016001

Klimawandel: Rolle der Regenwürmer umstritten

Wissenschaftler geben zu bedenken, dass Langzeitmessungen fehlen 

Von Michaela Monschein

Guangzhou (pte/16.10.2013/06:05) Der Regenwurm wurde in diesem Jahr bereits 
beschuldigt, einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel zu leisten. Eine 
chinesische Studie hat jetzt ergeben, dass diese Beschuldigung falsch sein 
könnte. Ein Fünftel der Kohlendioxidemissionen stammen aus dem Boden, und hier 
spielt der Regenwurm eine entscheidende Rolle.

Über 200 Studien analysiert 

Die Würmer wühlen den Boden auf und fördern so den Abbau von organischen 
Stoffen, aber auch die Entstehung von Kohlendioxid. Sie steuern auch Prozesse 
unter der Erde, die Kohlenstoff einschließen, aber auch freisetzen. Eine 
Analyse von mehr als 200 veröffentlichten Studien durch die Wageningen 
University hat ergeben, dass die Regenwürmer die Kohlendioxidemissionen aus der 
Erde um rund ein Drittel erhöhen.

Weixin Zhang vom South China Botanical Garden betont, dass die Sachlage viel 
komplexer ist. Die Arbeit seines Teams hat ergeben, dass die Mikroben in den 
Därmen der Regenwürmer organischen Kohlenstoff in eine Form verwandeln, die vom 
Boden gespeichert werden kann. "Wir gehen davon aus, dass die Schätzungen einer 
Erhöhung der Bodenemissionen um 33 Prozent viel zu hoch sind." Die 
Forschungsergebnisse wurden in Nature Communications veröffentlicht [1].

Ausbreitung angezweifelt 

Die meisten Studien waren laut dem Forscher zu kurzfristig ausgelegt, um die 
Vorgänge in den Därmen der Regenwürmer beobachten zu können. Man brauche dafür 
jahrelange Studien. Ingrid Lubbers, die leitende Wissenschaftlerin der 
niederländischen Studie, räumt laut NewScientist ein, dass es bis jetzt keine 
Langzeitmessungen gegeben hat. Diese Studienergebnisse könnten wichtig für 
zukünftige Einschätzungen des Klimawandels werden. Das gilt vor allem dann, 
wenn sich die Regenwürmer auf neue Regionen ausbreiten.

Im letzten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change kamen die 
Würmer zum Beispiel gar nicht vor. Laut Lubbers spielen die Regenwürmer 
weltweit eine wichtige Rolle in der Treibhausgasbilanz der Böden. Die 
Wissenschaftlerin erwartet, dass ihr Einfluss in den nächsten Jahrzehnten noch 
weiter zunehmen wird. Nach der Ausrottung während der letzten Eiszeit waren zum 
Beispiel große Teile Nordamerikas frei von Regenwürmern. Sie kamen erst mit den 
europäischen Siedlern und der von ihnen mitgebrachten Erde wieder zurück.

Diese Regenwürmer wandern auch heute immer noch nach Norden. Wissenschaftler 
wie Paul Hendrix von der University of Georgia sehen diese Wanderbewegung als 
gefährliche Invasion. Für Lubbers fördert die Landwirtschaft inklusive 
ökologischer Anbaumethoden die Ausbreitung der Regenwürmer. Die Erderwärmung 
werde sie wahrscheinlich noch aktiver machen.

--------------------------------------------------------------------------

[1] http://dx.doi.org/10.1038/ncomms3576 




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen 
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen 
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe 


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Greenhouse Infopool baut um! 
Wir sind jetzt vor allem hier: 

Twitter: 
http://twitter.com/greenhouse_info 

RSS-Feed: 
http://tinyurl.com/greenhouse-feed

Facebook (Beta): 
http://www.facebook.com/mika.latuschek 

Twitter-News per E-Mail erhalten:
https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info




_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an