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N A B U - P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 131/13 ---- 21.10.2013 
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Umwelt/Internationales/Atomkraft
NABU: Fukushima erfordert internationalen Rettungsplan 
Miller: Japan hilflos im Umgang mit Katastrophen-Reaktor 
 
Berlin – Anlässlich der heute endenden Untersuchungen durch die
internationale Atomenergiebehörde (IAEO) fordert der NABU einen
internationalen Rettungsplan für den Katastrophen-Reaktor. „Schlimm
genug, dass die japanische Regierung mehr als zwei Jahre brauchte, um
die internationale Gemeinschaft um Hilfe zu bitten. Bis heute ist Japan
nicht in der Lage, Schritt für Schritt die Schäden rund um die
havarierte Atomanlage in Fukushima einzudämmen. Es sind viele Firmen vor
Ort, aber es gibt keinen Masterplan“, kritisiert Bundesgeschäftsführer
Leif Miller.
Damit die weltweit besten Wissenschaftler und Ingenieure in Sachen
Nuklearsicherheit in Fukushima helfen können, muss jetzt schonungslos
und ehrlich die Lage vor Ort bewertet werden. Die japanische
Betreiberfirma Tepco, die nationalen Behörden und internationale
Experten der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation WHO und
der IAEO müssten jetzt endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und
effektiv zusammenarbeiten, um schnellstmöglich die Kontrolle über das
zerstörte Atomkraftwerk wieder herzustellen. „Wer jetzt noch die
Interessen der Atom-Industrie vertritt und die Gefahren von Fukushima
ignoriert oder verharmlost, spielt mit dem Leben zahlreicher Menschen“,
warnte NABU-Bundesgeschäftsführer Miller weiter.
Die bisher eher hilflosen Schutzmaßnahmen in Fukushima bestünden
hauptsächlich darin, verseuchtes Wasser in den Pazifik zu pumpen. Die
ausgetretenen radioaktiven Nuklide lagern sich im Sediment am
Meeresboden ab und werden von Muscheln und Röhrenwürmer aufgenommen und
teilweise wieder ausgeschieden. Mit den Strömungen des Pazifiks breitet
sich die Kontamination über belastete Fische und Algen in die Welt aus.
Dazu droht eine weitere Katastrophe: Die Aufräumarbeiten im maroden
Reaktor 4 stecken fest, hier müssten über tausende hochradioaktive
Brennelemente gesichert werden. „Noch ist aber völlig unklar, wie das
gelingen soll“, so Miller. Können die Brennelemente nicht mehr gekühlt
werden, müssten riesige Gebiete evakuiert werden, je nach Windrichtung
auch Tokio, was in der Praxis bei über 13 Millionen Einwohnern aber kaum
möglich sei. Die internationalen Atomkraft-Experten müssten daher in
ihren Rettungsplan auch mit aufnehmen, welche Wege die radioaktive
Strahlung Fukushimas zurücklegen könnte.
Für Rückfragen: 
Tina Mieritz, NABU-Energieexpertin, Tel. 030-284984-1611
Im Internet zu finden unter www.nabu.de/themen/energie/atomkraft  
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Redaktion: Kathrin Klinkusch, Annika Natus, Iris Barthel, Nicole Flöper
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