On Monday, December 09, 2013 1:26 PM, Georg Löser [mailto:[email protected]] 
wrote:

Hallo liebe Leute:

das mit der sozial wirksamen Energiegeld-Rückzahlung ist seit langem im Kanton 
Basel-Stadt Gesetz - dort pro Haushalt und pro Arbeitsplätze aus einer 
Energiebesteuerung bzw. -abgabe:
http://www.bonusbasel.ch/faq/faq6.html

Man schaue sich die sehr gute Ausformung des Gesetzes an: "1.000mal besser" als 
der in vielerlei Hinsicht betrügerische Emissionshandel, finde ich.
http://scrap-the-euets.makenoise.org/deutsch/
http://www.tni.org/article/forget-backloading-and-scrap-ets

Neben dieser Lenkungsabgabe gibt es in Basel noch eine Förderabgabe auf Strom, 
die pro Erneuerbare/EFF (effiziente Energienutzung) eingesetzt wird:
www.aue.bs.ch/fachbereiche/energie/foerderpolitik/20-jahre-foerderabgabe.htm

Nur weiß in D kaum einer was davon, und seltsamerweise greifen die, die es 
wissen müssten, es nicht auf. Das Basler Gesetz entspricht entfernt etwas der 
deutschen ökosozialen Steuerreform von 1999 im Rahmen der damals neuen 
Stromsteuer, die zu 90% zur Absenkung der Beitragssätze bei der 
Rentenversicherung verwendet wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromsteuergesetz_(Deutschland)

Die Stromsteuer (bzw. die Energiesteuer) sollte laut deren Befürwortern 
voraussehbar weiter steigen, um Energie (via Strom- und Mineralölsteuer) zu 
verteuern und Arbeit zu verbilligen. Die Regierung Schröder hat diese weiteren 
Schritte gestoppt.

Leider erwägen in D neuerdings sogar einige Umweltorganisationen 
dümmlicherweise, die Stromsteuer senken zu lassen, statt sie zu erhöhen. 
Vielmehr sollte, meine ich, die Mehrwertsteuer auf die Stromsteuer und auf die 
EEG-Umlage gestrichen, zumindest aber halbiert werden, das ginge per 
Umsatzsteuergesetz-Novelle - dies, um die an sich schon sehr notwendige 
Diskussion über die Art und Höhe der EEG-Umlage aus unserer 
EFF+Erneuerbare-Sicht etwas zu entlasten, bis eine gute Lösung samt an die EE 
und EFF angepasstem Marktdesign gefunden und durchgesetzt ist.

Denn das mit der Ausgleichsmechanismus-Verordnung (2009/2010) des EEG ist ein 
ganz dickes Problem, das die Fähigkeit hat, den Ausbau der EE abzuwürgen, und 
das schon tut. Sie wurde laut Eurosolar "auf Wunsch der Industrie" eingeführt, 
verbilligt den Börsenstrom, erhöht die EEG-Umlage dramatisch ohne Fördereffekt 
für diese und lässt sich sodann trefflich argumentativ gegen EE verwenden. 
http://eurosolar.de/de/images/stories/pdf/SZA_3_2013/Allnoch_SZA_3_2013.pdf

Beste Grüße, Georg Löser Gundelfingen i.Br., 9.12.2013

 
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Gesendet: Montag, 09. Dezember 2013 um 08:43 Uhr
Von: "Greenhouse Infopool" <[email protected]>
An: "Greenhouse Infopool" <[email protected]>
Betreff: FW: [sfv] Kritiker: Mindestlohn ignoriert Schieflage zwischen Arbeit 
und Energie

On Sunday, December 08, 2013 11:04 PM, Wolf von Fabeck -
Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. <[email protected]> wrote:

Jürgen Grahl [1] schreibt zur Mindestlohnregelung im Koalitionsvertrag:

--Kurz eingehen will ich noch auf den Einwand, man dürfe ein Gesamturteil
über den Koalitionsvertrag nicht allein an der Energiepolitik, die ja nur
eines von vielen Politikfeldern sei, festmachen. Dieser Einwand verkennt zum
einen die zentrale, ja überlebenswichtige Rolle der Energiepolitik und die
große Bedeutung der erneuerbaren Energien auch für andere Politikfelder (wie
Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Friedens- und Entwicklungspolitik). Zum anderen
fällt das Urteil über den Koalitionsvertrag nicht unbedingt günstiger aus,
wenn man weitere Kernthemen einbezieht.

So preist um nur das wohl wichtigste Beispiel herauszugreifen die
SPD-Führung den flächendeckenden Mindestlohn als ihre Haupterrungenschaft im
Koalitionsvertrag. Nun ist die Absicht, anständige Bezahlung für anständige
Arbeit durchzusetzen, aller Ehren wert, und keinesfalls soll hier der
naiv-absurden neoliberalen Forderung, man solle die Lohnfindung möglichst
komplett dem freien Markt überlassen, dessen "unsichtbare Hand" schon alles
automatisch zum Besten regele, das Wort geredet werden. Die heute bestehende
Schieflage zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit und Energie legt im
Gegenteil die Vermutung nahe, dass der "Gleichgewichtslohn", der sich auf
einem (hypothetischen) komplett deregulierten Arbeitsmarkt einstellen würde,
auf einem inakzeptabel niedrigen, um nicht zu sagen menschenunwürdigen
Niveau liegen würde.

Diesem Dilemma durch die Einführung von Mindestlöhnen abhelfen zu wollen,
greift freilich zu kurz (auch wenn diese in gewissen Einzelfällen angezeigt
sein mögen): Offenbar übersehen die Mindestlohn-Befürworter, dass der Staat
zwar zu niedrige, menschenunwürdige Löhne verbieten kann aber nicht die
zunehmende Ersetzung von Arbeit durch Energie im Zuge von Rationalisierung
und Automatisierung. Ich stehe nicht auf dem (zynischen) Standpunkt, dass
jede Arbeit egal wie schlecht bezahlt besser sei als gar keine Arbeit;
man könnte Mindestlöhne durchaus mit dem m.E. freilich unbefriedigenden -
Argument rechtfertigen, die Gesellschaft solle eher noch Arbeitslosigkeit
als Ausbeutung in Kauf nehmen. Leider wird in der Mindestlohn-Diskussion
jedoch selten so differenziert argumentiert, stattdessen wird die mit
Mindestlöhnen einhergehende Tendenz zum Arbeitsplatzabbau völlig verdrängt:
Wer für Mindestlöhne wirbt, der muss sich auch der Tatsache stellen, dass
dann künftig vielleicht nicht mehr der Postbote, sondern die Amazon-Drohne
die Pakete liefern wird.--

(Ergänzung von Wolf von Fabeck: Die Vorstellung der Amazon-Drohne mag für
Technik-Freaks ja noch faszinierend sein. Keinerlei Zustimmung aber würde
sicherlich die Vorstellung finden, dass zur Vermeidung der Personalkosten
für Krankenschwestern und -betreuer zukünftig immer mehr pflegebedürftige
Menschen durch Medikamente ruhig gestellt und durch Pflegeroboter betreut
werden müssen. Aufrütteln sollte uns auch die Erkenntnis, dass billige
Energie dazu führt, dass die energieintensive Umwandlung von Bodenschätzen
in Grundstoffe beschleunigt wird und zu immer schnellerer Erschöpfung der
Ressourcen führt.)

Weiter schreibt Jürgen Grahl:

--Nun gibt es glücklicherweise Auswege aus dem Dilemma, zwischen den Übeln
Ausbeutung und Arbeitslosigkeit wählen zu müssen. Ein solcher Ausweg besteht
darin, menschliche Arbeit durch die (in zahlreichen meiner früheren Beiträge
geforderte) Verlagerung der Steuerlast von der Arbeit zur Energie für alle
wieder attraktiver zu machen und damit SOWOHL der Ausbeutung ALS AUCH der
Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Hiervon ist im Koalitionsvertrag von
Union und SPD freilich nichts zu lesen, der stattdessen wieder einmal ganz
vom anachronistischen Ungeist des Wachstumsfetischismus durchdrungen ist.
Auch aus wirtschafts-, arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Perspektive wird
dieser Koalitionsvertrag also den Herausforderungen der Zukunft nicht
gerecht.--

Ergänzend noch ein Hinweis: In vielen seiner Beiträge erwähnt Jürgen Grahl
dann auch noch die Zahlung eines monatlichen Energiegeldes für jeden
Bewohner, um die negative Auswirkung einer Energiesteueranhebung auf
einkommensschwache Menschen abzufedern.
http://www.sfv.de/pdf/Dogmen_Oekonomie_1pdf.pdf
http://sfv.de/artikel/energiegeld_z_sozialen_ausgleich_d_energiesteuer.htm

--

[1] http://www.mathematik.uni-wuerzburg.de/~grahl/ 

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Etikettenschwindel zum Emissionshandel im schwarz-roten Koalitionsvertrag

Der erste Satz zum Emissionshandel lautet: "Die Koalition will einen
wirksamen Emissionshandel auf europäischer Ebene." Doch was dann folgt, ist
das genaue Gegenteil.

Lesen Sie weiter auf www.sfv.de unter
http://tinyurl.com/ltsfpvv

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Frère-Roger-Str. 8-10 52062 Aachen
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