-----Original Message-----
Feed: greenpeace-magazin.de: Tagesthemen
Posted on: Wednesday, January 22, 2014 5:29 PM
Author: greenpeace-magazin.de: Tagesthemen
Subject: Kabinett billigt Energie-Paket - CSU gegen Biomasse-Einschnitte 

Berlin (dpa) - Das Kabinett hat Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel 
(SPD) Rückendeckung gegeben für eine grundlegende Reform des 
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Bei der Klausur im brandenburgischen 
Meseberg billigte das Kabinett am Mittwoch ein überarbeitetes Eckpunktepapier. 
Vergütungen sollen gesenkt und der Windkraftausbau an Land stärker begrenzt 
werden. Bei geringeren Kosten als bisher soll der Ökostrom-Anteil von knapp 25 
Prozent im Jahr 2025 auf bis zu 45 Prozent steigen. Gabriel will die 
Ökostrom-Vergütungen auf im Schnitt 12 Cent pro Kilowattstunde bei neuen 
Anlagen senken - und die Industrierabatte einschränken. Die Bürger zahlen die 
Kosten per Umlage über ihre Strompreise mit.

Allerdings wurden auf Druck Bayerns Korrekturen durchgesetzt - das Land hat 
besonders viele Biogasanlagen. In einer Protokollnotiz forderten die drei 
CSU-Minister Hans-Peter Friedrich (Agrar), Alexander Dobrindt (Verkehr) und 
Gerd Müller (Entwicklung), dass es keine Kürzung bei bestehenden 
Biomasseanlagen geben darf. Die bisherige Vergütung für Anlagen bis 75 Kilowatt 
müsse erhalten bleiben. Gabriel kritisiert die Energieform als teuer und 
plädiert für Kürzungen und einen jährlichen Ausbau von nur noch 100 Megawatt.

Bayern kassiert mit Abstand die höchsten Ökostromvergütungen. Betreiber von 
Solar- und Biogasanlagen in Bayern bekamen 2012 rund 3,5 Milliarden Euro 
Vergütungen für ihren Strom. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gab Gabriel 
demonstrativ Rückendeckung für seinen Plan: Er werde von ihr «absolut 
unterstützt», sagte Merkel.

Rund 23,5 Milliarden Euro Ökostrom-Fördergelder müssen in diesem Jahr 
wahrscheinlich per Umlage über die Strompreise abgewälzt werden. Das Problem 
ist der «Altschuldenberg» - die Förderung ist auf 20 Jahre garantiert. Also 
kann nur bei neuen Anlagen gekürzt werden.

Bisher liegt die durchschnittliche Vergütung bei 17 Cent für alle 
angeschlossenen Anlagen, wobei durch schon erfolgte Kürzungen neue Windräder, 
Biogas- und Solaranlagen 2013 nur noch 12,7 Cent im Schnitt bekamen. Zudem will 
Gabriel Eigenstromverbraucher, die keine Umlage zahlen mit einer Mindestumlage 
belegen. Auch Unternehmen erzeugen wegen hoher Preise zunehmend eigenen Strom. 
Der Umfang ist ebenso noch Verhandlungssache wie die Kappung der 
Industrierabatte bei den Förderkosten. Diese könnten in diesem Jahr auf fünf 
Milliarden Euro klettern und belasten zusätzlich die Ökostrom-Umlage.

Grünen-Fraktionschef Toni Hofreiter kritisierte den Kabinettsbeschluss scharf: 
«Herr Gabriel würgt ausgerechnet die kostengünstigste und sauberste Form von 
Energieerzeugung, nämlich die Windkraft an Land, durch einen entsprechenden 
Ausbaudeckel stark ab», sagte er am Mittwoch in Berlin. Stattdessen bleibe der 
Minister bei der Kappung der Industrierabatte Antworten schuldig.

Während bei der teuren Offshore-Windkraft im Meer Vergütungen sogar steigen 
sollen, will Gabriel bis zu 20 Prozent weniger Vergütung an windstarken 
Standorten. Zudem soll es einen stärkeren Zwang zur Selbstvermarktung des 
Stroms statt auf 20 Jahre garantierter Festvergütungen geben. Wenn mehr als 
2500 Megawatt an neuen Anlagen gebaut werden - das entspricht etwa 1000 
Windrädern - gibt es automatisch weitere Kürzungen. So einen «atmenden Deckel» 
gibt es nach Rekordzubauzahlen 2011 und 2012 (über 15 000 Megawatt) schon bei 
der Solarenergie. Greenpeace kritisierte: «Die neuen Regeln für den Ökostrom 
sind quasi eine Vorfahrtsregel für Atom- und Kohlestrom.» 




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen 
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen 
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe 


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Greenhouse Infopool baut um! 
Wir sind jetzt vor allem hier: 

Twitter: 
http://twitter.com/greenhouse_info 

RSS-Feed: 
http://tinyurl.com/greenhouse-feed

Facebook (Beta): 
http://www.facebook.com/mika.latuschek 

Twitter-News per E-Mail erhalten:
https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info




_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an