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Posted on: Monday, March 24, 2014 3:34 PM
Author: greenpeace-magazin.de: Tagesthemen
Subject: Zu wenig Platz für Öko-Hühner - Ermittler sehen aber keinen Betrug 

Schwerin/Rostock (dpa) - Bei der Produktion von Bio-Eiern sind im Vorjahr in 
Mecklenburg-Vorpommern Haltungsvorschriften verletzt worden, ein 
Betrugsverdacht hat sich aber nicht bestätigt. «Aus den Ermittlungen haben sich 
keine Anhaltspunkte für eine planmäßige Täuschung der Verbraucher ergeben», 
sagte Staatsanwalt Martin Fiedler am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Deshalb 
würden die strafrechtlichen Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Rostock in 
Kürze eingestellt. Zuvor hatte die in Verdacht geratene Erzeugergemeinschaft 
Fürstenhof GmbH in Finkenthal als Reaktion auf einen «Spiegel»-Bericht erklärt, 
dass in den 14 zur Gemeinschaft gehörenden, selbstständigen Höfen «die 
Ökoverordnung befolgt und die Richtlinien eingehalten» würden.

Dem war aber wohl zumindest zeitweilig nicht so. In einigen Fällen sei die 
Auslauffläche der Legehennen zu gering gewesen, sagte Staatsanwalt Fiedler. Die 
Flächenmaßgabe war demnach zwischen 10 und 30 Prozent unterschritten worden. 
Hühner in ökologischer Haltung dürfen nicht weniger als vier Quadratmeter 
Auslauf haben. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) 
kündigte am Montag die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens gegen die 
betroffenen Agrarbetriebe durch das Landwirtschaftsamt an. Ihnen drohten 
Bußgelder. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hatten sich gegen drei 
Produzenten mit insgesamt vier Standorten gerichtet.

Die Verstöße waren schon im März 2013 festgestellt und auch publik gemacht 
worden. Das Ministerium habe ein vorläufiges Vermarktungsverbot für 12 000 
Bio-Legehennenplätze erteilt, betonte Backhaus und verwies auf regelmäßige 
Kontrollen. Rund 420 000 Bio-Legehennenplätze seien seinerzeit überprüft 
worden. Da inzwischen keine Anhaltspunkte mehr für Regelverstöße vorlägen, 
könne die Erzeugergemeinschaft wieder uneingeschränkt Bio-Eier liefern, hieß es 
aus dem Ministerium. Die Handelskette Alnatura, die nach Angaben von Sprecherin 
Stefanie Neumann in norddeutschen Filialen Eier von Fürstenhof bezieht, behalte 
die Bio-Eier im Angebot.

Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) in Bonn ist der 
Durchschnittspreis für Bio-Eier in Deutschland mit 29 Cent fast doppelt so hoch 
wie bei Eiern aus konventioneller Bodenhaltung von Hühnern. Im Bio-Fachhandel 
würden für Eier bis zu 50 Cent je Stück gezahlt. Von den 12,2 Milliarden Eiern, 
die im Vorjahr in Deutschland produziert wurden, trugen laut AMI 891 Millionen 
ein Öko-Siegel, rund sieben Prozent.

Der Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Stefan 
Zwoll, nahm die neuerliche Debatte um die gesicherte Herkunft von Bio-Produkten 
zum Anlass, einheitliche Kontrollvorgaben zu fordern. «Der Bund zertifiziert 
die privaten Kontrollstellen, die Kontrolle der Kontrolleure aber obliegt den 
Bundesländern. Dafür brauchen wir bundesweit einheitliche Kriterien», sagte 
Zwoll.

Das Bundesagrarministerium verwies auf die Notwendigkeit gesicherter 
Verbraucherinformationen. Gelten müsse: «Wo bio draufsteht, muss auch bio drin 
sein.»

Nach Ansicht von Backhaus hat sich das Kontrollsystem in Deutschland im 
Grundsatz bewährt. Die Agrarminister der Länder würden sich bei ihrer Tagung 
Anfang April im brandenburgischen Cottbus aber mit der Weiterentwicklung des 
Öko-Kontrollsystems befassen. «Ich will keine Verstaatlichung der Kontrollen, 
sondern eine stärkere Überprüfung der privaten durch amtliche Kontrollen. Und 
dabei müssen wir ein bundesweit einheitliches Vorgehen sicherstellen», betonte 
auch Backhaus.

Der Fachverein Öko-Kontrolle e.V. in Karow, der in Mecklenburg-Vorpommern den 
Großteil der Öko-Betriebe auf Einhaltung der Richtlinien kontrolliert und die 
Bio-Siegel vergibt, steht seit längerem in der Kritik. Der Leiter der 
bundesweit tätigen Kontrollstelle wurde Anfang März abgelöst. Eine 
Tiefenkontrolle habe schon im Sommer 2013 «Missstände» offenbart, hatte 
Backhaus Anfang März erklärt.



On Sunday, March 23, 2014 5:28 PM, Greenhouse Infopool 
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Posted on: Sunday, March 23, 2014 2:58 PM
Author: greenpeace-magazin.de: Tagesthemen
Subject: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen falsch deklarierter Bio-Eier 

Rostock (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt gegen mehrere 
Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, weil sie Millionen Eier 
illegal als Öko-Eier in den Handel gebracht haben sollen. «Es gibt vier 
Ermittlungsverfahren», bestätigte am Sonntag ein Sprecher der 
Staatsanwaltschaft einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel». Die 
Bio-Hennen hätten nicht den vorgeschriebenen Auslauf. Deshalb werde gegen die 
Betriebe wegen Betrugs und des Verstoßes gegen das Ökolandbaugesetz ermittelt.

Im Zentrum stehen ein Erzeugerzusammenschluss und deren Geschäftsführer. Laut 
«Spiegel» ist diese Gruppe mit 14 Höfen und gut 80 Millionen produzierten 
Bio-Eiern im Jahr einer der größten Öko-Erzeuger Deutschlands. Im Visier der 
Aufsichtsbehörden steht dem Bericht zufolge wegen zu lascher Prüfungen auch 
eine Kontrollstelle.

Im Landwirtschaftsministerium in Schwerin ist der Fall bekannt. «Das hat unser 
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei mit 
aufgedeckt», sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Nähere Angaben 
wollte er nicht machen. Alles Weitere sei Sache der Staatsanwaltschaft.

Dem «Spiegel»-Bericht zufolge war der Fall ins Rollen gekommen, nachdem ein 
Bürger Luftbilder einiger Höfe ausgewertet, auf die Zahl der Hühner umgelegt 
und anschließend die Behörden verständigt hatte.

Um Eier als Bio- oder Freilandprodukt vermarkten zu dürfen, muss jedes Huhn 
laut Öko-Verordnung mindestens vier Quadratmeter Auslauf haben. Bei der 
Bodenhaltung seien es nur 0,11 und bei der Käfighaltung nur 0,055 Quadratmeter. 
Wird dies umgangen, kann das bei einem Stall mit 24 000 Hühnern laut «Spiegel» 
einen illegalen Gewinn von fast einer Million Euro pro Jahr einbringen, da 
Bio-Eier im Schnitt 15 Cent teurer als jene aus Legebatterien sind.

Zuletzt hat sich in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Bio-Hühner erheblich 
reduziert. Nach Angaben des statistischen Landesamts sank ihr Anteil von fast 
einem Drittel (32,8 Prozent) im Jahr 2012 auf gut ein Viertel (26,7 Prozent) im 
vergangenen Jahr. Damit liege das Land aber weiter deutlich über dem 
Bundesdurchschnitt mit einem Anteil von 8,4 Prozent. Absolut sank die Zahl der 
Bio-Hennen im Nordosten um rund 85 000 auf 708 000. Das Agrarministerium 
vermutet, dass Öko-Betriebe auf konventionelle Freilandhaltung umgestellt haben.




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