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NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 109/14 | 2. OKTOBER 2014
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Umwelt/Naturschutz/UN
NABU fordert Aktionsplan zur Umsetzung weltweiter Naturschutzziele
Neue Science-Studie: Zustand vieler Arten verschlechtert sich weiter –
Biodiversitätsziele bis 2020 in Gefahr
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Berlin/Pyeongchang – Zu Beginn der 12. UN-Konferenz zur Biologischen
Vielfalt im südkoreanischen Pyeongchang (6.-17. Oktober) fordert der
NABU eine drastische Beschleunigung und Ausweitung der weltweiten
Naturschutzanstrengungen.  Andernfalls seien die auf internationaler und
EU-Ebene vereinbarten Biodiversitätsziele bis 2020 nicht zu erreichen.
 
„Auch wenn wir bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten langsam
vorankommen, und immer mehr Projekte zur Wiederherstellung geschädigter
Ökosysteme durchgeführt werden: Der Zustand von Tier- und
Pflanzenarten verschlechtert sich weiter und manche Lebensräume, wie die
Korallenriffe,  stehen unwiederbringlich vor dem Aus", sagte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Gründe seien die weiterhin ungebremste
Ausbeutung der Natur durch den Menschen, untragbare Stickstoffbelastung
durch die Landwirtschaft, die Überfischung der Meere und gescheiterte
Reformen von  schädlichen Subventionen, wie zuletzt geschehen im Fall
der EU-Agrarpolitik.
 
Im Mittelpunkt der Eröffnung am Montag steht die Vorstellung des
Vierten Weltberichts zur Lage der Biologischen Vielfalt (4th Global
Biodiversity Outlook, GBO4). „Diese umfangreiche Bilanzierung wird den
Vertretern von über 190 Regierungen ihr bisheriges Versagen vor Augen
halten, aber an einigen Stellen auch beweisen, dass entschlossenes
Handeln die Natur retten kann“, so  Konstantin Kreiser, NABU-Experte für
Internationale Biodiversitätspolitik, der vor Ort die zweiwöchigen
Verhandlungen begleiten wird. Schon am heutigen Donnerstag
veröffentlicht das renommierte Wissenschaftsjournal Science eine
umfangreiche Studie hierzu, zu der auch die NABU-Dachorganisation
BirdLife International beigetragen hat.
 
Anders als ihre Vorgängertreffen in Japan (2010) und Indien (2012)
werde sich diese Weltnaturschutzkonferenz weniger um das Aushandeln von
neuen Vorhaben drehen, sondern vielmehr um die Frage, wie die
Regierungen dazu gebracht werden können, die vereinbarten Ziele auch in
ihren Ländern zu erreichen. Hierzu verlangt der NABU die Verabschiedung
eines konkreten Fahrplans mit  messbaren Zwischenschritten bis 2020.
 
Die Entwicklungsländer werden in Korea vor allem darauf pochen, dass
die Industriestaaten bis 2015 die internationalen Naturschutzhilfen
verdoppeln. Obwohl dies auf der letzten Konferenz 2012 vereinbart worden
war, ist hiervon noch  nicht viel zu sehen - Deutschland ist hier unter
den wenigen Ländern, die ihr Soll erfüllen. Die Entwicklungsländer
müssen ihrerseits beweisen, dass sie die Gelder auch abrufen und
effektiv einsetzen - und auch selbst Anstrengungen für den Schutz der
Artenvielfalt unternehmen.
 
Weitere Fortschritte müssen im Meeresschutz erreicht werden - per 
Beschluss müsse der Weg für die Ausweisung von über 160 ökologisch und
biologisch bedeutsamen Meeresgebieten (so genannten EBSAs) geebnet
werden. Neben Peru entpuppen sich auch einige europäische Länder wie zum
Beispiel Portugal und Island hierbei wegen nationaler
Fischereiinteressen als Bremser. 
 
Der NABU begrüßt, dass in Pyeongchang auch die erste Konferenz der
Vertragsparteien  stattfinden kann, die das verbindliche
„Nagoya-Protokoll“ gegen Biopiraterie ratifiziert haben - darunter
leider nicht Deutschland. Konstantin Kreiser: „Es ist bedauerlich, dass
es der Bundesregierung bisher nicht möglich war, das Protokoll zu
ratifizieren. Wir hoffen sehr, dass die vermutlich zugrunde liegenden
Ressortstreitigkeiten bald ausgeräumt werden können, damit Deutschland
diesen wichtigen Vertrag umsetzt. Denn die Herkunftsländer von
genetischem Material müssen nicht nur der Nutzung zustimmen, sondern
auch an den Profiten beteiligt werden, die auch deutsche Unternehmen
damit erzielen.“ 
 
Weitere Infos:
- NABU-Seiten zur Konferenz, einschließlich Twitter-Wall:
www.nabu.de/CBD-COP12
- Science Studie (“A mid-term analysis of progress towards
international biodiversity targets," by D.P. Tittensor et al.) ab
2.10.14 auf www.scienceexpress.org 
- 4th Global Biodiversity Outlook (GBO4 - veröffentlicht am Montag,
6.10.): www.cbd.int/en/gbo4
 
Der NABU twittert aus den Verhandlungen unter @NABU_de (#COP12) und
@kostya1975 (persönliche Einschätzungen)
 
(Zeitunterschied + 7 Stunden)
 
Vom 12.-18. Oktober nimmt NABU-Präsident Olaf Tschimpke an der
Weltnaturschutzkonferenz teil und steht für Interviews zur Verfügung.
Kontakt über die NABU-Pressestelle.
 
 
Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Referent für Internationale
Biodiversitätspolitik (vor Ort erreichbar vom 6.-18. Oktober unter
Mobil +49 (0)172.4179730, E-Mail: [email protected] 
 
 
 
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