NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 45/15 | 28. APRIL 2015
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Umwelt/Verkehr
NABU kritisiert Verabschiedung des Baugesetzes zur Fehmarnbeltquerung
Miller: Dänisches Parlament ignoriert alle ökologischen und
ökonomischen Warnungen 
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Berlin – Der NABU hat die Verabschiedung des Baugesetzes zur
Fehmarnbeltquerung durch das dänische Parlament am heutigen Dienstag
kritisiert. Trotz der bekannten ökologischen und finanziellen Risiken
hält  Dänemark an dem umstrittenen Großprojekt fest. 
 
Dazu erklärt Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Hier wird versucht,
mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Die Entscheidung des dänischen
Parlaments baut Druck auf beiden Seiten des Fehmarnbelts auf, den Tunnel
auf Teufel komm raus zu bauen. Eine sachliche Erwägung und unabhängige
Entscheidung von Gerichten wird damit erschwert.“
 
In Deutschland läuft noch bis mindestens Anfang 2016 das
Planfeststellungsverfahren mit Klagerecht für die Umweltverbände. Von
dessen Ausgang ist die dänische Planung und Umsetzung letztlich
abhängig. Ursprünglich hatte Dänemark angekündigt, das Verfahren auf
deutscher Seite abwarten zu wollen. „Davon kann nun keine Rede mehr
sein. Dänemark rühmt sich immer mit einer breiten gesellschaftlichen
Beteiligung bei Großprojekten. Mit der heutigen Entscheidung stößt es
jedoch alle vor den Kopf, die um eine sachliche Auseinandersetzung um
die Notwendigkeit des Projektes bemüht sind“, so Miller weiter.
 
Mit täglich 10.000 Fahrzeugen bleiben die Verkehrsprognosen seit
Planungsbeginn 2003 konstant niedrig während parallel die Kosten für den
Tunnelbau von 4,2 auf inzwischen 7,4 Milliarden Euro explodieren. Der
Bundesrechnungshof hatte mehrfach kritisiert, dass auch die deutsche
Hinterlandanbindung mit einer Kostensteigerung von 840 Millionen auf
rund drei Milliarden ebenfalls völlig aus dem Ruder läuft.  
 
„Im Staatsvertrag wurde vereinbart, das Projekt bei erheblichen
Kostensteigerungen neu zu bewerten. Wenn Politiker sich selbst und
geschlossene Verträge wirklich ernst nehmen, müssen sie die
Fehmarnbeltquerung kritisch prüfen – und dann begraben“, sagt Malte
Siegert, Fehmarnbelt-Experte beim NABU.
 
Malte Siegert, NABU Fehmarnbelt-Experte, Tel. +49 (0)40.69708915 oder
Mobil +49 (0)173.9373241
Dietmar Oeliger, NABU Leiter Verkehrspolitik, Tel. Tel. +49
(0)30.284984-1613 oder Mobil +49 (0)172.9201823
 
 
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