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Posted on: Tuesday, April 28, 2015 9:16 PM
Author: derStandard.at Redaktion ([email protected])
Subject: Umwelt - Graz startet Pilotprojekt mit E-Bussen

Chinesische Technologie soll für Europa neu sein, Ladung in nur 20 Sekunden 

GRAZ - Mit einer für Europa neuartigen Technologie aus China soll ab 2016
der öffentliche Verkehr in Graz umgestellt werden. Das Management der
Holding Graz verhandelte seit Februar intensiv mit der Firma China South
Locomotive & Rolling Stock (CSR) in Ningbo, das drei Autostunden südlich von
Shanghai liegt.

Am Dienstag präsentierte man das Pilotprojekt, das zuerst mit vier bis fünf
Bussen in den Testbetrieb geht. Die Elektrobusse, die erst seit Kurzem in
Ningbo vom Band laufen, können an Aufladestationen, die im Vollausbau an
jeder zweiten Grazer Bushaltestelle stehen sollen, in nur 20 Sekunden
aufgeladen werden. Eine Ladung reicht für rund sieben Kilometer. Die
Ladestationen können auch multimedial bespielt werden.

Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Holding, erinnerte daran, dass
Graz vor über 20 Jahren das "einzige Unternehmen war, das 100 Prozent
Biodiesel verwendet hat, oder dass wir vor drei Jahren die Modellregion
Elektromobilität geworden sind". Die Umstellung der gesamten Flotte (etwa
160 Busse) auf E-Busse während der nächsten Jahre soll der nächste Schritt
in diese Richtung sein.

Superkondensator

Angetrieben wird so ein Bus von einem so genannten "Superkondensator" aus
Carbon. Diese erinnern in ihrer runden Form an Getränkedosen, in der eckigen
Variante an Olivenölkanister. 2500 davon braucht es, um eine Bim zu bewegen,
2700 für einen Bus.

Der Antrieb für die Holding Graz mit CSR zu verhandeln, war das EU-Weißbuch
zur Klima- und Energiepolitik 2030. Bis 2030 sollen nämlich 80 Prozent des
öffentlichen Verkehrs mit nicht-fossilen Antrieben abgewickelt werden, bis
2050 hundert Prozent. Im von besonders hohen Feinstaubwerten geplagten Graz
ist man zuversichtlich, diese Quoten bis dahin erfüllen zu können.

Die Teststrecke, die nächstes Jahr in Betrieb genommen wird, ist
möglicherweise die Linie 34 E, die vom innerstädtischen ÖV-Knotenpunkt
Jakominiplatz nach Liebenau zur Theyergasse führt, oder aber die Linie 58
vom Grazer Hauptbahnhof in den Außenbezirk Mariagrün. Egal für welche Route
man sich entscheidet: Mindestens zwei Ladestationen wären in beiden Fällen
nötig.

An den Aufladestationen sollen mittelfristig auch private Elektroautomobile
andocken können.

(Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 29.4.2015)

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