NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 46/15 | 29. APRIL 2015
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Natur/Wolf
(zum 30.4., Tag des Wolfes) NABU: 15 Jahre Wölfe in Deutschland – Steht
ihr Schutz auf dem Spiel?
Tschimpke: EU-"Fitness-Check" wird zur Schicksalsstunde für den Wolf in
ganz Europa
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Berlin – 15 Jahre Wölfe in Deutschland: Diese Erfolgsgeschichte des
Naturschutzes könnte schon bald ein jähes Ende nehmen. Die Europäische
Kommission stellt Europas Naturschutzgesetzgebung auf den Prüfstand –
mit möglicherweise fatalen Folgen für bedrohte Arten und Tausende
Schutzgebiete in Deutschland. „Wenn unsere schlimmsten Befürchtungen
wahr werden, könnte der Wolf in naher Zukunft seinen Schutzstatus
verlieren und möglicherweise wieder zum Abschuss freigegeben werden“,
warnte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
 
Von Mai bis Juli befragt die EU-Kommission zwölf Wochen lang in einem
„Stimmungstest“ die europäische Öffentlichkeit zu einer möglichen
„Modernisierung“ der zwei wichtigsten EU-Gesetze für den Natur- und
Artenschutz. Als Folge des sogenannten „Fitness-Checks“ könnten die
Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und die Vogelschutzrichtlinie erheblich
geschwächt werden. Dadurch wären 27.000 Schutzgebiete in ihrem Status
bedroht, davon über 5.000 in Deutschland. Die Jagd auf Zugvögel und
Wölfe stünde ebenso zur Debatte wie der Schutz von Fledermäusen,
Bibern und Buchenwäldern.
 
„Für den Wolf und zahlreiche andere Arten sind die verbindlichen
Naturschutzgesetze der EU überlebensnotwendig. Nur dank ihnen genießt
der Wolf in Deutschland höchsten Schutzstatus und darf weder gejagt noch
gefangen werden“, so Tschimpke. 
 
Der NABU will mit seiner Aktion „Naturschätze retten“ auf die Bedeutung
starker EU-Naturschutzgesetze aufmerksam machen und ruft alle
Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich in den kommenden Wochen an der
EU-Konsultation zu beteiligen. Auf www.NABU.de/wolf-check (
http://www.nabu.de/wolf-check ) gibt der NABU dazu Hilfestellungen und
Hinweise. Außerdem macht der Naturschutzverband mit einem 40-sekündigen
Animationsfilm auf die aktuelle Bedrohung aus Brüssel aufmerksam. Hierin
lässt er den Wolf sinnbildlich einen „Fitness-Check“ durchlaufen.  
 
Zum bundesweiten Tag des Wolfes am 30. April hat sich der NABU erneut
für ein flächendeckendes Wolfsmanagement in den Bundesländern und die
Einrichtung eines bundesweiten Kompetenzzentrums Wolf ausgesprochen.
Dieses sollte Erfahrungen und Daten aus dem bundesweiten Wolfsmanagement
bündeln, analysieren und zentral zur Verfügung stellen. „Entscheidend
für eine erfolgreiche dauerhafte Rückkehr des Wolfes ist die
Akzeptanz in weiten Teilen der Bevölkerung. Diese kann nur gelingen,
wenn die Öffentlichkeit auch Zugang hat zu Informationen zum Wolf – etwa
zur aktuellen Verbreitung, zu Konflikten, aber auch zu Lösungen“, so
NABU-Wolfsexperte Moritz Klose. 
 
In den vergangenen Wochen hatte die Anwesenheit von Wölfen in einzelnen
Teilen Deutschlands erneut große Unsicherheiten hervorgerufen. Für
Panikmache und Hysterie gebe es allerdings keinen Anlass, die
auftretenden Konflikte seien lösbar, wie insbesondere langjährige
Wolfsregionen wie die Lausitz zeigten. „Jede neue Wolfsregion muss sich
auf ihren Nachbarn einstellen. Der NABU nimmt die berechtigten Sorgen
der Menschen in den Wolfsgebieten sehr ernst. Er informiert vor Ort und
führt mit allen Betroffenen Gespräche“, so Klose weiter. 35
Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) sind aktuell in Deutschland
heimisch und erwarten in den kommenden Tagen ihren Nachwuchs. 
 
Mit Blick auf seine vor zehn Jahren gestartete Informations-Kampagne
„Willkommen Wolf!“ zieht der NABU eine positive Bilanz: Inzwischen
ist ein Netzwerk von mehr als 500 ehrenamtlichen NABU-Wolfsbotschaftern
entstanden, die vor Ort über das Wildtier informieren. 
 
Zur Rückkehr des Wolfes hat der NABU die 66 wichtigsten Fragen
gesammelt und auf  www.NABU.de/wolf ( http://www.nabu.de/wolf )
beantwortet. Hier gibt es außerdem jeden Mittwoch interessante Fakten
und Geschichten rund um den Wolf.
 
 
Kostenfreie Pressefotos und Infografiken zum Wolf:
www.NABU.de/presse/pressebilder/#wolf (
http://www.nabu.de/presse/pressebilder/#wolf )
 
Alle regionalen Aktionen zum Tag des Wolfes auf einer
Deutschland-Karte:
www.NABU.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/18808.html (
http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/18808.html )
 
NABU-Animationsvideo zur Bedrohung des Wolfes durch den
EU-„Fitness-Check“: https://youtu.be/RPqr7LE76-0 
 
Weitere Informationen zum Fitness-Check und zur EU-Online-Konsultation:
www.NABU.de/naturschaetze ( http://www.nabu.de/naturschaetze ) 
 
 
Für Rückfragen:
Moritz Klose, NABU-Wolfsexperte, 
Mobil + 49 (0)173-2496400, E-Mail: [email protected]
 
Konstantin Kreiser, NABU-Experte für internationale
Biodiversitätspolitik, 
Mobil +49 (0)172-4179730, E-Mail: [email protected]   
 
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