NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 58/15 | 25. MAI 2015
________________________________________________________________
Artenschutz International
Experten schlagen Alarm: Anzahl der Maui-Delfine sinkt erstmals auf
unter 50 
NABU International : „Neuseeland nimmt Aussterben der Mauis bewusst in
Kauf“
________________________________________________________________
 
San Diego – Die Zahl der kleinsten und seltensten Meeresdelfine der
Welt, der Maui-Delfine, hat einen historischen Tiefstand erreicht: Nach
neuesten Berechnungen existieren weltweit nur noch zwischen 43 und 47
der bedrohten Kleinwale, darunter nur noch etwa zehn gebärfähige
Weibchen. Naturschützer schlagen darum Alarm. Auf dem derzeit in San
Diego tagenden Wissenschaftsausschuss der Internationalen
Walfangkommission (IWC) stellen NABU International und die weltweit
führende Maui-Delfin-Expertin, Prof. Liz Slooten, die aktuellen
Zahlen vor und warnen: Sollte sich nichts an den derzeitigen
Schutzmaßnahmen ändern, könnten die extrem seltenen Delfine bereits
in 15 Jahren ausgestorben sein. 
 
Maui-Delfine sind eine Unterart der Hector-Delfine und leben
ausschließlich in den flachen Küstengewässern Neuseelands in einer
Tiefe von 100 Metern. Damit trägt Neuseeland die Verantwortung für die
Tiere, der das Land bisher jedoch nicht nachkommt. Thomas Tennhardt,
Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung, sagt: „Die
Wissenschaftler der IWC fordern die neuseeländische Regierung seit drei
Jahren auf, die Maui-Delfine endlich durch ein lebensraumweites Verbot
von Schlepp- und Stellnetzen vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren.
Doch Neuseeland stellt sich aus rein wirtschaftlichen Gründen bis zum
heutigen Tag stur – und nimmt damit bewusst das Aussterben der Delfine
in Kauf.“
 
Seit den 1970er Jahren ist die Zahl der Maui-Delfine infolge von
Fischerei um 97 Prozent gesunken. In den Jahren 2010/2011 gab es nur
noch etwa 60 Maui-Delfine. Trotz ihrer alarmierend geringen Anzahl sind
nur 19 Prozent ihres Lebensraumes gegen Stellnetze und weniger als fünf
Prozent gegen Schleppnetzfischerei geschützt. Daher verenden immer
wieder Delfine als Beifang. Zusätzlich bedrohen seismische Tests sowie
Öl- und Gasförderungen den winzigen Restbestand der Tiere, der bis
heute weiter sinkt. 
 
Da Maui-Delfine nur einen menschenverursachten Todesfall in zehn bis
zwanzig Jahren verkraften können, ist sofortiges Handeln gefragt. „Die
neuen Daten sind eine eindringliche Warnung: Neuseeland muss seine
Haltung, die die Interessen der Fischereiindustrie über die des
Artenschutzes stellt, endlich ablegen und den gesamten Lebensraum der
Maui-Delfine konsequent vor schädlichen Fischfangmethoden, seismischen
Tests sowie Öl- und Gasförderungen unter Schutz stellen. Ansonsten ist
das Aussterben der Delfine lediglich eine Frage der Zeit“, so Barbara
Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung.
Stattdessen versuche die neuseeländische Regierung eine
Schutzgebietserweiterung von drei Prozent als Erfolg für den Artenschutz
zu verkaufen und mit einem nutzlosen fünfjährigen Forschungsprogramm
Zeit zu schinden.
 
Würden die Maui-Delfine fortan vor menschenverursachten Todesfällen
geschützt, könnte ihre Zahl innerhalb von 87 Jahren auf 500 Tiere
anwachsen. Damit gälte die Population nicht mehr als akut vom Aussterben
bedroht und könnte sich nach und nach erholen.
 
 
Mehr Infos & Pressefotos
www.NABU.de/presse
 
 
Für Rückfragen:
Dr. Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz der NABU
International Naturschutzstiftung, Tel. +44 (0)7970 9877 42, E-Mail:
[email protected] 
 
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nele Rissmann 
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958 
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: [email protected]
_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an