NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 65/15 | 2. JUNI 2015
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Natur/Vögel
NABU und LBV: Immer mehr Vogelarten besiedeln Gärten und Parks 
Mehr als 47.000 Teilnehmer bei der diesjährigen "Stunde der
Gartenvögel"
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Berlin – Typische Stadtvögel nehmen ab, aber die Artenvielfalt in
Gärten und Parks steigt. Das ist die zentrale Erkenntnis der elften
Ausgabe der „Stunde der Gartenvögel“. Für die gemeinsame Aktion der
NAJU, des NABU und seines bayerischen Partners, dem Landesbund für
Vogelschutz (LBV), beobachteten und registrierten mehr als 47.000
Teilnehmer eine Stunde lang die Vögel in Gärten und Parks. Bei insgesamt
mehr als einer Million gemeldeten Vögeln landete wie in den Vorjahren
der Haussperling auf Platz eins der häufigsten Gartenvögel, gefolgt von
Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star.
 
„Durch die NABU-Mitmachaktion ist es möglich, zuverlässige und
deutschlandweit flächendeckende Zahlen zur Bestandsentwicklung von
Vogelarten in Städten und Dörfern zu sammeln“, erläutert
NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. Der wichtigste Vergleichswert ist dabei
die durchschnittliche Zahl der pro Garten gemeldeten Tiere einer Art. So
kam der Spitzenreiter Haussperling in diesem Jahr auf 4,9 Vögel pro
Garten. 
 
Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ bieten zudem
Vergleichsmöglichkeiten mit den Vorjahren sowie zwischen den
Vogelarten und den verschiedenen Regionen des Landes. „Interessant sind
vor allem die Erkenntnisse zu den Zu- und Abnahmen der verschiedenen
Vogelarten seit Beginn der Aktion. Sorgen bereitet uns die Tatsache,
dass fünf der 13 häufigsten Gartenvogelarten stetig abnehmen und nur
eine Art zunimmt“, so Lachmann. Trotz der Rückgänge bei den häufigsten
Gartenvogelarten nimmt die Zahl der pro Garten gemeldeten Tiere dafür
zu: In diesem Jahr wurde mit 11,4 Vogelarten pro Garten ein neuer
Rekordwert erreicht.„Immer mehr Vogelarten passen sich an den Lebensraum
Stadt an und besiedeln Gärten und Parks. Dadurch steigt dort die
Artenvielfalt, obwohl die typischen Stadtvögel, die in Siedlungen
brüten, besorgniserregend zurückgehen“, erklärt Lachmann. Seit Beginn
der Aktion im Jahr 2005 haben beispielsweise Feldsperlinge und
Ringeltauben in deutschen Gärten stetig zugenommen und belegen in diesem
Jahr Platz 6 und 7. Beide Arten haben sich in den letzten Jahren einen
Stammplatz in den Top Ten erobert. „Die Zunahme der Vielfalt im
Siedlungsraum steht im starken Gegensatz zur Abnahme in der
Agrarlandschaft. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung unserer
Gärten und Parks als Rückzugsgebiete für die Natur“, so Lachmann.
 
Zu den Verlierern zählen Amsel, Rotkehlchen und Hausrotschwanz, ganz
besonders aber Mehlschwalbe und Mauersegler. Alle diese Arten sind
Insektenfresser und leiden unter deren starkem Rückgang. Auch von den
zahlreichen Vogelfütterungen in den Gärten profitieren diese Arten kaum.
Die Gebäudebrüter Mehlschwalbe und Mauersegler sind zusätzlich vom
Verlust von Gebäudenischen bei Renovierungen oder sogar von der
mutwilligen Entfernung ihrer Nester von der Hausfassade betroffen.
 
In diesem Jahr feierte außerdem die „Schulstunde der Gartenvögel“
Premiere. Bei der Gartenvogel-Rallye der NAJU haben Kinder heimische
Vögel und deren Lebensraum spielerisch kennengelernt. Über 200
Kindergruppen und Schulklassen sind dem Aufruf von NAJU und NABU gefolgt
und haben eine Stunde lang Vögel auf dem Schulhof, im Garten oder Park
gezählt. So haben knapp 3000 Kinder ihre Artenkenntnis unter Beweis
gestellt und dazu beigetragen, ein möglichst genaues Bild von der
heimischen Vogelwelt in unseren Dörfern und Städten zu erhalten.
 
Die Ergebnisse der diesjährigen Aktion können online unter
www.stunde-der-gartenvoegel.de angesehen und mit denen früherer Jahre
verglichen werden. Interaktive Karten stellen dar, wie sich eine
Vogelart in einem ausgesuchten Landkreis oder Bundesland entwickelt hat.

 
Die nächste große Mitmachaktion ist die „Stunde der Wintervögel“ vom 8.
bis 10. Januar 2016. 
 
Kostenfreie Pressefotos zur „Stunde der Gartenvögel“ und den häufigsten
Arten in unseren Gärten und Parks:
www.NABU.de/presse/fotos/#stundedergartenvoegel
 
Audio-Files zu den häufigsten Arten in unseren Gärten und Parks
erhältlich bei der NABU-Pressestelle: [email protected] 
 
 
 
Für Rückfragen:
Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel.: +49(0)30-284 984-1620,
Mobil: 0172-9108275, E-Mail: [email protected]
 
Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. +49(0)30.284 984-1510,
E-Mail: [email protected] 
 
Stefanie Winner, NAJU-Pressestelle, Tel. +49(0)30.652 137-5230, E-Mail:
[email protected]
 
Markus Erlwein, LBV-Pressestelle, Tel. +49(0)9174.4775-80, E-Mail:
[email protected]
 
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