NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 68/15 | 5. JUNI 2015
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Umwelt/G7
NABU: Kanzlerin Merkel muss in Elmau klare Impulse für Klima- und
Meeresschutz setzen
Tschimpke: Wirtschaftsstärkste Nationen müssen ihrer globalen
Verantwortung gerecht werden
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Berlin – Zum Auftakt des G7-Gipfels im bayerischen Schloß Elmau
appelliert der NABU an die Verantwortung der sieben größten
Wirtschaftsmächte, sich zum Vorreiter für eine nachhaltige
Entwicklung innerhalb der Weltgemeinschaft zu machen. Aufgrund ihrer
Wirtschaftskraft käme den G7-Staaten eine besondere Verantwortung zu, so
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die G7-Länder haben es selbst in der
Hand, ob sie Teil der globalen Probleme bleiben oder Motor für die
aktive Suche nach Lösungen sein wollen.“ 
 
Tschimpke forderte insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die
Rolle als G7-Vorsitzende intensiv zu nutzen: „2015 ist ein wichtiges
Jahr der Entscheidungen, insbesondere in den Fragen der Klimapolitik.
Wenn die G7-Staaten keine ambitionierten Klimaschutzziele vorlegen, ist
die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns der 21. UN-Klimakonferenz in Paris
im Dezember weiter erhöht.“ Zwischen dem Klimaschutz und anderen
globalen Problemen wie beispielsweise dem Terrorismus gebe es
unmittelbare Zusammenhänge, so der NABU-Präsident: „Die G7 müssen das
Thema globale Gerechtigkeit höher auf die Tagesordnung setzen.“
 
Der NABU fordert Kanzlerin Merkel und ihre Bündnispartner auf, klare
Impulse im Bereich des Klimaschutzes zu setzen. Dazu zählt unter
anderem, das Verankern von langfristigen Klimaschutzzielen im
Klimaabkommen voranzutreiben, aber auch die kritische Überprüfung der
eigenen nationalen Klimaschutzbeiträge. Außerdem müssen die G7 als
Geberländer die bereits zugesagte Ausfinanzierung des Green Climate Fund
sicherstellen und verbindliche finanzielle Zusagen machen. 
 
Auch bei den anderen Themen erwartet der NABU Weichenstellungen für ein
global nachhaltigeres Wirtschaften. „Es ist richtig, dass Themen wie
Meeresumweltschutz oder Antibiotika-Resistenzen ihren Weg auf die Agenda
des Gipfels gefunden haben – wir erwarten von den G7-Staaten mehr als
nur das Beschreiben von Problemen“, so Tschimpke. 
 
Im Bereich des Meeresschutzes sind die Herausforderungen besonders
deutlich: „Unsere Weltmeere sind an ihrer Belastungsgrenze – sie sind
überfischt, verschmutzt und ausgebeutet“, so Tschimpke. Der NABU
sieht den angekündigten Aktionsplan der G7 gegen die Vermüllung der
Meere lediglich als Anfang einer globalen Meeresschutzinitiative. Es sei
nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr zehn Millionen Tonnen Müll in die
Weltmeere gelangen, drei Viertel davon Plastik. An den tödlichen Folgen
sterben bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Wale, Delfine und
Robben. Milliarden kleinste Mikroplastikpartikel reichern sich in der
Nahrungskette an, so dass am Ende auch der Mensch davon betroffen ist.
 
Im Zuge eines verbesserten Meeresschutzes fordert der NABU die
G7-Länder daher unter anderem auf, konkrete Maßnahmen und deren
Finanzierung zur Reduktion der Kunststoffeinträge in die Meere
sicherzustellen. Des Weiteren ist nach Ansicht des NABU ein sofortiges
Tiefseebergbau-Moratorium notwendig, solange es kein verbindliches
Regelwerk unter dem Dach der UN gibt, sowie eine Ergänzung des
Seerechtsübereinkommens, um den Schutz der Hohen See zu verbessern.
Um den fortschreitenden Verlust der marinen Artenvielfalt zu verhindern,
müssen mehr Meeresgebiete unter Schutz gestellt und negative
Auswirkungen menschlicher Aktivitäten minimiert werden. Das Ziel der
CBD-Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent
der Weltmeere unter effektiven Schutz zu stellen, darf nicht ein zweites
Mal verpasst werden. Heute sind es weniger als vier Prozent. Hier bedarf
es neuer Impulse und mehr Anstrengungen bei der Identifikation und
Unterschutzstellung biologisch und ökologisch bedeutsamer
Meeresgebiete.
 
Weitere Infos und Hintergrundpapier zu finden unter www.nabu.de/g7
 
Für Rückfragen:
Dr. Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und
Umweltpolitik , Tel. +49 (0)30.284 984-1601, Mobil +49 (0)173.6004364 
 
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