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Posted on: Monday, June 08, 2015 1:18 PM
Author: Blickpunkt Lateinamerika
Subject: Bolivien: Gesetz erlaubt Öl- und Gasförderung in Schutzgebieten

Einem neuen Gesetz zufolge wird der staatlichen und privaten Energiewirtschaft 
in Bolivien künftig die Suche und Ausbeutung von Erdöl- und Gasvorkommen auch 
in Schutzgebieten der 11-Millionen-Einwohnernation ermöglicht. Wie die 
Tageszeitung La Razón berichtet, erlaube das Präsidialdekret Nr.2366 die 
Förderung fossiler Brennstoffe bei Erfüllung von Umweltschutzauflagen sowie 
einer Sonderzahlung der Erdölfirmen an die staatliche Erfölfirma YPFB, der 
diese über Staatshaushalt und Umweltministerium an die Parkverwaltung 
weiterleitet.

Die Linksregierung in La Paz will die Erdöl- und Gasförderung im Rahmen der 
"verfassungsgemäßen Bedeutung, aus strategischem und öffentlichen Interesse für 
die Entwicklung des Landes, im Zusammenhang mit der Reduktion extremer Armut in 
den Gemeinden, welche die Schutzgebiete bewohnen sowie für die gesamtheitliche 
Verwaltung der Ökosysteme" vorantreiben. Von 2015 bis 2019 plant YPFB 
Investitionen von 7,4 Milliarden US-Dollar, auch die Staatsfirma muss die 
1-Prozent-Abgabe zahlen.

In Bolivien sind 17,3 Millionen Hektar Fläche des Staatsgebietes als 
Schutzgebiet (Spanisch: area protegida) ausgewiesen, was laut nationalem 
Statistikinstitut 15,8 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, teils in ökologisch 
sensiblen Gebieten mit hoher Biodiversität. Kritik kommt von Umweltschützern. 
Das Forschungsinstitut CEDIB nannte die Ausweitung der Erdöl- und Gasförderung 
ein "tragisches Szenario". Insgesamt sind 24 Millionen Hektar Land (22 Prozent 
der Gesamtfläche) in Bolivien an Energiefirmen wie Repsol (Spanien) und 
Petrobras (Brasilien) konzessioniert, darunter befinden sich auch elf von 22 
Schutzgebieten. (bb)

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