NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 72/15 | 9. JUNI 2015
________________________________________________________________
Umwelt/Pestizide
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat-Verkauf zeigt erste Erfolge 
Miller: Gesamte Baumarkt-Branche muss umstrittenes Pestizid endlich
auslisten
________________________________________________________________
 
Berlin - Mit einer Online-Protestaktion hat der NABU an die führenden
Baumärkte und Gartencenter appelliert, sämtliche Produkte mit dem
umstrittenen Pestizidwirkstoff Glyphosat aus dem Sortiment zu
nehmen.„Innerhalb weniger Tage haben sich an der Aktion bereits fast
1.500 Personen beteiligt und dazu beigetragen, dass die ersten
Unternehmen einen Ausstieg aus dem Verkauf des Pflanzengifts verbindlich
zugesagt haben“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Neben
Toom Baumarkt hätten mittlerweile auch die Unternehmen Pflanzen-Kölle,
Knauber, Gartencenter Holland, Gartencenter Augsburg und Globus Baumarkt
schriftlich erklärt, künftig auf jeglichen Verkauf von
Glyphosat-Produkten zu verzichten. Die große Unterstützung der
NABU-Protestaktion mache deutlich, dass die Umweltrisiken von Glyphosat
in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert würden und ein Verkauf des
Mittels an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten nicht mehr zu
verantworten sei. 
 
Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, von dem in
Deutschland weiterhin 51 verschiedene Anwendungen für den Haus- und
Kleingartenbereich zulässig sind. Bedenkenlos wird es unter Handelsnamen
wie„Roundup“ versprüht, in der Hoffnung auf unkrautfreie Blumenbeete und
Gartenwege. Dabei schadet es Mensch und Natur erheblich. So gilt das
Mittel laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich
krebserregend. Wissenschaftliche Studien bringen verminderte
Fruchtbarkeit und Störungen der Embryonalentwicklung mit
Glyphosat-Einsatz in Verbindung. Mehrere wissenschaftliche Studien
belegen deutliche Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit von
Amphibien und Fischen. Neben den direkten toxischen Effekten gefährdet
die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen,
denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und
Lebensräume verloren. 
 
Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken
überfällig. Erst kürzlich hatte auch die
Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder den Bund aufgefordert, die
Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten zu
verbieten. Der NABU fordert eine Aussetzung der Zulassung für Glyphosat
und eine umfangreiche Risikoprüfung des Wirkstoffs. „Wir hoffen, dass
jetzt endlich auch die anderen Baumärkte wie Bauhaus, Hornbach oder Obi
ihrer Verantwortung gerecht werden und Glyphosat möglichst rasch aus den
Regalen entfernen“, so Miller weiter. 
 
Kostenfreie Grafik zu Glyphosat: www.NABU.de/presse/fotos/#glyphosat
( http://www.nabu.de/presse/fotos/#glyphosat) 
 
Zur Protest-Aktion des NABU: www.nabu.de/glyphosat-aktion
 
Für Rückfragen:
Florian Schöne, NABU-Agrarexperte, Tel. +49 (0)30.284984-1615, 
Mobil +49 (0)172.5966097 
 
 
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper 
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958 
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: [email protected]
( http://[email protected]/) 
_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an