NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 73/15 | 11. JUNI 2015
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Umwelt/Klima
NABU: Klimaverhandlungen verlaufen noch immer im Schneckentempo
Miller: Fünf vor zwölf ist schon längst vorbei, die Verhandlungen zum
Klimaschutzabkommen müssen Fahrt aufnehmen
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Bonn/Berlin – In Bonn ist am Donnerstag, die internationale
Klimakonferenz zur Vorbereitung des Weltklimagipfels im Dezember in
Paris ohne die erhofften Fortschritte zu Ende gegangen.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Der Staatengemeinschaft ist
der Ernst der Lage offensichtlich noch immer nicht klar. Stattdessen
verhaken sich die Verhandler weiter in Details, während die Zeit
verrinnt.“ Im Laufe der Verhandlungen konnte der vorliegende Entwurf nur
um wenige Optionen gekürzt werden. „Die klaren Signale der G7-Staaten
zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und für ein starkes
Klimaschutzabkommen, haben nicht gefruchtet. Das Bekenntnis zum
Klimaschutz alleine reicht nicht aus, die bisher zugesagten
Klimaschutzmaßnahmen lassen in Summe das Zwei-Grad-Ziel in weite Ferne
rücken.“ Bis Paris bleibt aus NABU-Sicht noch viel Arbeit zu
erledigen: Im Juli werden die Verhandlungsführer einen neuen Entwurf für
das Klimaschutzabkommen und eine neue Struktur vorlegen. Dabei besteht
die Gefahr, dass wesentliche Bestandteile aus dem eigentlichen Vertrag
in den Anhang geschoben werden und damit deutlich an Verbindlichkeit
verlieren. Im August wird die Staatengemeinschaft erneut in Bonn
zusammenkommen, um das Pariser Klimaschutzabkommen weiter vorzubereiten;
dann müssen endlich die Inhalte wieder auf den Tisch kommen. Der NABU
fordert: 
 
·         Das Signal der G7 zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft
muss sich in dem Ziel für 100 Prozent naturverträgliche erneuerbare
Energien widerspiegeln.
·         Es muss eine regelmäßige Bewertung der Klimaschutzbeiträge
hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Fairness stattfinden.
·         Es muss ein Mechanismus im Abkommen etabliert werden, der die
nationalen Klimaschutzambitionen stetig steigert. 
·         Die Ausfinanzierung des Green Climate Funds muss
sichergestellt werden, die G7 sind hier weiter in der Pflicht einen Weg
aufzuzeigen, wie die versprochenen 100 Milliarden US-Dollar zusammen
kommen sollen.
 

 
Der NABU fordert für ein glaubwürdiges Engagement im Klimaschutz vor
allem auch eindeutige Signale auf nationaler Ebene. „Wenn die
Bundesregierung die G7-Bekenntnisse ernst nimmt und ein starkes
Klimaschutzabkommen in Paris will, dann muss sie jetzt Fracking stoppen
und sich für den Vorschlag des Wirtschaftsministeriums eines
Klimabeitrags für die ältesten und dreckigsten Kohlekraftwerke
einsetzen“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz.
 
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