NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 74/15 | 12. JUNI 2015
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Naturschutz International
NABU-Projektregion am Tanasee offiziell als UNESCO-Biosphärenreservat
anerkannt 
Tennhardt: Wichtiger Schritt für den langfristigen Schutz des größten
Sees Äthiopiens und Quelle des Blauen Nils
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Paris - Die NABU-Projektregion am Tanasee in Äthiopien ist jetzt von
der UNESCO als neues Gebiet in das Weltnetz der Biospärenreservate
aufgenommen worden. „Die Anerkennung des Tanasees als
UNESCO-Biospärenreservat ist ein wesentlicher Schritt, um die
einzigartigen Ökosysteme vor Ort langfristig zu schützen und
gleichzeitig nachhaltige Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung zu
schaffen“, sagte Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident und Leiter des
Fachbereichs Internationales. Der NABU arbeitet bereits seit 2012 in der
Region, um in Kooperation mit der Regierung des Amhara-Regionalstaats
und der Michael Succow Stiftung die Entwicklung eines
Biosphärenreservats voranzubringen.
 
Das neue Biosphärenreservat Tanasee ist Teil
des„Biodiversitäts-Hotspots“ der Ostafrikanischen Hochlandregion
und gilt als Gen-Zentrum für einheimische Nutzpflanzen, wie
beispielsweise Ramtillkraut (Guizotia abyssinica), Zwerghirse
(Eragrostis tef) und Wildkaffee (Coffea arabica). Zahlreiche
paläarktische Wasservögel wie beispielsweise Graukraniche (Grus
grus), Uferschnepfen (Limosa limosa) und Kampfläufer (Philomachus
pugnax) nutzen den See als Futter- und Rastplatz auf ihren Zugrouten.
Außerdem wurden bereits knapp 30 verschiedene Fischarten entdeckt,
von denen rund 70 Prozent nur dort vorkommen. Weitläufige Feuchtgebiete,
in denen dichte Papyrus- und Rohrkolben-Bestände wachsen, umgeben den
Tanasee, von denen einige zu den größten und ökologisch wertvollsten
Flächen in Äthiopen und am gesamten Horn von Afrika zählen. Am
Tanasee finden sich zudem einzigartige äthiopisch-orthodoxe Kirchen und
Klöster, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Mehr als
zwei Millionen Menschen leben innerhalb des neuen Biosphärenreservats,
die auf eine intakte Natur und Umwelt für Landwirtschaft, Handel,
Fischerei und Tourismus angewiesen sind. 
 
Im Rahmen des NABU-Projekts wurden über 1.500 Menschen aus 75 Gemeinden
trainiert, um sich an der Zonierung des Schutzgebiets zu beteiligen. Die
nutzungsfreien Kerngebiete umfassen fast vier Prozent (24.157 Hektar)
des Biosphärenreservats, das sich über eine Fläche von knapp 700.000
Hekar erstreckt. „Außerdem wurde für das Biosphärenreservat eine
Verwaltungseinheit innerhalb der lokalen Regierung eingerichtet sowie
ein Management- und Ökotourismusplan erstellt. Neue Einkommensquellen
und Renaturierungsprogramme werden das Biosphärenreservat darin
unterstützen, sich zu einer lebendigen Modell-Region zu entwickeln“,
sagte Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des Afrikaprogramms. Die
offizielle Einweihungsfeier des Tanasee-Biosphärenreservats ist für
November 2015 geplant. 
 
Der langfristige Schutz des Tanasees und seiner Umgebung mit Hilfe des
Biosphärenreservats-Konzept ist das Hauptziel des NABU-Projekts „Für
Mensch und Natur: Aufbau eines UNESCO-Biosphärenreservats am Tanasee in
Äthiopien“. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
 
Weitere Informationen unter:
 
https://en.nabu.de/projects/ethiopia/tana
 
www.laketana-biosphere.com
 
www.unesco.org/new/en/media-services/single-view/news/twenty_new_sites_added_to_unescos_world_network_of_biosphere_reserves
 
Für Rückfragen:
Svane Bender-Kaphengst, Leiterin Afrika-Programm, Tel. 030.28 49
84-1711,  
Mobil: 0173.24 20 243, E-Mail: [email protected]
 
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