NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 75/15 | 12. JUNI 2015
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Umwelt/Flächenverbrauch/30-Hektar-Ziel
NABU: Jeden Tag wird eine Fläche von 100 Fußballfeldern verbraucht
Trotz abnehmender Bevölkerung schreitet der Flächenverbrauch voran
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Berlin - Über 100 Fußballfelder: So groß ist die Fläche, die in
Deutschland jeden Tag für den Bau weiterer Siedlungen mit Straßen,
Wohnungen und Gewerbegebieten verbraucht wird. Hochgerechnet auf ein
Jahr ist die verbrauchte Fläche mit 25.765 Hektar größer als die gesamte
Stadt Frankfurt am Main. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie von 2002
hatte die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, den täglichen
Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Alle
folgenden Bundesregierungen hatten sich dazu bekannt. Trotz einiger
Fortschritte liegt das „30-Hektar-Ziel“ noch immer in weiter Ferne:
aktuell werden gut 70 Hektar pro Tag verbraucht. Laut NABU ist für
dieses Jahr jetzt der Zeitraum erreicht, ab dem die Bagger bereits still
stehen müssten. Es bleiben nur noch fünf Jahre Zeit, um den
Flächenverbrauch massiv einzudämmen, wenn es die Bundesregierung mit
dem 30-Hektar Ziel ernst meint. 
 
Vor diesem Hintergrund macht der NABU auf den fortschreitenden
Landschaftsverbrauch aufmerksam und wirbt für eine bessere
Innenentwicklung: Um- und Neubau im Innenstadtbereich statt
Landschaftszerstörung am Ortsrand lautet die Devise. „Flächensparendes
Wohnen mitten im Ort bringt gleichzeitig mehr Lebensqualität durch kurze
Wege und weniger Autoverkehr. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen
ist jeder Hektar neu verbaute Landschaft ein Hektar zu viel“, sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Ausgaben für wachsende
Verkehrs- und Leitungsnetze sind für die Kommunen immer schwerer zu
bewältigen, während sich die Abgaben und Gebühren für deren
Unterhaltung auf immer weniger Einwohner verteilen. Wege zur Schule, zur
Arbeit und zum Einkaufen werden länger. Gleichzeitig laufen die
Ortskerne Gefahr zu veröden, wenn immer mehr Gebäude leer stehen.
 
„Natur und Landschaft werden durch viele Baumaßnahmen unwiederbringlich
zerstört, Lebensräume werden immer weiter zerschnitten. Mit der Natur
und Landschaft, die dabei verloren gehen, verschwindet zugleich auch
biologische Vielfalt und damit Lebensqualität“, sagt
NABU-Siedlungsexperte Ulrich Kriese.
 
Für Rückfragen:
Dr. Ulrich Kriese, NABU-Experte für Siedlungsentwicklung, Mobil: +49
(0)176. 87 59 95 11, E-Mail: [email protected]
 
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