Bayern-Ei-Skandal: Föderalismus gefährdet die Gesundheit

"Deutschland blieb nur mit viel Glück von einem großen Salmonellen-Ausbruch 
verschont. In Frankreich, Österreich und Großbritannien erkrankten hunderte 
Menschen an verseuchten Eiern aus Bayern weil in Deutschland die 
Lebensmittelüberwachung versagt hat. Der Grund sind untaugliche 
Behördenstrukturen. Während die Nachbarstaaten verzweifelt versuchten die 
Salmonellen-Epidemie zu stoppen, verweigerten verantwortliche Ämter in Bayern 
die Weitergabe wichtiger Daten und die Bundesbehörden in Deutschland fühlten 
sich nicht zuständig. Damit zeigt sich einmal mehr: die föderalen Strukturen 
der Lebensmittelüberwachung gefährden unsere Gesundheit", erklärt Karin Binder, 
ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE zur Antwort der 
Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zu einem 
Salmonellenausbruch bei dem bayerischen Eierproduzenten. Binder weiter:

"DIE LINKE fordert eine Neuaufstellung der amtlichen Lebensmittelüberwachung. 
Der Bund muss für die Überwachung überregionaler und international tätiger 
Unternehmen zuständig sein. Bei Lebensmittel-Vorfällen, von denen das Ausland 
mitbetroffen ist, muss grundsätzlich der Bund zuständig sein. Die amtlichen 
Kontrollen in Großbetrieben sind deutlich zu verstärken. Die bisher üblichen 
betrieblichen Eigenkontrollen sind unzulänglich, da der Unternehmer im Zweifel 
im Konflikt zwischen Lebensmittelsicherheit und Betriebsinteresse steht. 
Befunde, die zu einer Gesundheitsgefährdung der Verbraucher führen können, 
müssen sofort öffentlich gemacht werden. Zudem sind größere Unternehmen an den 
Kosten der amtlichen Kontrollen zu beteiligen."


Für Rückfrage:

Karin Binder (MdB)
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Björn Schering
Wiss. Mitarbeiter
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