Gemeinsame Presseerklärung
Bundesrechtsanwaltskammer und Deutscher Anwaltverein
27. Oktober 2015
Nr. 45/15
Verfolgte Rechtsanwälte in China
BRAK und DAV fordern von Bundeskanzlerin Dr. Merkel Unterstützung

DAV/BRAK (Berlin). Aus Anlass der bevorstehenden China-Reise von 
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel machen die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) 
und der Deutsche Anwaltverein (DAV) auf die Situation von Rechtsanwältinnen und 
Rechtsanwälten und anderer Menschenrechtsverteidiger in China aufmerksam, die 
Opfer einer landesweiten Festnahmewelle geworden sind, weil sie sich für die 
Rechte anderer eingesetzt haben. Noch immer befinden sich etwa 30 Kolleginnen 
und Kollegen in Haft, ohne dass ihnen Zugang zu einem Verteidiger gewährt wird. 
BRAK und DAV fordern Bundeskanzlerin Merkel auf, sich bei ihrem Besuch in China 
für die verfolgten Kolleginnen und Kollegen und deren Freilassung einzusetzen.

Die chinesischen Behörden werfen den Rechtsanwälten vor, eine "kriminelle 
Vereinigung" gebildet und "ernsthaft die öffentliche Ordnung" gestört zu haben. 
Ihre Maßnahmen stützen die chinesischen Behörden auf das jüngst erlassene neue 
"Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit", welches international starken 
Protest ausgelöst hat. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Zeid Ra'ad Al 
Hussein kritisierte es als Einfallstor für Einschränkungen der Bürger- und 
Menschenrechte und für Menschen, die sich für die Rechte anderer auch beruflich 
einsetzen, wie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

"Kernaufgabe der Anwaltschaft ist es, dem Bürger den Zugang zum Recht zu 
gewährleisten. Dafür müssen sie die Interessen des Mandanten frei und 
unabhängig vertreten können - auch gegenüber dem Staat", so der Präsident der 
BRAK Rechtsanwalt Ekkehart Schäfer. "Eine unabhängige Anwaltschaft und eine 
funktionierende Justiz sind essentiell für jeden Staat, dessen Gesellschaft und 
nicht zuletzt auch die Wirtschaft." ergänzt der Präsident des DAV Rechtsanwalt 
Ulrich Schellenberg.

Die Kriminalisierung von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten allein aufgrund 
der Wahrnehmung der ihnen in ihrem Beruf naturgemäß zukommenden Aufgaben 
widerspricht zahlreichen international anerkannten menschenrechtlichen 
Standards, zu deren Einhaltung sich auch die Volksrepublik China rechtlich 
verpflichtet hat.


Den Brief an Bundeskanzlerin Dr. Merkel finden Sie 
hier<http://anwaltverein.de/files/anwaltverein.de/downloads/newsroom/pressemitteilungen/rechtspolitik/2015/Brief-Bundeskanzlerin.pdf>.
____________________________________________________________________________

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung: Pressesprecher Swen Walentowski,

Tel.: 030 726152-129, Sekretariat: Manja Jungnickel, Tel.: 030 726152-139,

Katrin Schläfke, Tel. 030 726152-149, Fax: 030 726152-193

Pressemitteilungen auch im Internet: 
www.anwaltverein.de<http://www.anwaltverein.de/>


Mit freundlichen Grüßen

RA Swen Walentowski, Pressesprecher
stellv. Hauptgeschäftsführer
-------------------------------------------------
Deutscher Anwaltverein
Littenstraße 11, 10179 Berlin
Tel. +49 30 72 61 52 - 129
Fax +49 30 72 61 52 - 193
[email protected]<mailto:[email protected]>
www.anwaltverein.de<http://www.anwaltverein.de/>
facebook.com/deutscheranwaltverein<http://www.facebook.com/deutscheranwaltverein>
twitter.com/anwaltverein<http://www.twitter.com/anwaltverein>

Besuchen Sie auch unser Rechtsportal 
anwaltauskunft.de<http://www.anwaltauskunft.de/>
[cid:[email protected]]<http://www.anwaltauskunft.de/>





+++
Denken Sie bitte an die Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken.
+++


_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an