NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 127/15 | 27. OKTOBER 2015
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Umwelt/Natur/EU
NABU begrüßt Allianz der Umweltminister zum Erhalt der
EU-Naturschutzrichtlinien
Tschimpke: Richtlinien sind Erfolgsgaranten für Europas Natur 
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Berlin/Luxemburg –  Der NABU begrüßt das am gestrigen Montag von neun
Ländern geschmiedete Bündnis zum Erhalt der
EU-Naturschutzrichtlinien. Auf Initiative von Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks unterzeichneten in Luxemburg acht weitere
Umweltminister einen gemeinsamen Brief an die EU-Kommission, in dem sie
sich gegen die Öffnung der beiden wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien
aussprechen. Stattdessen fordern sie eine bessere Umsetzung der für
Europas Natur so wichtigen Vogelschutz- und
Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie.
 
„Die Initiative von Bumdesumweltministerin Hendricks kommt genau zum
richtigen Zeitpunkt. Ihr klares Bekenntnis für die
Naturschutzrichtlinien ist ein wichtiges Signal an alle anderen
EU-Länder und die Kommission“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. 
 
Bereits am vergangenen Donnerstag hatte sich Hendricks in Brüssel gegen
eine Aufweichung der Richtlinien ausgesprochen. „Die Bundesländer
lehnen, ebenso wie Landwirtschaftsminister Schmidt und ich, jegliche
Änderungen an den EU-Naturschutzrichtlinien ab“, sagte Hendricks bei
einer Veranstaltung zum sogenannten „Fitness-Check“. Unter diesem Titel
überprüft die EU-Kommission derzeit die beiden Richtlinien. Der NABU
und viele weitere Umweltverbände befürchten, dass damit
Naturschutzstandards in allen EU-Ländern herabgesetzt werden sollen.
Barbara Hendricks wies am Donnerstag in Brüssel auf die Tragweite der
Entscheidung hin. Eine Öffnung der Richtlinien gefährde unter anderem
die für die Wirtschaft so wichtige Planungs- und Rechtssicherheit,
warnte die Ministerin.
 
Ähnlich hatte sich zuletzt auch ihre luxemburgische Amtskollegin und
derzeitige Vorsitzendes des EU-Umweltministerrats, Carole Dieschbourg,
geäußert. Sie unterzeichnete gestern ebenso das Schreiben wie die
Umweltminister aus Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Slowenien,
Rumänien und Kroatien, das im Rahmen des Umweltminsterrates an
EU-Umweltkommissar Karmenu Vella übergeben wurde. 
 
Im Sommer hatten sich bei einer Online-Konsultation der EU bereits mehr
als 520.000 EU-Bürger für den Erhalt der Richtlinien ausgesprochen. Es
war die mit Abstand erfolgreichste Befragung der Kommission aller
Zeiten. „Der lautstarke Wunsch der Bürger ist in Brüssel und den
EU-Mitgliedstaaten angekommen. Davon zeugt die Forderung der neun
Umweltminister. Es liegt jetzt an der EU-Kommission, diese Signale
wahrzunehmen und konkrete Vorschläge zu machen, wie die Richtlinien
besser umgesetzt werden können“, so Tschimpke. 
 
Erst Anfang Oktober hat die EU-Kommission selbst eindrucksvoll
nachgewiesen, wie erfolgreich und wirkungsvoll die Richtlinien zum
Schutz der Natur sind. In ihrem Halbzeitbericht zur Umsetzung der
EU-Biodiversitätsstrategie kam sie zu dem Ergebnis, dass die beiden
Richtlinien von entscheidender Bedeutung zur Erreichung der von den
Staats- und Regierungschefs beschlossenen Ziele zum Stopp des
Artensterbens bis 2020 sind.„Die Naturschutzrichtlinien der EU haben
schon Millionen von Zugvögeln das Leben gerettet und unzählige
Naturschätze vor der Zerstörung bewahrt. Jean-Claude Juncker sollte
diese funktionierenden Gesetze nicht aufbohren“, so Tschimpke.
 
Am 20. November will die EU-Kommission erste Ergebnisse des „Fitness
Check“ präsentieren und Anfang 2016 ihre Vorschläge zum weiteren
Vorgehen vorstellen, die dann zwischen Kommission, Rat und EU- Parlament
beraten werden müssen. 
 
Weitere Informationen zur Veranstaltung in
Brüssel:www.NABU.de/news/2015/10/19698.html
 
Weitere Informationen zum Halbzeitbericht zur Umsetzung der
EU-Biodiversitätsstrategie: https://www.nabu.de/news/2015/10/19577.html
 
Weitere Informationen zum  „Fitness-Check“ der
EU-Naturschutzrichtlinien und der Online-Konsultation:
www.NABU.de/naturschaetze
 
Kostenfreie Pressebilder: www.NABU.de/presse/fotos/#naturschaetze
 
 
Für Rückfragen:
Claus Mayr, NABU-Direktor für Europapolitik, mobil +49 172 596 60 98,
[email protected] 
 
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