NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 131/15 | 5. NOVEMBER 2015
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Naturschutz international/Russland
 
NABU: Russland will geplante Erweiterung des Weltnaturerbes
Westkaukasus zurückziehen
Tennhardt: Einzigartige Urwälder des Sotschi-Nationalparks müssen Teil
des UNESCO-Welterbegebietes werden
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Berlin – Im Rahmen der Vorbereitungen zu den olympischen Winterspielen
in Sotschi hatte die russische Regierung als Kompensation für die
Bauarbeiten und Natureingriffe eine Erweiterung des
UNESCO-Weltnaturerbegebietes Westkaukasus zugesagt. Diese droht sie
jetzt wieder zurückzuziehen, um weitere Skikurorte in direkter Grenze
zum bisherigen Welterbegebiet zu bauen. Der NABU hat in Zusammenarbeit
mit den Partnerorganisationen WWF Russland, Greenpeace Russland und
Environmental Watch on North Caucasus Einspruch dagegen erhoben und
einen Protestbrief an das UNESCO-Komitee gesendet. 
 
„Mit der Rücknahme der Erweiterung und der Entscheidung der russischen
Regierung, Bauarbeiten im Nationalpark und Zakaznik Sotschi prinzipiell
zuzulassen, werden nicht nur die Versprechungen zur Entschädigung der
Naturzerstörung durch die olympischen Spiele gebrochen, der Druck auf
die wertvollen Naturräume steigt sogar weiter an“, so NABU-Vizepräsident
Thomas Tennhardt. Die Natur im Weltnaturerbegebiet sei massiv gefährdet
und benötige dringend internationalen Schutz.
 
Im Welterbegebiet Westkaukasus wird aktuell ein Naturraum mit einer
Fläche von etwa 300.000 Hektar erhalten, der in seiner
Ursprünglichkeit und Einzigkartigkeit von unschätzbarem Wert ist. Er
ist der einzige, weitestgehend unbeeinflusst gebliebene
Hochgebirgskomplex dieser Größe in Europa und Westasien. Nachdem die
russische Regierung im Jahr 2014 die Erweiterung des Welterbegebietes
zusagte, wurde vom russischen Umweltministerium eine entsprechende
Resolution verabschiedet und eine Nominierung zur Grenzerweiterung an
das UNESCO-Welterbe-Komitee übermittelt.
 
Mit der Renominierung sollten vier grundlegende Ziele erreicht werden:
Neben der Erweiterung des bestehenden Gebietes um einzigartige Urwälder
des angrenzenden Sotschinskij-Nationalparks sollte der fehlerhafte
Grenzverlauf korrigiert und ein Vorschlag für die Ausweisung einer
wichtigen Pufferzone erarbeitet werden. Darüber hinaus sollte ein
Vorschlag für den Ausschluss der degradierten und als Weideland
genutzten Flächen des Lagonaki-Plateaus erarbeitet werden. 
 
„Nach 15 Jahren Versprechungen der russischen Regierung wurde damals
endlich offiziell die Integration der wertvollen Urwälder des
Nationalparks Sotschinskij nominiert, eine Forderung, die der NABU von
Anfang an vertreten hat“, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des
NABU-Kaukasusprogramms. Doch kurz nach der vom NABU begleiteten
IUCN-Mission zur Evaluierung der eingereichten Renominerung des
Weltnaturerbegebietes drang die Nachricht durch, dass die russische
Regierung die Erweiterung zurückziehen will. „Die Zerstörung der Natur
nach den olympischen Spielen wird so entgegen der ursprünglichen Zusagen
fortgesetzt“, so Kovalev weiter.
 
Die Pläne zum Ausbau von Skikurorten in der Region werden von
verschiedenen Unternehmen, darunter Gazprom, Roza Khutor und Krasnaya
Poliana vorangetrieben. Sollte es zum Ausbau kommen, ist der Integrität
des Weltnaturerbegebiets massiv gefährdet. 
 
 
Für Rückfragen:
Vitalij Kovalev, stellv. Leiter NABU Internationales und Leiter
NABU-Kaukasusprogramm, Tel. 030-284984-1701, E-Mail:
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Informationen zur NABU-Projekten im Kaukasus:
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