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Posted on: Sunday, November 22, 2015 7:49 PM
Author: megaprojekte ([email protected])
Subject: Ergebnisse des Permanten Tribunals der Völker in Turin 

Presseerklärung - Notre Dame des Landes, 10. November 2015 - übersetzt aus
dem Frz - ES

Historischer Rechtsspruch: Anerkennung der Völkerrechteverletzungen im
Zusammenhang mit den aufgezwungenen unnützen Großprojekten durch das
Permanente Tribunal der Völker (PTV)

Vom 5. bis 8. November 2015 fand in Turin/Italien die Schlusssitzung des
PTV-Prozesses statt, mit Klägern aus etlichen Widerstandsgruppen gegen
europäische und südamerikanische Großprojekte, die von den Gegner als unnütz
und aufgezwungen bezeichnet werden.

Sie fordern die Anerkennung der Verletzung der Völkerrechte bezüglich
Information und Entscheidung über die Projekte, die in großem Maße ihr Leben
und das zukünftiger Generationen betreffen.

Der Klage, die von Val de Susa initiiert wurde, haben sich
Notre-Dame-des-Landes und andere Projekte angeschlossen.

Für eine strenge und vollständige Ermittlung der vorgelegten Fälle waren
mehrere Sitzungen notwendig, und es fanden Besuche vor Ort statt wie der von
Gianni Tognoni im Juli 2015 in NDDL. An diesem Wochenende wurden mit
Berichten, Zeugenaussagen etc. über zwei Tage lang Fälle untersucht und
zusammengefasst, in denen die nationale und internationale Gesetzgebung sich
für die Verteidigung dieser Rechte der Völker als unangemessen erwiesen hat.

Die Projektträger waren eingeladen sich zu verteidigen, befanden es jedoch
nicht nötig zu antworten oder gar sich her zu bewegen, außer Telt (Tunnel
Euralpin Lyon-Turin), der behauptete, seine Position sei wohl bekannt und
gerechtfertigt und müsste nicht wieder dargelegt werden.

Livio Pepino, Präsident des Controsservatorio im Susatal, fasste in seiner
abschließenden Anklagerede die mit dem Projekt TAV Lyon-Turin
übereinstimmenden Punkte dieser Großprojekte zusammen: - nicht erwiesener
Bedarf, - undurchsichtige und abwegige Verfahren, insbesondere durch
verfälschte Angaben, - Unfähigkeit zur Einbeziehung der Bevölkerung, -
Umweltschäden zugunsten mächtiger Lobbies, - Kriminalisierung der Gegner.
(es fehlt die Komponente: überteuert, aus Steuergeldern bezahlt,
Projektergebnis zweitrangig!)

Die Intuition, die uns dazu gebracht hatte, die Projekte seit 2011/2012 als
unnütz und aufgezwungen zu bezeichnen und uns zu vernetzen, um uns
gegenseitig in technischen, juristischen, politischen Fragen der
Großprojekte zu unterstützen, erweist sich hiermit als völlig
gerechtfertigt.

In seiner Schlusserklärung, die sehr klar war (obwohl die sehr zahlreichen
Referenzen, die internationalen Texte und alle Urteilsbegründungen noch
nicht endgültig redigiert und übersetzt waren), erkennt das Tribunal die
Verletzung der demokratischen Rechte der jeweiligen Bevölkerung an, stellt
fest, dass die nationalen Regierungen und supranationalen Institutionen (wie
die EU) den Gebieten die Durchführung dieser sogenannten „Großprojekte“
aufzwingen, welche die Umwelt, das Schicksal des ganzen Umfelds, Gesundheit
und Lebensqualität jetziger und zukünftiger Generationen schwer belasten.

Es erkennt den kolonialen Charakter der Dynamik an, die auf traurige Weise
in Afrika, Lateinamerika und Asien deutlich sichtbar und jetzt auch in den
Ländern des sogenannten Nordens und im Herzen Europas, gegenwärtig ist.

Außer der Anerkennung und Verurteilung der Rechtsverletzungen sprach das
Tribunal „Empfehlungen“ an die verschiedenen Staaten (darunter Frankreich)
aus, die Verfahren zu korrigieren bzw. die Projekte aufzugeben.

Es schloss mit der Forderung, dass die militärische Besetzung des Susatals
beendet werden soll.

Wir werden uns in unseren Kämpfen auf diesen Rechtsspruch und die
Begründungen fern von Interessenkonflikten stützen können, die uns Recht
geben - unser Recht.

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Das Permanente Tribunal der Völker - Kurzerklärung

Das Permanente Tribunal der Völker (PTV), ist ein Tribunal der Meinung,
nicht der Macht, mit weitweiter Ausstrahlung, es hat Vereinscharakter.
Beteiligt sind ehrenamtliche Richter, die in allen Fällen intervenieren, in
denen die nationalen und internationalen Gesetze sich für die Verteidigung
der Rechte der Völker als unfruchtbar erwiesen haben.

Das PTV blickt auf 40 Jahre Untersuchungen und Urteile für den Schutz der
diskriminierten ethnischen Minderheiten zurück, auf Verurteilungen von
Multinationalen mit stark Umwelt verschmutzende Produktion, etc. …

Es fußt auf den Erfahrungen des « Russeltribunals », das 1966 von J.-P.
Sartre und Bertrand Russel gegründet wurde, um über die Kriegsverbrechen der
Vereinigten Staaten in Vietnam zu urteilen. Es wurde offiziell im Juni 1979
in Bologna geboren.

Es ist eine Versammlung ohne eigentlichen Sitz, in der anerkannte
Persönlichkeiten juristische Klage führen wegen Tatbeständen, die sie auf
der Grundlage des internationalen Rechts als Straftaten erachten.
Geschworene geben beratend ihre Meinung an die Jury, die den Prozess leitet
und ihn in den Medien vertritt. Die gesprochenen Urteile haben keine
zwingende Wirkung, aber die vorgestellten Meinungen werden als auf der
realen Gesetzgebung basierend betrachtet und den Behörden vermittelt, sie
zirkulieren auf der Ebene der UNO.

Dias PTV wünscht, dass die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte
respektiert werden. Die Themen der Sitzungen berühren auch Probleme, die
durch die Globalisierungen gestellt werden, Schulden, größere ökologische
Risiken (Amazonaswald, Katastrophe von Bhopal).

Jede Bewegung, die nachweisen kann, Opfer einer Rechtsverletzung zu sein,
kann ihren Fall vor das PTV bringen.

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