NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 143/15 | 27. NOVEMBER 2015
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Umwelt/Klima
NABU zum Klimagipfel: Erderwärmung begrenzen und Abschied von Kohle, Öl
und Gas einleiten
Tschimpke: Deutschland muss in EU wieder Führungsrolle beim Klimaschutz
einnehmen – naturverträgliche Energien ausbauen – Intakte Wälder und
Moore sind wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – Klimaziele auch für
Flugverkehr und Schifffahrt
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Paris –Vom 30. November bis 11. Dezember findet in Paris die 21.
Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC COP 21)
statt. Dort soll über ein neues Weltklimaabkommen verhandelt werden.
„Paris wird zeigen, ob die Staatengemeinschaft Klimaschutz ernst
nimmt. Die Klimaziele können wir nur noch erreichen, wenn alle Staaten
nachlegen und zwar schnell. Wir brauchen eine regelmäßige Überprüfung
der Klimaschutzbeiträge und Ziele, und zwar mindestens alle fünf Jahre –
sonst können wir nicht mehr rechtzeitig nachsteuern“, sagte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke zum Start der Weltklimakonferenz. Unter
anderen blockiere hier die EU, die die ohnehin viel zu schwachen Ziele
bis zum Jahr 2030 nicht wieder aufschnüren und nachbessern wolle. „Wir
erwarten, dass Deutschland innerhalb der EU wieder eine Führungsrolle in
Sachen Klimaschutz einnimmt“, so Tschimpke weiter. Der NABU spricht sich
für ein EU-Klimaschutzziel von minus 55 Prozent CO2 bis 2030 im
Vergleich zu 1990 aus. Der Anteil erneuerbarer Energien müsse auf 45
Prozent erhöht und die Energieeffizienz massiv gesteigert werden.
 
Der NABU fordert weiterhin, dass Landnutzung, weltweit für die
zweitmeisten Emissionen verantwortlich, eine gewichtige Rolle im
Abkommen haben muss. Auch drohen die Emissionen aus dem internationalen
Flug- und Schiffsverkehr gar nicht erst berücksichtigt zu werden. Der
Flugverkehr ist für fünf Prozent, der Schiffsverkehr für drei Prozent
der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Außerdem fordert der NABU,
dass Anpassungsziele vereinbart werden, um die Folgen des Klimawandels
auf Ökosysteme zu verringern. Alle Klimaschutzmaßnahmen müssen
naturverträglich sein. Denn der Erhalt von Wäldern und Mooren sowie eine
nachhaltige Landnutzung machen Ökosysteme nicht nur insgesamt
widerstandsfähiger gegen den Klimawandel, sondern intakte Wälder und
Moore binden auch klimaschädliche Treibhausgase. Auch müssen ausreichend
Finanzierungangebote für die ärmsten Länder zur Verfügung stehen und
klimabedingte Schäden und Verluste durch das Abkommen anerkannt werden.
 
„Die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschen in den ärmsten Ländern
ist eine Grundvoraussetzung. Ein wirksames weltweites
Klimaschutzabkommen wird auch dazu beitragen, Naturkatastrophen
vorzubeugen und Konflikte um immer knapper werdende Ressourcen und
Wasser weltweit zu entschärfen“, so Tschimpke weiter.
 
Nicht zuletzt müssen sich alle Vertragsstaaten darauf einigen, dass die
Klimaerwärmung soweit wie möglich unter zwei Grad begrenzt wird. Um
dieses Ziel zu erreichen, ist eine Dekarbonisierung der Weltwirtschaft
bis 2050 notwendig. Bis dahin muss die Energieversorgung umgebaut sein,
verbunden mit dem Verzicht auf fossile Energieträger wie Kohle, Öl und
Gas und der Umstellung auf naturverträgliche erneuerbare Energien. 
 
„Der Vorstoß von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, noch diese
Legislaturperiode den Kohleausstieg zu planen, kann ein gutes Signal zur
Klimakonferenz senden, sofern Bundeskanzlerin Angela Merkel und
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel der Umweltministerin zum Beginn der
COP den Rücken decken“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. „Mit
einem Plan zum Kohleausstieg in Deutschland, würde nicht nur der
überfällige Strukturwandel eingeläutet, er würde auch helfen die
deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, die nach jüngsten Prognosen in
weite Ferne gerückt sind“, so Scholz weiter. 
 
Der NABU nimmt als Beobachter an der COP 21 teil und wird in den
kommenden zwei Wochen aus Paris berichten und Twittern @NABU_Klima. 
 
Ausführliches Hintergrundpapier sowie Berichte zu
NABU-Klimaschutzprojekten, Tipps zum Klimaschutz und
Klimakonferenz-Glossar unter www.NABU.de/COP21 (
http://www.nabu.de/COP21 )
 
Die NABU-Klimaexperten Inga Römer und Sebastian Scholz reisen mit der
offiziellen deutschen Regierungsdelegation und anderen Vertretern von
Nichtregierungsorganisationen am Samstag mit dem „Train to Paris“der
Deutschen Bahn zum Weltklimagipfel nach Paris.
 
NABU-Präsident Olaf Tschimpke nimmt ab dem 7. Dezember am
Ministersegment der UN-Klimaverhandlungen in Paris teil und steht für
Fragen und Interviews zur Verfügung. Kontakt über die NABU-Pressestelle,
Tel. 030-284984-1510, -1952, -1958. 
 
 
Für Rückfragen und Ansprechpartner in Paris:
Sebastian Scholz, NABU-Klimaschutzexperte, vor Ort in Paris erreichbar
vom 30.11. bis zum 12.12.2015 unter +49 (0) 172-4179727, E-Mail:
[email protected], Twitter: https://www.twitter.com/NABU_Klima
 
Inga Römer, NABU-Klimaschutzexpertin, vor Ort in Paris erreichbar vom
30.11 bis 5.12.2015 unter + 49 (0) 172-2831432, E-Mail:
[email protected]
 
Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, vor Ort in Paris erreichbar
vom 07.12. bis 12.12.2015 unter + 49 (0)173-9306515, 
E-Mail: [email protected]
 
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NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper 
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958 
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