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From: Projektwerkstatt Saasen [mailto:[email protected]] 

Sent: Monday, June 20, 2016 10:49 PM

To: Projektwerkstatt Saasen <[email protected]>

Subject: Gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln: Aktionen, Kinoabende und ein 
Strafprozess in Gießen (Presseinfo)

 


Lieber Weggeschmissenes essen als Essen wegschmeißen!


 

Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung: Straßentheater, Filme, 
Lebensmittelrettung und zwei bemerkenswerte Filmabende

 

Essen aus dem Müll? In den kommenden Tagen kann das in Gießen jede und jeder 
probieren, denn zweimal wollen Theatergruppen in der Innenstadt Essen 
verteilen, das vor der Vernichtung gerettet wurde. Außerdem werden 
Foodsharing-Aktive wie in anderen Wochen auch viele Kilogramm Lebensmittel vor 
der Vernichtung retten und verteilen - diesmal zusätzlich in aller 
Öffentlichkeit. Wer nicht nur probieren will, kann sich auch informieren. Im 
Kinocenter (Bahnhofstr. 34) läuft auf Do, 23.6. abends der Film „10 Milliarden“ 
- mit drei Publikumsgästen zum anschließenden Gespräch über solidarische 
Landwirtschaft einerseits und weltweite Ausbeutung aus Profitgier auf der 
dunklen Seite. Fünf Tage später, am Di, 28.6. kommt dann sogar der Filmemacher 
Valentin Thurn (Regie bei 10 Milliarden und Taste the Waste) nach Gießen. 
Gezeigt werden ab 20.30 Uhr im Kinocenter zwei seiner kürzeren Dokumentationen 
über das Wegwerfen von Essen, darunter als Überraschung des Abends seinen 
ersten Filme zum Thema. „Gefundenes Fressen“ spielte damals unter anderem in 
Gießen. Nach den beiden Filmen steht Thurn Rede und Antwort. Es ist der 
Vorabend zu einer Konfrontation vor Gericht.

 

Diesmal geht es um Müll: Neue Gerichtsposse Bergstedt gegen Gießener Justiz?

 

Am 29. Juni um 9.30 Uhr muss sich der Aktivist Jörg Bergstedt gegen einen 
absurd erscheinenden Vorwurf wehren. Dahinter steht eine spannende juristische 
Entwicklung: Denn eigentlich wollte die Staatsanwaltschaft den für seine 
spektakuläre Verteidigung vor Gericht bekannten Aktivisten wegen Diebstahls 
anklagen. Sein „Verbrechen“: Er hatte noch genießbare Lebensmittel aus der 
Mülltonne der Supermarktkette tegut in der Galerie Neustädter Tor entnommen - 
und war von dortigen Mitarbeiter_innen beim Abtransport gestoppt worden. Doch 
aus der Anklage wurde nichts, weil das betroffene Unternehmen sich weigerte, 
den Strafantrag zu unterzeichnen, sondern statt dessen selbst argumentierte, 
dass es sich beim sogenannten „Containern“ gar nicht um Diebstahl handele. Die 
Lebensmittelretter_innen würden schließlich keine „fremde Sache“, sondern eine 
herrenlose an sich nehmen. Der Angeklagte freute sich: „Das wäre ein wichtiger 
Schritt in die richtige Richtung - und noch besser, wenn die Supermärkte mit 
uns zusammen Lösungen für das Wegwerfproblem finden, wie es mit 
Tafelbelieferung und Foodsharing-Aktiven vielerorts ja schon angefangen hat.“ 
Doch in Bezug auf tegut und den Strafprozess war die Freude zu früh. Ein 
Gesprächsversuch mit tegut scheiterte an der Weigerung des Filialleiters, 
überhaupt reden zu wollen. Und die Gießener Justiz bastelte sich eine absurde 
Ersatzanklage. So wird dem Aktivisten wohl nichts übrig bleiben, als zunächst 
weiter „containern“ zu gehen - und am 29. in einer neuen Justizposse den 
irrationalen Verfolgungswahn Gießener Repressionsbehörden aufzudecken. 
„Lohnenwert ist alles drei“, benennen beteiligte Aktivist_innen ihre Ziele für 
die ereignisreichen Tage Ende Juni: „Lebensmittel retten, gegen die 
Wegwerfkultur eines profitgetriebenen, brutalen Wirtschaftssystems kämpfen und 
der Justiz aufzeigen, dass sie nicht widerstandslos als williger Vollstrecker 
von Kapitalinteressen agieren kann.“

 

Mehr Informationen im neuen Polit-Kalender „Gießener Landbote“, der als 
gedruckte Fassung an vielen Orten ausliegt oder auf www.giessener-landbote.de 
herunterzuladen ist.

 

Die Terminliste im Überblick:

 

* Do, 23.6. ab 15 Uhr in der Gießener Innenstadt und an der Kreuzung 
Bahnhofstraße/Reichensand: Aktionen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln 
(Straßentheater, Essensverteilung, Infostände)

 

* Do, 23.6. um 20.30 Uhr im Kinocenter Gießen, Bahnhofstraße 34: Film „10 
Milliarden“ (Dokumenation über die Frage, wie die Weltbevölkerung zukünftig 
ernährt werden kann - mit Publikumsgästen ++ Ankündigung 
<http://www.kinopolis.de/gi/EventFolder/Event-2382>  und Presseinfo 
<http://www.projektwerkstatt.de/termine/160623thurn.pdf> )

 

* So, 26.6., ab 14 Uhr in der Projektwerkstatt: Bunter Aktionstag, 
wahrscheinlich mit Umsonstmarkt, politischer DIskussion, Filmen und um 18 Uhr 
das Planungstreffen für das Juli-Programm

 

* Di, 28.6. ab 15 Uhr in der Gießener Innenstadt und an der Kreuzung 
Bahnhofstraße/Reichensand: Aktionen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln 
(Straßentheater, Essensverteilung, Infostände)

 

* Di, 28.6. um 20.30 Uhr im Kinocenter Gießen, Bahnhofstraße 34: Filme 
„Gefundenes Fressen“ und „Frisch auf den Müll“ (zwei Filme über das Wegwerfen 
von Lebensmitteln, einer davon zum Teil gedreht in Gießen - mit anschließendem 
Publikumsgespräch, zu Gast: der Regisseur Valentin Thurn und andere ++ 
Ankündigung <http://www.kinopolis.de/gi/EventFolder/Event-2382>  und Presseinfo 
<http://www.projektwerkstatt.de/termine/160623thurn.pdf> )

 

* Mi, 29.6. um 9.30 Uhr vor dem Amtsgericht Gießen (Gutfleischstr. 1, Raum 
200A): Prozess wegen Containers bei tegut - Supermarkt und Justiz gegen einen 
Umweltaktivisten. Das Duell vor Gericht und damit öffentlich: Wird bestraft, 
wer Lebensmittel aus dem Müll rettet - während die, die Essen wegwerfen, damit 
Profite machen? ++ Ladung 
<http://www.projektwerkstatt.de/antirepression/prozesse/tegut/160629ladung.pdf> 

 

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