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Feed: Klima der Gerechtigkeit

Posted on: Thursday, June 30, 2016 3:03 PM

Author: Lili Fuhr ([email protected])

Subject: BGR-Skandal: Stiftung hat über Jahrzehnte unternehmensfreundliche
Studien der Bundesanstalt gefördert

 

von Annette Kraus, Heinrich-Böll-Stiftung

 

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR
<http://www.bgr.bund.de/> ) ist eine dem Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie (BMWi) nachgeordnete Behörde und eine der wichtigsten
Beratungsinstitutionen für die Bundesregierung in ihren Themenfeldern. Einen
Mindestabstand zur Industrie und ihren Interessen sollte man von einer
solchen Behörde erwarten können. Recherchen von WDR
<http://www.tagesschau.de/inland/geo-wissenschaftler-bundesanstalt-101.html>
, NDR
<http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Extr
akasse-Bundesanstalt-Gefaelligkeitsgutachten-Gorleben-Fracking,bundesanstalt
104.html>  und Süddeutscher Zeitung
<http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesanstalt-fuer-geowissenschaften-
gutes-geld-fuer-steile-thesen-1.3054942>  zeigen, dass derlei Erwartungen
nun doch naiv sind: Eine finanziell gut ausgestattete Stiftung, die auf
Initiative einiger Wirtschaftsunternehmen in den 80er Jahren ins Leben
gerufen wurde, finanziert und ehrt Studien und Forschungen, die für die
Industrie wünschenswerte Ergebnisse haben.

 

Klima, Atommüllendlagerung, Fracking: Was schmutzig und umstritten ist, hat
eine Chance auf Ehrung durch die Stiftung:

 

Eine der geförderten Studien kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der
Anteil der menschengemachten CO2-Emissionen eher gering ist - keine Meinung,
die von der internationalen Klimawissenschaft geteilt wird, um es milde
auszudrücken.

 

Oder Gorleben: Einer Studie, die den Salzstock als dicht (und somit als
mögliches Endlager) bewertet, wurde von der Stiftung ein Preis verliehen
<https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Ext
rakasse-Bundesanstalt-Gefaelligkeitsgutachten-Gorleben-Fracking,bundesanstal
t104.html>  - andere Geologen sehen diese Einschätzung höchst kritisch.

 

Angesichts des Kreises der Einzahler in die Stiftung, neben dem
Chemiekonzern Bayer und dem Energieriesen RWE auch ein Unternehmen wie
Wintershall, das weltweit Frackingprojekte vorantreibt, sind auch die
durchweg positiven Äußerungen
<http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Nachrichten/Veranstaltungen/2013/GZH-
Veranst/Fracking/fracking_kongress_node.html>  aus der BGR zur Sicherheit
des Fracking zumindest mit allergrößter Vorsicht zu genießen.

 

Über die Stiftung selbst ist recht wenig zu erfahren, eine schnelle Suche im
Netz führt keinesfalls zu einer eigenen Website, geschweige denn Transparenz
<http://www.mi.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=14797&article_
id=100451&_psmand=33>  über Geldgeber und geförderte und geehrte Projekte.
Eine enge personelle Verschränkung der Stiftung mit der BGR lässt sich
dennoch aus Verweisen <http://geostudiendekanat.uni-goettingen.de/?p=1161>
und Kontaktpersonen
<http://www.freiwilligenserver.de/index.cfm?uuid=d7aa135945c849db9bb59e09174
44d4b&stiftung_id=327>  bei der BGR erahnen.

 

Was nun? Ein riesiger Korruptionsskandal oder doch zumindest der klare
Nachweis für Lobbyaktivitäten der Industrie gegenüber der Bundesregierung?
Sylvia Kotting-Uhl <http://kotting-uhl.de/site/?s=martini-stiftung> ,
atompolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, stellt die
Unabhängigkeit und Seriosität der BGR in Frage. Der niedersächsische
Umweltminister fordert die erneute Überprüfung aller Studien und
Stellungnahmen der BGR. Ob die Unternehmen auch hier bereit sind, großzügig
mitzufinanzieren?

 

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<http://klima-der-gerechtigkeit.de/2016/06/30/bgr-skandal-stiftung-hat-ueber
-jahrzehnte-unternehmensfreundliche-studien-der-bundesanstalt-gefoerdert/> 

 

 

 

 

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