NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 80/16 | 5. JULI 2016
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Umwelt/Naturschutz
NABU: EU-Kommission beugt sich Druck der Verbände -  Studie zu
Naturschutzgesetzen öffentlich
Tschimpke: Pläne zur Schwächung der EU-Naturschutzrichtlinien aufgeben
/ Endlich Rechtssicherheit herstellen
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Brüssel/Berlin – Die Europäische Kommission hat auf den Druck von
Umweltverbänden reagiert und eine seit März zurückgehaltene
Expertenstudie über die EU-Naturschutzrichtlinien herausgegeben. Sie gab
am heutigen Dienstag einem Antrag des WWF  auf Einsichtnahme statt. Der
NABU und viele weitere Umweltverbände hatten seit Monaten gefordert,
dass die Ergebnisse eines über ein Jahr währenden europaweiten „Fitness
Checks“ des EU-Naturschutzrechts endlich öffentlich gemacht werden. Ein
Entwurf der Studie war bereits vor wenigen Wochen an die Presse geleakt
worden. 
 
„Wir sind froh, dass nun endlich das Ergebnis des ‚Fitness Checks‘
offiziell vorliegt, und eindeutiger könnte es nicht sein: Die
EU-Fauna-Flora-Habitat und die EU-Vogelschutzrichtlinie, die zusammen
das Rückgrat des Naturschutzes in allen EU-Ländern bilden, sind
weiterhin wirksam, effizient, notwendig und modern“, fasst
NABU-Präsident Olaf Tschimpke zusammen.
 
Der NABU kritisiert jedoch scharf, dass die Kommission offenbar unter
Druck der Wirtschaftslobby bis zuletzt versucht hatte, die
Veröffentlichung zu verschleppen. Noch jetzt heißt es, man wolle erst
im Herbst entscheiden, ob die Richtlinien nun unverändert bleiben oder
doch neu verhandelt werden. Sowohl Umweltkommissar Vella als auch
Junckers Vizepräsident Timmermans haben Verantwortung für die
Verzögerung von sich gewiesen.  
„Es muss also das direkte Umfeld von Jean-Claude Juncker sein, wo
jemand immer noch auf eine gute Gelegenheit wartet, die
EU-Naturschutzstandards zu schwächen, an Bürgern und Experten vorbei“,
so Tschimpke.
 
Das EU-Parlament und die EU-Umweltminister haben sich ebenfalls längst
für eine Beibehaltung der Richtlinien ausgesprochen, ganz im Sinne der
NABU-Forderungen. Vor einem Jahr stimmten außerdem über eine halbe
Million Bürger für die Naturschutzrichtlinien – bei der größten
EU-Bürgerbefragung, die es je gab.
 
Der NABU fordert nicht nur ein schnellstmögliches Ende der
Rechtsunsicherheit auf EU-Ebene, sondern auch einen Aktionsplan für die
bedrohte Artenvielfalt. „Wir haben bereits genug Zeit verloren mit der
Debatte um die Richtlinien – aber immerhin macht die heute öffentlich
gewordene Studie auch klare Empfehlungen für eine bessere Umsetzung. Bis
Oktober erwartet der NABU dazu Vorschläge der EU-Kommission, zum
Beispiel für die bessere Finanzierung von Schutzgebieten und den Kampf
gegen Naturschutzkriminalität“, so Tschimpke. 
 
Mehr Infos und Download der Studie:
https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/  
 
Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, Leiter EU-Naturschutzpolitik im NABU-Bundesverband,
Tel. +49 (0)172-4179730 
 
 
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